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Apotheker

Um als Apotheker bzw. Apothekerin in einem anderen EU-Land arbeiten zu können, müssen Sie bei der Aufsichtsbehörde für diesen Beruf in dem betreffenden Land einen Antrag stellen und dabei Nachweise über Ihre Qualifikationen vorlegen. Die Behörde muss:

  • den Erhalt Ihres Antrags innerhalb eines Monats nach dem Eingang bestätigen und bei Ihnen fehlende Dokumente erfragen, die für die Bearbeitung Ihres Antrags erforderlich sind;
  • Ihre Qualifikationen beurteilen und innerhalb von drei Monaten (oder vier Monaten bei bestimmten komplizierten Fällen im Bereich einer nicht automatischen Anerkennung) entscheiden, ob Ihrem Antrag stattgegeben wird.

Wenn Sie die Entscheidung der Behörde nicht akzeptieren, können Sie bei dem zuständigen Gericht in dem betreffenden Land Widerspruch einlegen. Hinweise darüber, welche Dokumente eine Behörde zur Vorlage fordern kann, finden Sie auch im Verhaltenskodexpdf Übersetzung für diesen Link wählen 

Welche Qualifikationen werden anerkannt?

Automatische Anerkennung

Die Behörden aller EU-Mitgliedstaaten sind verpflichtet, alle Qualifikationen von Apothekern anzuerkennen, die in dem folgenden Dokument aufgeführt sind:

  • Anhang V.6.2 der Richtlinie über die Anerkennung von Berufsqualifikationen

All diese Qualifikationen erfüllen die Basiskriterien für eine automatische Anerkennung, nämlich:

  • eine mindestens fünfjährige Ausbildung, einschließlich eines vierjährigen theoretischen und praktischen Vollzeitstudiums und eines sechsmonatigen Praktikums in einer Apotheke;
  • Vermittlung der in Artikel 44 und Anhang V.6.1 der Richtlinie über die Anerkennung von Berufsqualifikationen aufgeführten Kenntnisse und Fertigkeiten.

Ist Ihre Qualifikation nicht in Anhang V.6.2 aufgeführt, da sie die Basiskriterien nicht erfüllt, kann sie dennoch unter Umständen im Rahmen von Bestimmungen über erworbene Rechte anerkannt werden. Hierzu müssen Sie eine mindestens dreijährige Berufserfahrung innerhalb der letzten fünf Jahre nachweisen (Art. 23).

In einigen EU-Ländern fordern die Behörden von Apothekern eine gewisse Berufserfahrung, bevor sie bestimmte Aufgaben übernehmen dürfen. Sie können diese Anforderung auch an Sie stellen. In diesem Fall müssten Sie den Nachweis erbringen, dass Sie in Ihrem Heimatland die erforderliche Erfahrung erworben haben.

Nicht-automatische Anerkennung

Selbst wenn Ihre Qualifikation als Apotheker/-in die Kriterien für eine automatische Anerkennung nicht erfüllt und nicht in der Richtlinie 2005/36/EG aufgeführt ist, kann sie in anderen EU-Ländern unter Umständen dennoch im Rahmen der „gallgemeinen Regelung“ zur Anerkennung der beruflichen Befähigungsnachweise anerkannt werden..

Sind die zuständigen Behörden jedoch der Auffassung, dass sich Ihre Ausbildung erheblich von der in dem betreffenden Land erforderlichen Ausbildung unterscheidet, müssen Sie unter Umständen eine Eignungsprüfung ablegen oder einen Anpassungslehrgang absolvieren.

Ausführliche Informationen darüber, welche Qualifikationen auf dieser Grundlage anerkannt werden können und welche Bedingungen möglicherweise damit verbunden sind, finden Sie in den Artikeln 10 bis 15 der Richtlinie (2005/36/EG).