Gleichstellung von Frauen und Männern - Glossar
a
-
Analyse der Geschlechterrollen
Bezeichnet das Verfahren zur Erfassung und Verarbeitung von Informationen über Gleich‑ bzw. Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern. Die Analyse der Geschlechterrollen wird mit verschiedenen Instrumenten und in unterschiedlichen Rahmen durchgeführt.
f
-
Fortpflanzungsrollen
Beschreibt die Aufgaben, die zur Reproduktion des gesellschaftlichen Arbeitskräftepotenzials erforderlich sind. Dies umfasst das Gebären und die Erziehung von Kindern sowie die Fürsorge für Familienmitglieder, darunter Kinder, ältere Menschen und Arbeitskräfte. Diese Aufgaben werden zumeist von Frauen übernommen.
g
-
Gender Mainstreaming
Einbeziehung der Geschlechterperspektive in alle Politiken, mit Hinblick auf die Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern.
-
Geschlecht
Die Unionsbürgerschaft verleiht das Recht auf den Schutz vor Diskriminierung u. a. aufgrund des Geschlechts. Dies ist in der Charta der Grundrechte verankert.
-
Geschlechtergerechte Planung
Geschlechtergerechte Planung bezeichnet Planungsprozesse für Politik, Projekte und Evaluierungen, die geschlechtssensitiv sind und die Auswirkungen der verschiedenen Geschlechterrollen und ‑bedürfnisse von Frauen und Männern in der jeweiligen Gemeinschaft oder dem jeweiligen Sektor berücksichtigen.
-
Geschlechterrollen
Geschlechterrollen sind erlernte Verhaltensmuster in einer bestimmten Gesellschaft/Gemeinschaft oder speziellen Gruppen, die festlegen, welche Aktivitäten, Aufgaben und Zuständigkeiten als männlich und weiblich wahrgenommen werden.
-
Geschlechtsbewusstsein
Geschlechtsbewusstsein bezeichnet die Auffassung, dass es zwischen Frauen und Männern sozial festgelegte Unterschiede gibt, die auf erlerntem Verhalten beruhen, das sich auf ihre Fähigkeit zum Zugang und der Kontrolle von Ressourcen auswirkt. Dieses Bewusstsein muss durch Geschlechteranalysen in Programmen, Politiken und Evaluierungen Anwendung finden.
-
Geschlechtsblindheit
Geschlechtsblindheit bedeutet, dass das Geschlecht als essenzielle Variable sozialer Ergebnisse mit Auswirkungen auf Projekten und Politiken ignoriert wird. Bei einem geschlechtsblinden Ansatz wird davon ausgegangen, dass sich Politiken oder Programme (selbst unbeabsichtigt) nicht in unterschiedlicher Weise auf Frauen und Männer auswirken.
-
Geschlechtsdifferenzierte Daten
Bei einer Analyse der Geschlechterrollen sind alle Daten nach Geschlechtern aufzuschlüsseln, damit die verschiedenen Auswirkungen auf Frauen und Männer ausgewertet werden können.
-
Geschlechtsidentität
Empfinden eines Menschen, weiblichen oder männlichen Geschlechts zu sein. Hierfür verantwortlich sind eine Kombination genetischer und umweltbedingter Einflüsse sowie die individuelle Auslegung femininer und maskuliner oder ambivalenter Eigenschaften.
-
Geschlechtssensitivität
Geschlechtssensitivität bezeichnet die Fähigkeit, vorhandene Geschlechterunterschiede sowie damit verbundene Problemstellungen und Ungleichheiten zu erkennen und aufzuzeigen und sie in Strategien und Maßnahmen einfließen zu lassen.
-
Geschlechtsspezifische Bedürfnisse
Da Frauen und Männer geschlechtsspezifische Rollen wahrnehmen, haben sie auch verschiedene Bedürfnisse. Diese lassen sich in strategische oder praktische Bedürfnisse unterteilen.
-
Gleichstellung der Geschlechter
Die Gleichstellung der Geschlechter impliziert eine faire und gerechte Aufteilung von Vorteilen und Aufgaben zwischen Männern und Frauen. Das Konzept berücksichtigt, dass Frauen und Männer unterschiedliche Bedürfnisse und Fähigkeiten haben und dass diese Unterschiede zu identifizieren und so zu bewältigen sind, dass Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern beseitigt werden.
-
Gleichstellung von Frauen und Männern
Die Gleichstellung von Männern und Frauen ist das Ergebnis einer fehlenden Diskriminierung aufgrund des Geschlechts - und zwar bei der Gewährung von Chancen und der Zuteilung von Ressourcen bzw. Vorteilen oder beim Zugang zu Dienstleistungen.
m
-
Mehrfachdiskriminierung
Kombination von Diskriminierungen aufgrund des Geschlechts, der Rasse oder ethnischen Herkunft, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Ausrichtung.
p
-
Produktive Rollen
Umfasst Aktivitäten von Frauen und Männern zur Herstellung wirtschaftlicher Güter und der Erbringung von Dienstleistungen, die entweder zum Verkauf oder Tausch bestimmt sind bzw. den wirtschaftlichen Unterhalt der Familie sichern sollen. Beispielsweise gehören zu den produktiven Aktivitäten in der Landwirtschaft Viehzucht und Ackerbewirtschaftung, die von den Landwirten selbst oder Angestellten übernommen werden.



