Navigationsleiste

Startseite

Die Situation in der EU RSS

Wie wird der Lohnunterschied zwischen Männern und Frauen berechnet?

Auf EU-Ebene werden die Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern definiert als der relative Unterschied bei den durchschnittlichen Bruttostundenlöhnen von Frauen und Männern in der gesamten Volkswirtschaft.

2011 wurde das durchschnittliche geschlechtsspezifische Lohngefälle in der EU auf 16,2 % geschätzt. Dieser Indikator wurde jedoch als unbereinigt definiert, da er nicht um die Unterschiede bei den individuellen Eigenschaften oder anderen nachweisbaren Faktoren bereinigt wurde, die einen Teil der Lohnunterschiede erklären können. Er vermittelt jedoch einen allgemeinen Eindruck von der Diskriminierung aufgrund des Geschlechts und der damit verbundenen Einkommensunterschiede.

Eckdaten zur Gleichberechtigung von Männern und Frauen am Arbeitsplatz und zum geschlechtsspezifischen Lohngefälle

Nach den neuen Eurostat-Schätzungen (auf der Grundlage der Verdienststrukturerhebung) bestehen in dieser Hinsicht offenbar erhebliche Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten. Das Lohngefälle reicht von weniger als 10 % in Italien, Luxemburg, Slowenien und Polen bis hin zu über 20 % in Deutschland, Griechenland, Österreich, der Slowakei, der Tschechischen Republik und dem Vereinten Königreich. An der Spitze steht Estland mit 25 %.

Allerdings ist der Lohnunterschied kein Indikator für die Gleichstellung von Frauen und Männern insgesamt, da er sich nur auf Personen in bezahlten Beschäftigungsverhältnissen bezieht. Er muss im Zusammenhang mit anderen Arbeitsmarktindikatoren betrachtet werden, vor allem mit den unterschiedlichen Beschäftigungsmustern von Frauen. In Ländern mit niedrigem Frauenanteil an der erwerbstätigen Bevölkerung, z. B. Italien, liegt der geschlechtsspezifische Lohnunterschied unter dem Durchschnitt. Das kann auf den geringen Anteil gering qualifizierter oder ungelernter Frauen am Arbeitsmarkt zurückgeführt werden. Große Lohnunterschiede sind in der Regel typisch für stark segmentierte Arbeitsmärkte mit hoher Konzentration weiblicher Beschäftiger in einigen bestimmten Industriezweigen und/oder Berufen zu verzeichnen (z. B. Tschechische Republik, Estland und Finnland) oder in denen viele Frauen in Teilzeit arbeiten (z. B. Deutschland und Österreich). Institutionelle Mechanismen und Systeme der Lohnfestsetzung können ebenfalls Auswirkungen auf die Lohnunterschiede haben.

 

Land

Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen 2011

 EU-27

 16,2

Belgien

10,2

Bulgarien

13

Tschechische Republik

21

Dänemark

16,4

Deutschland

22,2

Estland

27,3

Irland

13,9 (2010)

Griechenland

22,0 (2008)

Spanien

16,2

Frankreich

14,7

Italien

5,8

Zypern

16,4

Lettland

13,6

Litauen

11,9

Luxemburg

8,7

Ungarn

18

Malta

12,9

Niederlande

17,9

Österreich

23,7

Polen

4,5

Portugal

12,5

Rumänien

12.1

Slowenien

2,3

Slowakei

20,5

Finnland

18,2

Schweden

15,8

Vereinigtes Königreich

20,1

Quelle: Eurostat 2011, ausgenommen EL (2008) und IE (2010).

Links

 

Dokumente zum „geschlechtsspezifischen Lohngefälle“ Übersetzung für diesen Link wählen .