Humanes Papillomavirus

Bei Frauen zwischen 15 und 44 Jahren ist Gebärmutterhalskrebs nach Brustkrebs die am zweithäufigsten auftretende Krebsart. In Ländern mit Programmen zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs konnten dessen Auftreten und die damit verbundene Sterblichkeitsrate deutlich verringert werden. Dennoch bleibt Gebärmutterhalskrebs für Frauen in der EU eine der häufigsten Todesursachen.

Gebärmutterhalskrebs wird durch bestimmte Stämme des humanen Papillomavirus (HPV) verursacht. In verschiedenen Studien konnte das HPV in über 90 % der Fälle von Gebärmutterhalskrebs nachgewiesen werden.

EU-Zulassung für zwei HPV-Impfstoffe

Nachdem der wissenschaftliche Ausschuss der Europäischen Arzneimittel-Agentur grünes Licht gegeben hatte, genehmigte die EU das Inverkehrbringen von zwei HPV-Impfstoffen:

Diese Impfstoffe verhindern die Infizierung mit zwei Gebärmutterhalskrebs verursachenden Hauptstämmen des HPV.

EU-Plattform der Zusammenarbeit und Expertengruppe

Die EU-Länder nutzen die Plattform VENICE (Vaccine European New Integrated Collaboration Effort – neue europäische integrierte Zusammenarbeit bei Impfstoffen) zum Austausch von Informationen zur HPV-Immunisierung und zu anderen Maßnahmen rund um das HPV.

Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) finanziert die Plattform und hat eine Expertengruppe eingerichtet, die sich mit der Einführung der HPV-Impfung in den EU-Ländern befasst. Der Berichtpdf der Expertengruppe aus dem Jahr 2008 behandelt folgende Schwerpunktthemen:

  • wissenschaftliche Beurteilung des HPV-Impfstoffs,
  • Programme zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs,
  • Zielgruppen,
  • Bereitstellungsstrategien,
  • Kostenaspekte,
  • Überwachung und Bewertung,
  • künftige Forschungsprioritäten.

Krebsfrüherkennung

HPV-Impfstoffe bieten keinen 100-prozentigen Schutz vor Gebärmutterhalskrebs.

Die von den Impfstoffen abgedeckten HPV-Stämme sind die Ursache von etwa 70 % der Fälle von Gebärmutterkrebs weltweit. Zudem schützt kein Impfstoff zu 100 %.

Eine HPV-Impfung ersetzt nicht die regelmäßige Vorsorgeuntersuchung des Gebärmutterhalses.

Den Behörden wird empfohlen, vor der Einführung der HPV-Impfung organisierte, flächendeckende Vorsorgeuntersuchungen des Gebärmutterhalses in Form von Abstrichen (PAP-Tests) durchzuführen. Eine solche Vorsorgeuntersuchung sollte den Europäischen Leitlinien für Qualitätssicherung bei Vorsorge und Diagnose von Gebärmutterhalskrebs entsprechen.

Weitere Informationen finden Sie in der EU-Empfehlung.