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Sonstige Maßnahmen der Sozialpartner

Niederlande

In den Niederlanden setzen sich Gewerkschaftsbünde aktiv für die Bekämpfung von Lohnunterschieden zwischen Frauen und Männern ein. So hat etwa der niederländische Dachverband FNV Aufklärungsmaßnahmen zum Thema Lohngleichstellung durchgeführt, die Angelegenheit in Tarifverhandlungen zur Sprache gebracht und gemeinsam mit dem Institut für wissenschaftliche Arbeitsstudien (AIAS) der Universität Amsterdam einen Gehaltsindikator entwickelt, mit dem Arbeitgeber und Arbeitnehmer die für eine Tätigkeit angemessene Entlohnung berechnen können. Der Gehaltsindikator wird von der zentralen Stiftung für Arbeit eingesetzt. Die Sozialpartner haben außerdem in Zusammenarbeit mit der Regierung am jährlichen Equal Pay Day teilgenommen, um unter Arbeitgebern und Arbeitnehmern das Bewusstsein für das geschlechtsspezifische Lohngefälle zu schärfen.

Vereinigtes Königreich

Die Gewerkschaften im Vereinigten Königreich blicken auf eine lange Kampagnentradition zur Problematik der Lohngleichheit zurück. Viele Kampagnen und Gewerkschaftsinitiativen zu diesem Thema werden in den „Equal-Pay-Archiven“ mithilfe von einschlägigen Videoclips, Filmen und Archivmaterialien dokumentiert. Abgerundet wird das Informationsangebot durch Zeitzeugeninterviews, die am Rande von Gerichtsprozessen um Lohngleichheit mit Frauen und Gewerkschaftsvertretern geführt wurden.

Die Gewerkschaft für den öffentlichen Dienst Unison führt seit vielen Jahren Kampagnen im Kampf um Lohngleichstellung durch und hat Verhandlungsleitlinien für Gewerkschaftsvertreter sowie eine Strategie zur Erzielung von Lohngleichheit erarbeitet. Unison hat zum einen viele Frauen durch Prozesse begleitet und war zum anderen an der Verhandlung zweier Verträge von historischer Bedeutung beteiligt, dem so genannten „Single Status Agreement“ im Kommunalwesen und der „Agenda for Change“ im Gesundheitswesen. Diese führten dazu, dass die Arbeit von Frauen neu bewertet wurde.

Mit „Close the Gap“ wurde in Kooperation mit der Regierung, den Arbeitgebern und Gewerkschaften Schottlands eine weitere Initiative zur Beseitigung des geschlechtsspezifischen Lohngefälles entwickelt. Diese stellt Ressourcen, Leitlinien und Informationen zur Sensibilisierung bereit und fördert einen positiven Ansatz zur Reduzierung der Lohnunterschiede. Zu den Projektbeteiligten gehören die schottische Regierung, Scottish Enterprise, Highlands and Islands Enterprise, Skills Development Scotland, die Gleichstellungs- und Menschenrechtskommission und der gewerkschaftliche Dachverband Scottish Trades Union Congress (STUC).

Belgien

Der belgische Gewerkschaftsverband hat im Jahr 2004 eine Charta zum Gender-Mainstreaming unterzeichnet. Diese veränderte den Arbeitsansatz der Gewerkschaften und schuf ein System, in dem die Gleichstellung ihren Platz in allen gewerkschaftlichen Tätigkeitsfeldern erhalten würde, z. B. in Form einer angemessenen Repräsentation von Frauen in Entscheidungsprozessen und Tarifverhandlungen.

Eine der Hauptprioritäten bestand in der Überwindung der Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern, was sich in der Organisation eines jährlich stattfindenden Equal Pay Days Übersetzung für diesen Link wählen  manifestiert. Damit soll die auf die bestehenden geschlechtsspezifischen Lohnunterschiede aufmerksam gemacht werden.

Ferner war das Institut für die Gleichstellung von Frauen und Männern in die Reform von Tätigkeitsklassifizierungssystemen im Rahmen des staatlichen Projekts EVA involviert. Dessen Ziel ist der Abbau von Gehaltsunterschieden zwischen Frauen und Männern. Auf Seiten der Sozialpartner entwickelte man mit dem Ziel, der Diskriminierung bei der Klassifizierung von Tätigkeiten beizukommen und die Vergütungssysteme geschlechtsneutral zu gestalten, eine nützliche Checklistepdf.

Weitere Informationen zum Lohngefälle in Belgien finden sich im Jahresberichtpdf des Ministeriums für Beschäftigung und Chancengleichheit.

Maßnahmen der Sozialpartner zur Überwindung des geschlechtsspezifischen Lohngefälles

Den Sozialpartnern kommt eine Schlüsselrolle bei der Thematisierung des geschlechtsspezifischen Lohngefälles am Arbeitsplatz zu. Im Folgenden einige Beispiele für ein mögliches Engagement der Sozialpartner:

  • Durchführung von Gehaltserhebungen sowie Aufstellung von Aktionsplänen zur Feststellung des geschlechtsbezogenen Verzerrungseffekts und von Diskriminierung in Systemen zur Tätigkeitsklassifizierung; Thematisierung der Unterrepräsentation von Frauen in gehobenen und hoch dotierten Positionen;
  • Erarbeitung einer Lohngleichstellungspolitik;
  • Aufwertung der Tätigkeiten von Frauen mithilfe von geschlechtsneutralen Arbeitsbewertungssystemen. Dabei können diskriminierende Einstufungssysteme sowie Vorurteile angegangen werden, die in Bezug auf den Wert der Qualifikationen und Tätigkeiten von Frauen und Männern bestehen;
  • Verminderung der beruflichen Trennung, d. h. der starken Vertretung von Frauen in von Frauen dominierten und gering entlohnten Berufsgruppen;
  • Verbesserung des Zugangs zu besser bezahlten Positionen mit überwiegendem Männeranteil über Bildungs- und Karriereentwicklungsmaßnahmen für Frauen;
  • Förderung von auf Gleichheit basierenden Tarifverhandlungen;
  • Sensibilisierung für das Thema geschlechtsspezifisches Lohngefälle unter den Tarifpartnern und feste Verankerung des Gleichheitsgrundsatzes in der Lohnfestsetzung;
  • Entwicklung von Arbeitszeitleitlinien, die auf positive Flexibilität und Familienfreundlichkeit ausgerichtet sind und von denen Frauen und Männer gleichermaßen profitieren;
  • Aufwertung und Schutz von Teilzeitarbeit sowie Gleichstellung von Stundenlohn und Arbeitsbedingungen in Voll- und Teilzeitstellen.

Hier finden Sie alle Dokumente zum geschlechtsspezifischen Lohngefälle Übersetzung für diesen Link wählen .