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Bekämpfung neuer Drogen RSS

Weiße Tabletten - genaue Zusammensetzung unbekannt © Aidairi, fotolia

In den letzten Jahren kamen vermehrt neue, nicht regulierte synthetische Drogen (so genannte "Legal Highs") auf, die im Internet angeboten und häufig in der Sport‑ und Nachtclubszene konsumiert werden.

Um neue Stoffe auf dem Markt aufzuspüren, hat die EU ein System eingerichtet. Außerdem gibt es einen Mechanismus, mit dem die Risiken bewertet und gefährliche Substanzen EU‑weit verboten werden sollen.

Durch die Entscheidung des Rates betreffend den Informationsaustausch, die Risikobewertung und die Kontrolle bei neuen synthetischen Drogen wird ein Frühwarnsystem geschaffen, das einen raschen Informationsaustausch zu neuen psychoaktiven Substanzen in der EU ermöglicht.

Frühwarnsystem

Wann immer neue Substanzen Bedenken aufwerfen, können die EBDD und Europol einen Gemeinsamen Bericht erstellen, der auf EU‑weiten Informationen zu dem jeweiligen Stoff beruht. Im Anschluss haben die Kommission oder einzelne EU‑Staaten die Möglichkeit, eine Risikobewertung des Stoffes zu verlangen.

Seit 2005 haben die EU‑Länder im Rahmen des Frühwarnsystems mehr als 300 neue psychoaktive Substanzen aufgespürt. Für elf Substanzen wurden Gemeinsame Berichte ausgearbeitet:

  • mCPP (1‑(3‑Chlorophenyl) Piperazin);
  • BZP (1‑Benzylpiperazin);
  • Mephedron (4‑Methylmethcathinon);
  • 4-MA (4-Methylamphetamin);
  • 5-IT (5-(2-Aminopropyl)indol);
  • Methoxetamin (2-(3-Methoxyphenyl)-2-(ethylamino)cyclohexanon);
  • AH-7921 (3,4-Dichlor-N-[[1-dimethylamino)cyclohexyl]methyl]benzamid);
  • 25I-NBOMe  (4-Iod-2,5-dimethoxy-N-(2-methoxybenzyl)phenylethanamin;
  • MDPV (3,4-Methylendioxypyrovaleron);
  • 4,4'-DMAR  (4-methyl-5-(4-methylphenyl)-4,5- dihydrooxazol-2-amin);
  • MT-45 (1-Cyclohexyl-4-(1,2-diphenylethyl)Piperazin). 

Risikobewertung

Die Risikobewertung wird vom Wissenschaftsausschuss der EBDD  (setzt sich aus unabhängigen Wissenschaftlern zusammen), der Europäischen Kommission, Europol und der Europäischen Arzneimittel-Agentur durchgeführt. Grundlage für die Bewertung sind spezielle Kriterien und Richtlinien. Seit 2005 wurden acht Risikobewertungsberichte herausgegeben, und zwar zu BZP Mephedron , 4-MA5-ITpdf(3 MB) Übersetzung für diesen Link wählen , Methoxetaminpdf(4 MB) Übersetzung für diesen Link wählen , AH-7921pdf(3 MB) Übersetzung für diesen Link wählen , 25I-NBOMepdf(3 MB) Übersetzung für diesen Link wählen  und MDPVpdf(4 MB) Übersetzung für diesen Link wählen .

Kontrollieren oder nicht kontrollieren?

Ob die durch den Risikobewertungsbericht gewonnenen Erkenntnisse ausreichen, um die Substanz zu verbieten (und EU‑weite Kontrollmaßnahmen einzuführen), muss die Kommission entscheiden. Im Folgenden kann sie:

  • den Rat darüber unterrichten, dass kein weiterer Handlungsbedarf besteht, oder
  • einen Vorschlag für eine Entscheidung des Rates einbringen, um die Substanz EU‑weit zu kontrollieren.

Vor diesem Hintergrund wurde seit 2005 für vier Stoffe eine EU‑weite Kontrolle eingeführt: BZP pdf български (bg)czech (cs)dansk (da)eesti (et)ελληνικά (el)English (en)español (es)Français (fr)Gaeilge (ga)italiano (it)latviešu (lv)lietuvių (lt)magyar (hu)Malti (mt)Nederlands (nl)polski (pl)português (pt)română (ro)slovenčina (sk)slovenščina (sl)suomi (fi)svenska (sv)Mephedron pdf български (bg)czech (cs)dansk (da)eesti (et)ελληνικά (el)English (en)español (es)Français (fr)Gaeilge (ga)italiano (it)latviešu (lv)lietuvių (lt)magyar (hu)Malti (mt)Nederlands (nl)polski (pl)português (pt)română (ro)slovenčina (sk)slovenščina (sl)suomi (fi)svenska (sv)4-MA pdf български (bg)czech (cs)dansk (da)eesti (et)ελληνικά (el)English (en)español (es)Français (fr)Gaeilge (ga)italiano (it)latviešu (lv)lietuvių (lt)magyar (hu)Malti (mt)Nederlands (nl)polski (pl)português (pt)română (ro)slovenčina (sk)slovenščina (sl)suomi (fi)svenska (sv) und 5-IT pdf български (bg)czech (cs)dansk (da)eesti (et)ελληνικά (el)English (en)español (es)Français (fr)Gaeilge (ga)italiano (it)latviešu (lv)lietuvių (lt)magyar (hu)Malti (mt)Nederlands (nl)polski (pl)português (pt)română (ro)slovenčina (sk)slovenščina (sl)suomi (fi)svenska (sv).

Bewertung der Entscheidung des Rates

Die Kommission hat eine Bewertung des Beschlusses des Rates vorgenommen, um zu überprüfen, ob dieser dem sich rasch wandelnden Markt für neue psychoaktive Substanzen noch ausreichend Rechnung tragen kann. Die im Juli 2011 vorgelegte Bewertung (Bericht pdf български (bg)czech (cs)dansk (da)eesti (et)ελληνικά (el)English (en)español (es)Français (fr)Gaeilge (ga)italiano (it)latviešu (lv)lietuvių (lt)magyar (hu)Malti (mt)Nederlands (nl)polski (pl)português (pt)română (ro)slovenčina (sk)slovenščina (sl)suomi (fi)svenska (sv) und Anhang pdf български (bg)czech (cs)dansk (da)eesti (et)ελληνικά (el)English (en)español (es)Français (fr)Gaeilge (ga)italiano (it)latviešu (lv)lietuvių (lt)magyar (hu)Malti (mt)Nederlands (nl)polski (pl)português (pt)română (ro)slovenčina (sk)slovenščina (sl)suomi (fi)svenska (sv)) führt zu dem Schluss, dass das EU-Rechtsinstrument zwar nützlich zur Bewältigung der neuen Herausforderungen ist, die sich aus neuen psychoaktiven Substanzen ergeben, aber eine Reihe erheblicher Mängel aufweist:

  • Es ist schwerfällig und reaktiv. Deshalb kann damit nicht wirksam auf den Anstieg der Zahl neuer Stoffe reagiert werden.
  • Es liegen nicht genügend Erkenntnisse vor, um angemessene und nachhaltige Entscheidungen zu treffen.
  • Es fehlen Optionen für restriktive Maßnahmen.

Viele der neuen Substanzen sind abgewandelte Produkte aus derselben chemischen Familie und vergleichbar mit Stoffen, die bereits auf nationaler Ebene einer Kontrolle unterliegen. Bestimmte Substanzen enthalten pflanzliche und synthetische Wirkstoffe , die in den einzelnen EU‑Ländern in verschiedenen Mixturen angeboten werden. Ein Beispiel ist Spice, eine Mischung aus pflanzlichen und synthetischen Wirkstoffen, deren Effekte mit Cannabis zu vergleichen sind.

Da neue Substanzen in einer großen Vielfalt existieren und bereits kontrollierte Substanzen schnell durch neue ersetzt werden, ist jegliche Regulierung schwierig.

Konsumenten neigen häufig dazu, diese neuen, nicht regulierten Drogen als sicher einzuschätzen. Tatsache ist aber, dass die Wirkungen zumeist nicht geklärt sind, zumal Informationen über ihre potenziellen schädlichen Auswirkungen für Gesundheit und Gesellschaft kaum verfügbar sind.

Die einzigen Informationsquellen zu potentiellen Wirkungen und Risiken bestehen häufig in Diskussionsbeiträgen in Internet-Foren für Drogenkonsumenten.

Die Kommission hat 2011 zur tiefgreifenden Analysepdf(3 MB) Übersetzung für diesen Link wählen  der durch neue psychoaktive Substanzen aufkommenden Probleme und möglicher Gegenmaßnahmen der EU eine Studie durchgeführt.  Die Ergebnisse dieser ein Jahr später abgeschlossenen Studie flossen in den Folgenabschätzungsberichtpdf ein, der den Legislativvorschlägen der Kommission zu psychoaktiven Substanzen beiliegt.  In diesem Bericht wird begründet, warum auf EU-Ebene neue Maßnahmen hinsichtlich psychoaktiver Substanzen erforderlich sind.

Am 17. September 2013 verabschiedete die Kommission Legislativvorschläge (Verordnung pdf български (bg)czech (cs)dansk (da)eesti (et)ελληνικά (el)English (en)español (es)Français (fr)Gaeilge (ga)italiano (it)latviešu (lv)lietuvių (lt)magyar (hu)Malti (mt)Nederlands (nl)polski (pl)português (pt)română (ro)slovenčina (sk)slovenščina (sl)suomi (fi)svenska (sv)und Richtlinie pdf български (bg)czech (cs)dansk (da)eesti (et)ελληνικά (el)English (en)español (es)Français (fr)Gaeilge (ga)italiano (it)latviešu (lv)lietuvių (lt)magyar (hu)Malti (mt)Nederlands (nl)polski (pl)português (pt)română (ro)slovenčina (sk)slovenščina (sl)suomi (fi)svenska (sv)), um der EU ein rascheres und wirksameres Vorgehen gegen neue psychoaktive Substanzen zu ermöglichen..