Initiative für digitale Bibliotheken :: Wissenschaftliche und akademische Informationen
Wissenschaftliche und akademische Informationen
Die digitale Revolution hat die Art der Verbreitung wissenschaftlicher Informationen grundlegend verändert. So gut wie alle Veröffentlichungen stehen nun online zur Verfügung. Der Zugang zu dieser riesigen Menge elektronischer Daten ist für die Innovation unverzichtbar, da die meisten neuen Ideen auf früheren Forschungsergebnissen aufbauen. Zur Sicherung unseres wissenschaftlichen Erbes muss diese Fülle an Informationen angemessen für künftige Generationen bewahrt bleiben.
Wichtige Fragen
Online-Verfügbarkeit
Viele Forscher sprechen sich für ein System mit offenem Zugang aus, bei dem die Veröffentlichungen und Daten allen kostenlos online zur Verfügung stehen.
Die Verleger sind oft anderer Meinung und verweisen darauf, wie viel sie in das System der gegenseitigen Begutachtung und andere kostenintensive Dienstleistungen investieren.
Die Herausforderung besteht darin, einen breiten Zugang mit einem angemessenen Investitionsertrag für die Verleger zu verbinden. Derzeit stehen zwei Alternativen zur Debatte:
- Autor zahlt Veröffentlichung: Der Verfasser eines Artikels (oder die Stelle, die die Forschungsarbeit fördert) zahlt für die Veröffentlichung, und nicht der Nutzer;
- Selbständige Archivierung: Der Verfasser stellt den begutachteten Artikel in ein offenes Archiv – manchmal erst nach einer Sperrfrist, damit der Verleger einen Investitionsertrag erhalten kann.
Bewahrung und Speicherung
Um zu gewährleisten, dass Veröffentlichungen und Forschungsdaten nicht für künftige Generationen verloren gehen.
Wie Bücher und Gemälde muss auch digitales Material verwaltet und gepflegt werden. Andernfalls könnte Folgendes geschehen:
- Dateien lassen sich eventuell nicht mehr lesen, wenn die zu ihrer Speicherung verwendete Hard- oder Software veraltet;
- Material geht verloren, wenn die Speichermedien mit der Zeit zerfallen (manche CD-ROM haben nur eine Lebensdauer von 10 Jahren);
- Unsere Speichersysteme könnten der ungeheuren Menge neuer und sich ändernder Inhalte nicht gewachsen sein.
Die meisten EU-Länder haben keine klare Strategie für die Bewahrung digitaler Inhalte, auch wenn diese Frage inzwischen mehr Beachtung erfährt.Nach der Empfehlung der Kommission zur Digitalisierung und digitalen Bewahrung aus dem Jahre 2006 erklärten sich die nationalen Stellen bereit, ihre diesbezüglichen Anstrengungen zu verstärken, und 2007 verkündeten die Mitgliedstaaten, dass die Bewahrung von Forschungsergebnissen besonders wichtig ist (siehe Schlussfolgerungen des Rates vom November 2007).