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Kurzinfo eTEN

Ein Gemeinschaftsprogramm
für den europaweiten Aufbau von E-Diensten
zur Schaffung einer Informationsgesellschaft für alle Bürger

Was 

eTEN ist das Programm, mit dem die Europäische Gemeinschaft den Aufbau transeuropäisch ausgerichteter und über Telekommunikationsnetze laufender elektronischer Dienste (E-Dienste) unterstützt. Der Schwerpunkt liegt dabei auf öffentlichen Dienstleistungen, insbesondere in Bereichen, in denen Europa einen Wettbewerbsvorteil hat. Das Programm ist gerichtet auf die beschleunigte Einführung von Diensten zur Stärkung des europäischen Modells einer Gesellschaft, die durch die Einbeziehung aller und den sozialen Zusammenhalt geprägt ist. Damit steht es im Mittelpunkt der eEurope-Initiative zur Schaffung einer „Informationsgesellschaft für alle“. Gefördert werden Dienste von öffentlichem Interesse, die es jedem Bürger, jedem Unternehmen und den Behörden ermöglichen, die Vorteile der vernetzten Gesellschaft für sich zu nutzen und damit die digitale Kluft zu überwinden, durch die eine „unterinformierte Klasse“ zu entstehen droht.

Wasrum

eTEN beruht auf der Politik der transeuropäischen Netze (TEN), die von der Europäischen Union und de Regierungen der Mitgliedstaaten verfolgt wird, um die beim Aufbau des Binnenmarkts auftauchenden Hindernisse für die europaweite Freizügigkeit von Personen, Waren und Dienstleistungen zu beseitigen. Solche Anstrengungen werden seit über einem halben Jahrhundert unternommen und sind weiterhin von größter Bedeutung, um Wohlstand, Stabilität und Sicherheit in Europa angesichts der globalen Herausforderungen bewahren zu können. Die Informationsgesellschaft, auf den immer mehr zur Grundversorgung gehörenden Netzdiensten beruht, bietet zahlreiche Chancen, birgt aber auch beinahe genauso viele Gefahren. Ausgeklügelte Technologien ermöglichen ausgereifte Dienste. Fehlen jedoch die Fähigkeiten für den Zugang zu diesen Diensten und ihre Nutzung, so führen sie zur Ausgrenzung. Die Europäische Union besitzt ein reiches Erbe an Völkern, Kulturen und Traditionen. Dieses Erbe ist eine ihrer Stärken, doch bei der Entwicklung von E-Diensten lauert die Gefahr der Inselbildung, wenn der Dienstleistungsfluss durch Sprachgruppe und nationale Verwaltungsgrenzen unterbrochen wird. Zur Lösung von Problemen dieser Art wurde die Politik der transeuropäischen Telekommunikationsnetze ins Leben gerufen.

Wann

eTEN baute auf den Anstrengungen der technischen Harmonisierung auf, die zur Schaffung von Euro-ISDN als Dienstleistungsplattform unternommen worden waren. Im Jahr 1997 wurden die ersten Programmleitfäden herausgegeben, die dem Programm seine heutige Gestalt gaben. Die Telekommunikationsbranche und die Märkte haben sich seitdem tiefgreifend gewandelt. Deshalb entwickelt sich auch das Programm ständig weiter, damit sich die Anstrengungen auf die Bereiche konzentrieren, in denen sie am meisten benötigt werden. Im Jahr 2002 werden voraussichtlich neue Leitfäden verabschiedet, deren Schwerpunkt noch viel stärker auf öffentlichen Diensten zur Untermauerung des europäischen Gesellschaftsmodells liegen wird.

Wer

eTEN-Projektpartner sind Unternehmen und Einrichtungen, die E-Dienste anbieten möchten. Sie müssen daher die fachlichen Fähigkeiten und die Mittel zur Durchführung eines Projekts und zur anschließenden Nutzung der Ergebnisse haben. Sie müssen also ausreichende Finanzmittel haben (oder diese beschaffen können) sowie über das entsprechende Management und die Personalausstattung verfügen, um den vorgeschlagenen Dienst durchführen zu können. Diese Mischung technischer und betriebswirtschaftlicher Sachkenntnis wird von dem Konsortium erwartet.

Im Gegensatz zu den EU-Forschungsprogrammen können Vorschläge für eTEN auch von einzelnen Einrichtungen unterbreitet werden, sofern sie von allgemeinem Interesse und für den Einsatz in mehreren Mitgliedstaaten ausgelegt sind. Neue Technologien brauchen Zeit, um sich auf dem Markt durchzusetzen. Daraus ergeben sich gute Erfolgsaussichten für an die Forschung anschließende Projekte und Entwicklungsvorhaben, mit denen diese Technologien zur Marktreife gebracht werden.

eTEN unterstützt auch die Aufbauphase. Obwohl TEN-Telekom nicht zum Forschungsrahmenprogramm gehört, ist es ein wichtiges Instrument zur Nutzung der Ergebnisse erfolgreicher Forschungsarbeiten von der technischen Entwicklung bis zur Markteinführung. Private Investoren wenden sich eher den Bereichen zu, die kurzfristig die besten Gewinnaussichten bieten. Es gibt aber viele andere Bereiche, in denen E-Dienste zwar im allgemeinen gesellschaftlichen oder wirtschaftlichen Interesse liegen, aber keine schnelle Amortisierung versprechen, sondern eher langfristige Gewinnaussichten bieten oder keinen direkten finanziellen Nutzen für die Betreiber haben. In diesen Fällen ist rechtfertigt sich eine finanzielle Unterstützung durch die Gemeinschaft und im Rahmen von eTEN.

Wie

eTEN unterscheidet sich von anderen Maßnahmen der Informationsgesellschaft durch seine Ausrichtung auf die „Vorbereitung zum Einsatz“. eTEN unterstützt die Projektpartner bei der Überwindung von Anlaufproblemen und Schwierigkeiten mit der Startfinanzierung. Dadurch werden das geschäftliche Risiko in den ersten Projektphasen und die Kosten des transnationalen Aufbaus verringert. Ferner bietet das Programm Hilfestellung bei rechtlich-organisatorischen Problemen mit öffentlich-privaten Partnerschaften. eTEN fördert öffentlich-private Partnerschaften, weil diese den breiten Zugang zu den Informations- und Kommunikationstechnologien und deren Nutzung erleichtern.

eTEN gibt Hilfestellung in der schwierigen Anlaufphase eines Dienstes, damit die Investoren oder Behörden aufgrund einer sorgfältigen Analyse der wirtschaftlichen Aspekte vor dem Start sachkundige Entscheidungen treffen können. 

eTEN kann einen bestimmten Teil der Gesamtinvestition finanzieren, die erforderlich ist, um den Dienst voll betriebsbereit zu machen (gegenwärtig 10 %, dies kann sich jedoch ändern). In der Anfangsphase, in der der Geschäfts- oder Investitionsplan ausgearbeitet wird, können bis zu 50 % der Kosten übernommen werden. Diese erste Phase, in der die zugrunde gelegten Betriebskosten und die potenziellen Einnahmen oder Einsparungen ausprobiert werden, ist die Voraussetzung für das erfolgreiche Funktionieren eines Dienstes.

Solche Dienste sollen bestimmte positive sozioökonomische Auswirkungen auf die Wirtschaftstätigkeit der Unternehmen und die Beschäftigung haben und sich langfristig ohne Gemeinschaftsunterstützung selbst tragen. Der Gemeinschaftszuschuss dient also dazu, den Partnern die Entwicklung eines überzeugenden Geschäftsplans zu ermöglichen, auf dessen Grundlage sie ihren Geschäftsbetrieb aufbauen können, entweder mit eigenen Mitteln oder mit Unterstützung aus privaten oder öffentlichen Finanzquellen.

Mit einem Wort, eTEN leistet einen wichtigen Beitrag, wenn es darum geht, Dienstleistungen von gesellschaftlichem Interesse von der Idee in die Praxis umzusetzen.

 


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