Navigationsleiste

Null Toleranz bei Gewalt gegen Frauen

  • Jede dritte Frau in der EU ab einem Alter von 15 Jahren wurde bereits einmal Opfer physischer und/oder sexueller Gewalt.  
  • 75 % der im Beruf oder in Führungspositionen stehenden Frauen haben sexuelle Belästigung erlebt.
  • Jede zehnte Frau war Opfer von sexueller Belästigung oder Stalking über die neuen Technologien.

Geschlechtsspezifische Gewalt ist sowohl eine brutale Form von Diskriminierung als auch eine Verletzung der Grundfreiheiten der Opfer. Sie ist gleichzeitig Ursache und Folge von Ungleichheiten zwischen Frauen und Männern.

Geschlechtsspezifische Gewalt kommt überall vor, in jeder Gesellschaft und in jedem Land und ungeachtet des gesellschaftlichen Hintergrunds, zu Hause, am Arbeitsplatz, in der Schule, auf der Straße oder am Computer.

Sie beeinträchtigt nicht nur die Gesundheit und das Wohlbefinden der Frauen, sondern kann Frauen am Zugang zum Arbeitsmarkt hindern und so ihre finanzielle Unabhängigkeit und die Wirtschaft allgemein negativ beeinflussen. 

Was ist geschlechtsspezifische Gewalt?

Geschlechtsspezifische Gewalt kann definiert werden als Gewalt, die sich gegen eine Person richtet, weil sie einem bestimmtem Geschlecht angehört (darunter Geschlechtsidentität und Ausdruck der Geschlechtlichkeit), oder die Personen eines bestimmten Geschlechts unverhältnismäßig trifft. Frauen und Mädchen aller Altersgruppen und gesellschaftlichen Schichten sind am stärksten von geschlechtsspezifischer Gewalt betroffen. Es kann sich um körperliche, sexuelle und/oder psychologische Gewalt handeln. Sie umfasst:

  • Gewalt in engen Beziehungen
  • sexuelle Gewalt (darunter Vergewaltigung, sexuelle Übergriffe und Belästigungen oder Nachstellen)
  • Sklaverei
  • schädliche Bräuche wie Zwangsehen, weibliche Genitalverstümmelung und so genannte Ehrendelikte
  • Gewalt im Internet und Belästigung unter Verwendung neuer Technologien 

Was tut die EU?

Mehr und bessere Dokumentation zur geschlechtsspezifischen Gewalt

Gewalt wird nach wie vor leider zu selten angezeigt: Lediglich jede dritte Frau, die von ihren Partnern physisch oder sexuell missbraucht wird, nimmt Kontakt mit den Behörden auf. Zudem werden Beschwerden nicht systematisch aufgezeichnet, und die erhobenen Verwaltungsdaten lassen sich zwischen den EU-Ländern nicht vergleichen.

Die Europäische Kommission arbeitet mit den EU-Ländern und anderen EU-Einrichtungen bei der Sammlung von mehr und besseren Informationen zusammen und wird auf diese Weise der geschlechtsspezifischen Gewalt besser entgegenwirken können.

Eurostat arbeitet derzeit gemeinsam mit dem Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) bei der Erfassung von Daten zusammen, deren erste Ergebnisse 2015 erwartet werden. Die erfassten Daten beinhalten Informationen zu „absichtlichem Totschlag“, Vergewaltigung und anderen sexuellen Übergriffen, sowie Angaben zum Geschlecht der Opfer. Im Zusammenhang mit „absichtlichem Totschlag“ werden auch Daten zur Beziehung des Opfers mit dem Täter erfasst.

Das Europäische Institut für Gleichstellungsfragen (EIGE) hat ein Online-Kartierungstool für administrative Datenquellen und dazugehörige statistische Produkte entwickelt und verschiedene Studien über Gewalt gegen Frauen und Geschlechtsverstümmelung von Mädchen und Frauen erstellt.

Justiz-Themen auf Twitter