European Reference Networks

Strategie

Die Gesundheitssysteme in der Europäischen Union sollen eine hochwertige und kosteneffiziente medizinische Versorgung sicherstellen. Besonders schwierig ist dies bei Krankheiten, die eine hohe Konzentration von Ressourcen oder Fachwissen erfordern, oder aber bei seltenen und komplexen Krankheiten.

Die EU-Gesundheitspolitik fördert die Zusammenarbeit zwischen den EU-Ländern, vor allem durch Vernetzung. Einige dieser Netze werden überdies durch die EU-Programme für öffentliche Gesundheit  und Forschung unterstützt, zum Beispiel in den Bereichen seltene Krankheiten , Krebserkrankungen bei Kindern und komplexe neurologische Erkrankungen.

Die Zusammenarbeit findet vor allem im Rahmen bilateraler Abkommen oder gemeinsamer Projekte in spezifischen Fachrichtungen statt. Ein weiteres Arbeitsfeld ist der ungleiche Zugang zu medizinischer Versorgung in der EU. Durch die Schaffung von Europäischen Referenznetzen kann eine effizientere und koordiniertere Nutzung von Ressourcen und Fachkenntnissen gewährleistet werden. [mehr] 

Rechtlicher Rahmen

  • Richtlinie 2011/24/EU  über die Ausübung der Patientenrechte in der grenzüberschreitenden Gesundheitsversorgung;
  • Delegierter Beschluss  der Kommission (Anhang ) mit einer Liste der Kriterien und Bedingungen für Anbieter von Gesundheitsdienstleistungen und Europäische Referenznetze;
  • Durchführungsbeschluss  der Kommission (Anhang ) mit Kriterien für die Einrichtung und Bewertung Europäischer Referenznetze, darunter Austausch und Verbreitung von Informationen über diese Netze

Realisierung der Netze

Die Richtlinie über die Ausübung der Patientenrechte in der grenzüberschreitenden Gesundheitsversorgung sieht vor, dass die Europäische Kommission die Mitgliedstaaten bei der Entwicklung Europäischer Referenznetze unterstützt. Der Durchführungsbeschluss legt Verfahren und Kriterien für die gesamte Existenzspanne der Netze  fest – vom Aufruf zur Einreichung von Vorschlägen bis zur Bewertung, Einrichtung und Evaluierung.

Gremium der Mitgliedstaaten

Das Gremium der Mitgliedstaaten  ist für die Annahme und Beendigung von Netzen und Mitgliedschaften zuständig, wie im Durchführungsbeschluss beschrieben. Es setzt sich aus Vertreterinnen und Vertretern der 28 EU-Mitgliedstaaten und der EWR-Behörden zusammen.  

Europäische Referenznetze und Wissenszentren

Mehrere EU-Länder verfügen bereits über eigene Modelle und Systeme  für die Bestimmung hochspezialisierter Anbieter von Gesundheitsdienstleistungen als Wissens- oder Referenzzentren. Auf diese Weise können sie Wissen und Patientennummern zentralisieren oder aber seltene und komplexe Krankheiten effizienter behandeln.

Europäische Referenznetze – Projekte und Aktivitäten

Die EU hat Pilotnetze und -projekte  für Gruppen seltener oder komplexer Krankheiten sowie solchen mit geringer Prävalenz gefördert. Zu den Europäischen Referenznetzen und der hochspezialisierten medizinischen Versorgung wurden und werden Studien durchgeführt.