Versorgung mit Radioisotopen für medizinische Zwecke

Radioisotope (Radiopharmazeutika) werden routinemäßig bei nichtinvasiven Diagnose- und Behandlungsmethoden einer Reihe häufig auftretender Krankheiten wie Krebs oder Herz-Kreislauferkrankungen eingesetzt.

Diese spezifischen biologischen Moleküle, die mit medizinischen Radioisotopen gekennzeichnet sind, werden auch als „Tracer“ bezeichnet, da sie es – in sehr geringen Dosen verabreicht – uns ermöglichen, biologische Abläufe zu verfolgen (engl. to „trace“).

Weltweite Knappheit an Radioisotopen

Die am häufigsten verwendeten medizinischen Radioisotope werden in Kernreaktoren produziert. Im Jahr 2008 führte ein nicht geplantes Abschalten aller drei in der EU befindlichen Reaktoren, die Radioisotope produzieren, in der EU zu einer Knappheit an Radioisotopen für medizinische Zwecke (Molybdän-99 / Technetium-99m).

Seither hat sich dieses Phänomen zu einem weltweiten Versorgungsproblem ausgewachsen, da der weltgrößte Molybdän-99-Hersteller, Kanadas National Research Universal Reaktor, kurz NRU, seit Mai 2008 ebenfalls für Reparaturarbeiten abgeschaltet ist.

EU-Bericht über die Versorgung mit Radioisotopen Übersetzung für diesen Link wählen English (en) (Oktober 2009)

In den Schlussfolgerungen des Rates der EU – sichere Versorgung mit medizinischen Radioisotopen Übersetzung für diesen Link wählen English (en) (Dezember 2009) – werden die EU und die Mitgliedstaaten aufgefordert, Vorschläge einzureichen, wie eine Versorgung mit Radioisotopen sichergestellt werden kann.