Die Situation in der EU
Wie wird der Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern berechnet?
Auf EU-Ebene werden die Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern definiert als der Unterschied der durchschnittlichen Bruttostundenlöhne von Frauen und Männern in der gesamten Volkswirtschaft.
Im Jahr 2010 beträgt er im EU-Durchschnitt schätzungsweise 16,4 %. Er ist einer der strukturellen Indikatoren, die zur Überwachung der europäischen Strategie für Wachstum und Beschäftigung herangezogen werden. Dieser Indikator wurde als „unbereinigt“ definiert (er berücksichtigte beispielsweise keine individuellen Merkmale, die den Lohnunterschied teilweise erklären können), weil er ein Gesamtbild der geschlechtsspezifischen Diskriminierung und Ungleichheiten auf dem Arbeitsmarkt darstellt, das die geschlechtsbedingten Lohndifferenzen erklärt.
Kennzahlen zur beruflichen Gleichheit von Frauen und Männern in Bezug auf die Lohnunterschiede
Nach den neuen Eurostat-Schätzungen (auf der Grundlage der Verdienststrukturerhebung) bestehen in dieser Hinsicht offenbar erhebliche Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten. Das Lohngefälle reicht von weniger als 10 % in Italien, Malta, Polen, Slowenien, Rumänien, Portugal und Belgien bis zu über 20 % in der Slowakei, Zypern, Deutschland und Griechenland sowie über 25 % in Estland, in der Tschechischen Republik und Österreich.
Allerdings ist der Lohnunterschied kein Indikator für die Gleichstellung von Frauen und Männern insgesamt, da er sich nur auf Personen in bezahlten Beschäftigungsverhältnissen bezieht. Er muss in Verbindung mit anderen Indikatoren gesehen werden, die mit dem Arbeitsmarkt zusammenhängen. Dies spiegelt in der Regel die unterschiedlichen Beschäftigungsmuster von Frauen wider. In den meisten Ländern mit einer geringen Frauenbeschäftigungsquote (z. B. Malta, Italien, Griechenland, Polen) sind die Lohnunterschiede geringer als im Durchschnitt, worin sich der kleine Anteil gering- oder unqualifizierter Frauen bei den Arbeitskräften widerspiegeln kann. Große Lohnunterschiede sind in der Regel typisch für einen Arbeitsmarkt mit hoher Segregation (z.B. Zypern, Estland, Slowakei, Finnland) oder mit einem signifikanten Anteil von Frauen in Teilzeitarbeitsverhältnissen (z. B. Deutschland, Vereinigtes Königreich, Niederlande, Österreich, Schweden). Institutionelle Mechanismen und Systeme der Lohnfestsetzung können ebenfalls Auswirkungen auf die Lohnunterschiede haben.
Land |
Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern |
|---|---|
|
Belgien |
8,8 |
|
Bulgarien |
15,7 |
|
Tschechische Republik |
25,5 |
|
Dänemark |
16,0 |
|
Deutschland |
23,1 |
|
Estland |
27,6 |
|
Irland |
12,6 |
|
Griechenland |
22,0 |
|
Spanien |
16,7 |
|
Frankreich |
16,0 |
|
Italien |
5,5 |
|
Zypern |
21,0 |
|
Lettland |
17,6 |
|
Litauen |
14,6 |
|
Luxemburg |
12,0 |
|
Ungarn |
17,6 |
|
Malta |
6,1 |
|
Niederlande |
18,5 |
|
Österreich |
25,5 |
|
Polen |
1,9 |
|
Portugal |
12,8 |
|
Rumänien |
12,5 |
|
Slowenien |
4,4 |
|
Slowakei |
20,7 |
|
Finnland |
19,4 |
|
Schweden |
15,8 |
|
Vereinigtes Königreich |
19,5 |
|
EU-27 |
16,4 |
Eurostat 2010 ausgenommen EE, EL (2008). AT, BE, ES, IE, FR, IT, CY: vorläufige Quelle
Links
-
The gender pay gap in the Member States of the European Union: quantitative and qualitative indicators - Belgian Presidency report 2010
-
The gender pay gap in the Member States of the European Union: quantitative and qualitative indicators - Summary of the Belgian Presidency report 2010
-
Employment and social policy indicators
Hier finden Sie alle Dokumente zum geschlechtsspezifischen Lohngefälle
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