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Goldenes Buch empfehlenswerter Praktiken für die elektronische Auftragsvergabe

Gegenwärtig gibt es in Europa etwa 300 elektronische Beschaffungssysteme. Einige von ihnen zeichnen sich durch ihre außerordentlich hohe Leistungsfähigkeit, Zuverlässigkeit und Sicherheit aus. Manche Systeme sind jedoch für ausländische Nutzer nur schwer zugänglich und erfordern unter Umständen die Anwendung länderspezifischer Tools. Zudem ist es für Unternehmen aufgrund der Vielzahl von Benutzerschnittstellen mitunter schwierig, sich an Ausschreibungen zu beteiligen, die auf verschiedenen Plattformen lanciert werden. Häufig müssen die Unternehmen erst lernen, wie man diese Plattformen benutzt, die – im Gegensatz zu anderen Instrumenten des elektronischen Handels wie etwa Websites für Flugbuchungen – noch weit entfernt von einem gemeinsamen „Look-and-feel“ sind.

Auf dem EU-Binnenmarkt für die elektronische Auftragsvergabe gilt es somit, zwei Hindernisse zu überwinden: zum einen das Fehlen grenzüberschreitender Interoperabilität und zum anderen die Komplexität der Schnittstellen. Die Kommission hat zwei Projekte auf den Weg gebracht, um diese Probleme anzugehen:

  • Das Goldene Buch zur Praxis der elektronischen AuftragsvergabeEnglish (en): In der von einem Beratungsunternehmen erstellten Studie werden rund 30 für die öffentliche Auftragsvergabe in der EU genutzte elektronische Plattformen eingehend analysiert. Der Bericht – das Goldene Buch zur Praxis der elektronischen Auftragsvergabe – stellt zum einen empfehlenswerte Verfahren im Bereich der e-Vergabe vor, zum anderen aber auch Praktiken, die es zu vermeiden gilt. Mit der Zusammenstellung dieser Verfahren soll ein Beitrag zur Verbesserung der e-Vergabe-Systeme geleistet werden. Bei der Beurteilung der Frage, ob ein Verfahren als empfehlenswert zu betrachten ist oder nicht, wird neben anderen Kriterien den Bedürfnissen von KMU und grenzüberschreitend tätigen Anbietern, die e Vergabe-Plattformen nutzen, Rechnung getragen.

[ Link zu den einschlägigen PraktikenEnglish (en)]

  • Die e-Vergabe Expertengruppe (e-Tendering Expert Group – e-TEG). Die eTEG hat ein Konzept für ein vorbildliches e-Beschaffungssystem für die Phase vor der Zuschlagserteilung entwickelt. Unter Zugrundelegung dieses Modells hat die Expertengruppe Empfehlungen an öffentliche Auftraggeber, Politiker und Softwareentwickler formuliert. Ziel ist es, die Durchführung elektronischer Vergabeverfahren zu vereinfachen, insbesondere für KMUs und grenzüberschreitend tätige Anbieter.
     

Die beiden Projekte ergänzen einander, gehen das Thema jedoch aus unterschiedlicher Perspektive an. Die e-TEG-Empfehlungen sind zukunftsorientiert und sollen die Konzipierung von e-Vergabesystemen im Interesse einer optimalen Ausgestaltung beeinflussen. Im Goldenen Buch werden ausschließlich bestehende Verfahren beschrieben und analysiert, die sich bereits bewährt haben und mit denen sich das Beratungsunternehmen bei der Nutzung der etwa 30 e-Vergabe-Plattformen vertraut machen konnte. Obwohl sie unabhängig voneinander durchgeführt wurden, sind die beiden Projekte zu ähnlichen Ergebnissen gelangt.

Mit den beiden Berichten (dem Goldenen Buch und dem e-TEG-Bericht) werden alle Akteure des Beschaffungswesens erreicht. Diesen werden praktische Instrumente zur Bewertung des aktuellen Stands ihres Unternehmens sowie Orientierungen für die künftige Entwicklung an die Hand gegeben.


(1)Siehe Mitteilung der Kommission „Eine Strategie für die e-Vergabe“ vom April 2012.