Public Health Genomics (PHG)

Die Disziplin „Public Health Genomics“ befasst sich mit der wirksamen und verantwortungsbewussten Umsetzung von genombasiertem Wissen in der Gesundheitspolitik und im Gesundheitswesen.

Da das Thema Gesundheit mittlerweile in allen Politikfeldern der EU eine Rolle spielt, ist eine fundierte Datengrundlage erforderlich. In der gesundheitspolitischen Strategie der EU Übersetzung für diesen Link wählen български (bg) čeština (cs) dansk (da) eesti keel (et) ελληνικά (el) English (en) español (es) français (fr) italiano (it) latviešu valoda (lv) lietuvių kalba (lt) magyar (hu) Malti (mt) Nederlands (nl) polski (pl) português (pt) română (ro) slovenčina (sk) slovenščina (sl) suomi (fi) svenska (sv) 2007 wird die Einbeziehung von genombasiertem Wissen und genombasierten Technologien in bestimmten Bereichen verlangt.

Public Health Genomics European Network (PHGEN)

Ziel dieses europäischen Netzwerks ist es, Bereiche, Themen, Auswirkungen und Anforderungen rund um die europäische Gesundheitspolitik zu ermitteln, die mit Public Health Genomics in Zusammenhang stehen oder sich daraus ergeben.

Zurzeit gibt es für die meisten Erkrankungen noch keine ausgereiften Möglichkeiten, um eine genetische Veranlagung auf der Grundlage allgemeiner Risikoallele zu überprüfen. In zwei bis drei Jahren könnte dies jedoch schon ganz anders sein.

Es sind angemessene Leitlinien für Ärzte zur Beratung ihrer Patienten nötig, die diese Art von Gentests thematisieren und erläutern, wie die gewonnenen Ergebnisse (sobald sie zuverlässiger werden) interpretiert und wann Maßnahmen ergriffen werden müssen.

Das PHGEN arbeitet an der Entwicklung von EU-Leitlinien zur Qualitätssicherung, Bereitstellung und Nutzung von PHG-Informationen und ‑Technologien.

Genomische Gesundheitsfaktoren

Nahezu jede Erkrankung hat konstitutive und/oder erworbene genetische Faktoren. Für ein umfassenderes Verständnis vieler verbreiteter Erkrankungen müssen wir folgende Themen genauer erforschen:

  • genomische Muster, die der Krankheitsdisposition zugrunde liegen;
  • erworbene somatische genomische Mutationen, die einer bestimmten Erkrankung zugrunde liegen (z. B. Krebs) und deren individuellen klinischen Phänotyp prägen.

Mit diesen Informationen können Krankheiten diagnostiziert und neue Behandlungsmöglichkeiten oder weitere spezifische Wirkorte für Arzneimittel ermittelt werden.

Allerdings dauert es lange, bis zuverlässig bewertet werden kann, welcher Nutzen und welche Risiken mit den Tests einhergehen, die zur Ermittlung der genomischen Muster eingesetzt werden, die möglicherweise mit einer Krankheit in Verbindung stehen. Von der Veröffentlichung von neu entdeckten genomischen Markern für Krankheiten, die die öffentliche Gesundheit beeinträchtigen, bis zur möglichen Anwendung dieser Marker in der Gesundheitspraxis vergeht deshalb einige Zeit.

Genomische Tests und Schutz der Privatsphäre

Mit genomischen Tests können Informationen über die individuelle Prädisposition sowie über genomische Muster zum Schutz vor bestimmten Krankheiten gewonnen werden. In Zukunft könnten diese Tests die Grundlage für personalisierte Präventions-, Behandlungs- und Pflegemaßnahmen sein.

Die Verfügbarkeit solcher Informationen weckt aber auch ethische, soziale und rechtliche Bedenken im Hinblick auf die Nutzung dieser Informationen in Bereichen wie Lebens- oder Krankenversicherungen, in denen die ärztliche Schweigepflicht nicht gilt.

Wie sich die weiteren Entwicklungen auf dem Gebiet der modernen Genomik auf die Arbeitsmedizin und auf andere Bereiche der modernen Molekularmedizin, einschließlich der biomedizinischen Forschung und der Gesundheitsforschung, auswirken, wird weiterhin auf EU-Ebene überwacht.