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Logib-D, Deutschland

In Deutschland sind die gleichen Rechte für Frauen und Männer in Artikel 3 (2) des Grundgesetzes festgeschrieben. Gleiche Bezahlung für gleiche oder gleichwertige Arbeit sowie die Vorbeugung von Diskriminierung sind im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) verankert. Trotz dieser rechtlichen Zusicherungen liegt der Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern derzeit bei 23,1 % (unbereinigtes Lohngefälle, Eurostat, 2010). Hier erhalten Sie mehr Informationen über die Situation in Deutschland Übersetzung für diesen Link wählen .

Lohnungerechtigkeiten erkennen

Logib-D: Lohngleichheit im Betrieb - Deutschland ist ein Gehaltsrechner und Überprüfungsprogramm, das nach Vorlage des Schweizer Modells vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) entwickelt wurde. Es wurde entwickelt, um die Aufmerksamkeit in Unternehmen und Organisationen auf die geschlechtsspezifischen Lohnunterschiede zu lenken und aufzuzeigen, wie diese beseitigt werden können. Es besteht aus einem Gehaltsrechner, mit dem die Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern in der Gehaltsstruktur eines Unternehmens identifiziert werden können und beinhaltet zusätzlich Beratungsdienste, die dabei helfen, die Lohnunterschiede zu analysieren und zu beseitigen.

Logib-D identifiziert die Faktoren, die das geschlechtsspezifische Lohngefälle bestimmen, wenn die Eigenschaften des Arbeitsverhältnisses gleich sind. Zu den Beschäftigungsmerkmalen gehören der Bruttostundenlohn, Bildung, Anzahl der Berufsjahre und Betriebszugehörigkeit. Eine erweiterte Analyse des Jobprofils kann zum Beispiel auf Grundlage von Qualifikationen, Berufserfahrung und Fortbildung, die Anforderungen oder Komplexität der Arbeit und die dafür notwendige Ausbildung und Berufserfahrung durchgeführt werden. Daneben können auch der berufliche Status und Führungsaufgaben berücksichtigt werden.

Das Instrument besteht aus einem einfach anzuwendenden Test, der online als Web-Tool verfügbar ist. Nach Eingabe der notwendigen Details erhält der Arbeitgeber einen anonymen Bericht mit einer Analyse der Gehaltsstruktur und einer Diagnose des in dem Unternehmen gefundenen geschlechtsspezifischen Lohngefälles. Dies kann auf Grundlage des unbereinigten Lohngefälles analysiert werden oder als Lohngefälle, bei dem Kriterien wie unterschiedliche Qualifikationsniveaus eine Rolle spielen. Das bereinigte geschlechtsspezifische Lohngefälle ist sinnvoll, da die Organisation oder das Unternehmen so die Schlüsselfaktoren für das Auftreten des geschlechtsspezifischen Lohngefälles bewerten kann, wie etwa die Unterrepräsentation von Frauen in Führungspositionen.

Das BMFSFJ bot kostenlose Beratungsdienste für die ersten 200 Betriebe, die Interesse an der Anwendung des Werkzeugs bekundeten. Daraus ist eine Fachkompetenz entstanden, mit der Betrieben bei der Analyse der Logib-D-Ergebnisse und der Verminderung des geschlechtsspezifischen Lohngefälles geholfen wird. Grundlage dafür ist der Bericht eines Beraters und Empfehlungen dazu, wie Betriebe das Lohngefälle ausgleichen können. Die Ergebnisse sind vertraulich und werden nicht veröffentlicht. Betriebe, die diese Prüfung abgeschlossen und an einem Workshop mit einem Berater teilgenommen haben, können ein Logib-D geprüft Gütesiegel erhalten.

Vorteile für Unternehmen und Sozialpartner

Bis 2011 hatten etwa 500 Unternehmen das Logib-D-Werkzeug genutzt, 94 Unternehmen wurden gerade von Beratern unterstützt und 25 war das Gütesiegel verliehen worden. Die Rückmeldungen derer, die an den Workshops teilgenommen hatten zeigte die Bemühungen dieser Unternehmen, die Personalpolitik zu verbessern, die Zahlungssysteme neu zu strukturieren und/oder Maßnahmen zu ergreifen, um mehr Frauen in besser bezahlte Positionen zu bringen.

Logib-D ist besonders relevant für die in Gehaltsverhandlungen einbezogenen Sozialpartner, da diese dadurch Zugang zu transparenten Daten über Gehaltsunterschiede bekommen, welche nützlich für die gemeinsame Vereinbarung von Gehaltsstufen sein können.

Nach Informationen des BMFSFJ hat Logib-D geholfen, Gehaltsunterschiede hervorzuheben, die durch die Unterrepräsentation von Frauen in höher qualifizierten und Führungspositionen entstehen sowie durch die fehlenden Möglichkeiten von Teilzeitarbeit in diesen Positionen. Das BMFSFJ regt außerdem an, dass Logib-D Unternehmen helfen kann, Maßstäbe bei Personal- und Zahlungsmaßnahmen zu setzen. Daneben kann die Gleichbehandlung sich positiv auf die Motivation von Arbeitnehmern, ihre Zufriedenheit bei der Arbeit, ihre Loyalität gegenüber dem Unternehmen sowie ihre Produktivität auswirken. Unternehmen können so ihr internes und externes Ansehen verbessern und einen Vorteil im Wettbewerb um die besten Arbeitnehmer erlangen. 

Weitere Beispiele zur Verringerung des geschlechtsspezifischen Lohngefälles finden Sie unter  Seminar für den Austausch bewährter Verfahren 2011 Übersetzung für diesen Link wählen  (EN).


Hier finden Sie alle Dokumente zum geschlechtsspezifischen Lohngefälle Übersetzung für diesen Link wählen .