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Sozialer Dialog / Sozialpartner

Der Aktionsrahmen für die Gleichstellung der Geschlechter, der 2005 zwischen den europäischen Sozialpartnern vereinbart wurde, enthält eine Verpflichtung zur Reduzierung der Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern und zur Förderung gleicher Bezahlung für gleichwertige Arbeit. Aus den Follow-up-Berichten geht hervor, dass die Sozialpartner auf nationaler Ebene verschiedenste Maßnahmen durchgeführt haben.

Belgien

In Belgien werden die Sozialpartner durch Branchenvereinbarungenpdf dazu angehalten, bei beruflichen Einstufungen geschlechtsneutrale Kriterien anzuwenden.

Deutschland

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend fördert das Forschungsprojekt „Lohnverhandlungen und Equal Pay“ , das die Auswirkungen von Tarifverhandlungen auf das geschlechtsspezifische Lohngefälle untersucht. Das Projekt wurde im Dezember 2012 gestartet. Dabei wird in Zusammenarbeit mit den Sozialpartnern erkundet, wie Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen im Rahmen von kollektiven Lohnverhandlungen abgebaut werden können.

Finnland

In Finnland wurden separat ausgehandelte Anpassungen der Tariftabellen vorgenommen. Dem Aspekt der geschlechtsneutralen Vergütung wurde bei den Verhandlungen über die nationalen Tarifverträge in Form eines „Gleichheitszuschlags“ Rechnung getragen. Eigene Verhandlungen über Lohnerhöhungen für Arbeitnehmerinnen der untersten Lohngruppen haben wesentlich zur Verringerung der Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern in verschiedenen Branchen mit überwiegendem Frauenanteil beigetragen.

Frankreich

In Frankreich schreibt das Gesetz über die Lohngleichheit bei Frauen und Männern von 2006 die Einbeziehung des Aspekts der Geschlechtergleichheit bei Tarifverhandlungen vor. Außerdem verpflichtet das Gesetz Unternehmen, über Löhne und Gehälter Bericht zu erstatten und Pläne zum Abbau des geschlechterspezifischen Lohngefälles aufzustellen.

Luxemburg

In Luxemburg müssen Tarifveträge genaue Bestimmungen über die Anwendung des Grundatzes der Entgeltgleichheit zwischen Männern und Frauen enthalten. Der Tarifvertrag muss unter anderem Vorschriften über die Umsetzung dieses Grundsatzes in Unternehmen enthalten, in denen der Vertrag zur Anwendung gelangt. Ferner muss die Erstellung eines Plans zur Gewährleistung der Gleichheit bei Beschäftigung und Entlohnung Verhandlungsgegenstand sein (Gesetz vom 30. Juni 2004pdf).

Vereinigtes Königreich

Im Vereinigten Königreich hat eine Vereinbarung zwischen den Sozialpartnern – Agenda for Change – zur Einführung eines neuen Vergütungssystems im National Health Service geführt. Es beinhaltet umfassende Arbeitsbewertungen und Vergütungsüberprüfungen, die zu einer besseren Gleichstellung von Männern und Frauen in Bezug auf Bezahlung, Einstufung, Zugang zu Karriereentwicklung und Arbeitszeiten geführt haben.

Auf kommunaler Ebene hat das Single Status Agreement – eine Vereinbarung über die Zusammenfassung aller Lohngruppen zu einer einzigen Gruppe – bewirkt, dass gering bezahlte und unterbewertete Arbeit, die von vielen Frauen im Pflegebereich ausgeübt wird, neu bewertet wurde.

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