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Einkommensberichte in Unternehmen, Österreich

In Österreich wurden 2011 im Rahmen des Gleichstellungsgesetzes Maßnahmen ergriffen, um das geschlechtsspezifische Lohngefälle zu vermindern und Transparenz in Vergütungssystemen herzustellen. Dies wurde 2008 im nationalen Aktionsplan für die Gleichstellung zwischen Frauen und Männern auf dem Arbeitsmarkt hervorgehoben. Die Schritte zielen auf die Verringerung des geschlechtsspezifischen Lohngefälles in Österreich ab, das derzeit bei 25,5 % liegt (Eurostat 2010, vorläufige Daten). Hier erhalten Sie mehr Informationen über die Situation in Österreich Übersetzung für diesen Link wählen .

Das Gleichstellungsgesetz

Das geänderte Gleichstellungsgesetz verlangt von Arbeitgebern mit mehr als 1 000 Arbeitnehmern, einen Einkommensbericht für 2011 und nachfolgend alle zwei Jahre zu erstellen. Dieser wird 2012 für Unternehmen mit mehr als 500 Arbeitnehmern eingeführt, 2013 für Unternehmen mit 250 Arbeitnehmern und 2014 für Unternehmen mit 150 Arbeitnehmern.

Der Bürgerbeauftragte für Gleichstellung hat auch die Aufgabe, Einkommensdaten bereitzustellen und Unternehmen zu helfen, ihre Gehaltsdaten transparent zu gestalten. Der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) und die Österreichische Arbeitskammer haben aktiv an der Entwicklung dieser Maßnahmen teilgenommen, um die Transparenz der Vergütung zu verbessern.

Die Vergütung transparent gestalten

Durch die Einkommensberichte soll die Vergütung von Frauen und Männern transparent gemacht werden und damit das geschlechtsspezifische Lohngefälle in einem Unternehmen identifiziert und ausgeglichen werden. Die Berichte basieren auf den Beschäftigungsgruppen, die in den Tarifvereinbarungen für jedes Unternehmen festgelegt sind. Da Tarifverträge für mehr als 90 % aller Arbeitnehmer gelten, kann dies in den meisten Unternehmen angewendet werden.  Wo jedoch keine Tarifverträge gelten, muss der Einkommensbericht die in der Gehaltsstruktur des Unternehmens festgelegten Lohnniveaus darlegen. Für den Fall, dass keine Gehaltsstruktur existiert, muss der Arbeitgeber die Berufsgruppen im Unternehmen festlegen.

Die Berichte müssen Informationen zu folgenden Themen enthalten:

  • Die Lohnniveaus von Frauen und Männern in jeder Gehaltsgruppe;
  • Das Durchschnittseinkommen (die Summe aller Einkommen einer Gruppe, dividiert durch die Anzahl von Angestellten) oder das mittlere Einkommen (der numerische Wert auf Grundlage des Mittelwerts des jeweils niedrigsten und höchsten Betrags) von Frauen und Männern nach Berufsgruppe und Lohnniveau;
  • Alle Arten von Gehalt – Boni, Prämien, Überstunden, Sachleistungen etc.;
  • Vollzeitstellen-Äquivalente zu Teilzeit- und unterjähriger Beschäftigung.

Der Bericht muss an den Betriebsrat geleitet werden. In Unternehmen, die keinen Betriebsrat haben, muss der Bericht allen Arbeitnehmern verfügbar gemacht werden.

Unterstützung von Unternehmen und Betriebsräten

Um auf das Thema aufmerksam zu machen und die Kompetenz der Unternehmen aufzubauen, welche Einkommensberichte erstellen, werden diese durch die Bundesministerin für Frauen und öffentlichen Dienst, zusammen mit den Sozialpartnern und dem Gleichstellungsbeauftragten unterstützt. Zu den verfügbaren Ressourcen gehören ein Leitfaden, der erklärt, wie der Einkommensbericht erstellt werden und die Daten berechnet werden, eine Broschürepdf und Anleitung für Gewerkschaftenpdf sowie Informationsseminare für Arbeitgeber.

Ein Online-Gehaltsrechner

Ein Gehaltsrechner wurde entwickelt, um Arbeitnehmern das Erstellen von Einkommensberichten zu erleichtern. Er ermöglicht die Berechnung des angemessenen Lohnniveaus nach Qualifikation, Beschäftigung und anderen Faktoren. Er kann auch von Arbeitnehmern als Informationsquelle über die angemessenen Lohnniveaus ihrer derzeitigen Arbeitsplätze oder als Hintergrundinfo für Vorstellungsgespräche genutzt werden. Der Gehaltsrechner berücksichtigt die Ausbildung, Berufserfahrung und die Art der ausgeführten Arbeit. Durch diese Daten lassen sich die Unterschiede der Bezahlung zwischen Frauen und Männern für gleiche und gleichwertige Arbeit erkennen.

Vorteile für Arbeitnehmer und Gesellschaft

Beide Werkzeuge bieten das Potential für mehr Transparenz in Vergütungssystemen. Sie sind dafür gedacht, unter Arbeitgebern und Arbeitnehmern das Bewusstsein für das geschlechtsspezifische Lohngefälle, seine Ursachen und seine Beseitigung zu schärfen. Unternehmen werden jedoch nicht mit Sanktionen dazu bewegt, die Lohnungerechtigkeiten zu beseitigen, die im Einkommensbericht identifiziert wurden. Trotzdem hatten bis Ende 2011 zwei Drittel der Unternehmen ihre Einkommensberichte innerhalb der erforderlichen Frist ausgeführt.

Weitere Beispiele zur Verringerung des geschlechtsspezifischen Lohngefälles finden Sie unter: Seminar für den Austausch bewährter Verfahren 2011 Übersetzung für diesen Link wählen  (EN).


Hier finden Sie alle Dokumente zum geschlechtsspezifischen Lohngefälle Übersetzung für diesen Link wählen .