Navigationsleiste

  • 
    Text verkleinern
  • 
    Text vergrößern
Leitseite

Verfahren am Arbeitsplatz – Betriebliche Gleichstellungsprogramme und Untersuchung der Gleichstellungssituation

Die am Arbeitsplatz praktizierten Verfahren können eine Entwicklung von Gleichstellungsprogrammen sowie Untersuchungen der Gleichstellungssituation im Unternehmen in Gang setzen.

Gemäß dem schwedischen Diskriminierungsgesetz von 2008 sind Arbeitgeber mit mehr als 25 Beschäftigten verpflichtet, alle drei Jahre die Gehaltsunterschiede zwischen Frauen und Männern zu überprüfen und zu analysierenpdf. Dazu gehört auch die Untersuchung von Vergütungssystemen und -praktiken sowie von gleichen oder gleichwertigen Tätigkeiten. Das Gesetz zielt darauf ab, „ungerechte geschlechtsbedingte Lohnunterschiede und Arbeitsbedingungen aufzudecken, zu korrigieren und zu verhindern“. Von Arbeitgebern wird verlangt, dass sie in einem Aktionsplan Gehaltsanpassungen sowie sonstige Maßnahmen festlegen, mit denen sich eine Lohngleichstellung für gleichwertige Arbeit erreichen lässt. Ferner sieht das Gesetz eine Mitarbeit der Gewerkschaften an den Erhebungen und dem Aktionsplan für Lohngleichstellung vor. Gehaltserhebung und Aktionsplan ergänzen den Gleichstellungsplan, welcher ebenfalls im Drei-Jahres-Rhythmus von Arbeitgebern mit mehr als 25 Beschäftigten aufgestellt wird. Die Einführung der Gehaltserhebungen zog zum Teil äußerst interessante Konsequenzen mit sich. Die Erhebungen unterstützten die Gewerkschaften sehr in ihren Verhandlungen mit den Arbeitgebern, da sie für transparentere Gehaltsdaten und für eine bessere Wahrnehmbarkeit der geschlechtsspezifischen Lohnunterschiede sorgten.

Das Vereinigte Königreich hat mit seinem Gleichstellungsgesetz von 2010 die Rechtsvorschriften zur Gleichstellung von Frauen und Männern in England, Schottland und Wales modernisiert und gestärkt. So sieht beispielsweise eine neue Regelung vor, dass Arbeitgeber eine Gehaltserhebung durchführen und das in ihrem Unternehmen bestehende geschlechtsspezifische Lohngefälle freiwillig verringern können. Artikel 78 des Gleichstellungsgesetzes ermächtigt den Gesetzgeber dazu, von großen Arbeitgebern mit mehr als 250 Beschäftigten die Erhebung und Veröffentlichung ihres internen geschlechtsspezifischen Lohngefälles zu fordern. Demnach können Arbeitgeber bis Ende April 2013 im Rahmen einer freiwilligen Selbstverpflichtung Bericht über die Gehaltslücke im eigenen Unternehmen erstatten und entsprechende Abhilfemaßnahmen ergreifen. Sollten sie dem nur in unzureichendem Maße nachkommen, kann die Verpflichtung zur Feststellung des geschlechtsspezifischen Lohngefälles in Unternehmen gesetzlich verankert werden.

Zu den in anderen Ländern geltenden Regelungen gehören jährliche Aktionspläne für Unternehmen mit mehr als 30 Mitarbeitern (Finnland), positive Aktionsprogramme im privaten Sektor (Luxemburg), Umfragen bezüglich der Gleichstellungsthematik in Unternehmen (Österreich) und Gleichstellungsprogramme am Arbeitsplatz (Spanien).


Hier finden Sie alle Dokumente zum geschlechtsspezifischen Lohngefälle Übersetzung für diesen Link wählen .