Strategie

Antimikrobielle Mittel wie Antibiotika haben die Zahl der Todesfälle aufgrund von Infektionskrankheiten seit ihrer Einführung vor 70 Jahren drastisch reduziert. Leider sind jedoch zahlreiche Mikroorganismen wegen übermäßiger und unsachgemäßer Verwendung dieser Arzneimittel resistent dagegen geworden.

Laut Daten von 2011 sterben jährlich 25 000 Patienten in der EU an antibiotikaresistenten Bakterien. Die in Form von höheren Ausgaben im Gesundheitswesen und Produktivitätsverlusten entstehenden Kosten dieser Resistenz gegen antimikrobielle Mittel belaufen sich auf schätzungsweise 1,5 Milliarden Euro jährlich.

Dies ist besonders deswegen beunruhigend, weil Antibiotika zu einem unerlässlichen Hilfsmittel der modernen Medizin geworden sind. Viele chirurgische Eingriffe könnten ohne sie nicht durchgeführt werden.

Aktionsplan gegen Antibiotikaresistenz (AMR)

Nur mit einem ganzheitlichen, sektorübergreifenden Ansatz, der zahlreiche Fachbereiche umfasst (Human- und Veterinärmedizin, Forschung, Tierzucht, Landwirtschaft, Umwelt, Handel und Kommunikation) kann die Antibiotikaresistenz bekämpft werden. Nur mit gleichzeitig in all diesen Bereichen durchgeführten Maßnahmen kann die Weiterentwicklung von resistenten Bakterien begrenzt und die Wirksamkeit von Antibiotika erhalten bleiben.

Nur durch Einsatz und langfristige Verpflichtungen der Mitgliedstaaten und aller Interessenträger wie Ärzten, Beschäftigten im Gesundheitswesen, Pharmazeuten, Tierärzten und der Öffentlichkeit kann Antibiotikaresistenz eingedämmt werden.

 In dem 2011 von der Kommission vorgelegten Aktionsplan zur Abwehr der steigenden Gefahr der Antibiotikaresistenzpdf sind 12 in Zusammenarbeit mit den EU-Ländern zu treffende Maßnahmen vorgesehen. Daneben werden sieben Bereiche genannt, in denen unmittelbarer Handlungsbedarf besteht:

  • Gewährleistung einer zweckmäßigen Verwendung von Antibiotika bei Mensch und Tier
  • Prävention von mikrobiellen Infektionen und deren Ausbreitung
  • Entwicklung neuer wirksamer Antibiotika oder Behandlungsalternativen
  • Zusammenarbeit mit internationalen Partnern bei der Eindämmung der Antibiotikaresistenzrisiken
  • Verbesserung von Aufsicht und Überwachung in der Human- und Veterinärmedizin
  • Förderung von Forschung und Innovation
  • Verbesserung von Kommunikation und Aufklärung sowie Aus- und Fortbildung

Die Kommission hat eine ausführliche Übersicht über die 12 Aktionen des Plans Übersetzung für diesen Link wählen English (en) mit ihren operationellen Zielen, Aktivitäten und Fristen in Form eines Fahrplans Übersetzung für diesen Link wählen English (en) vorgelegt. Ein Fortschrittsbericht Übersetzung für diesen Link wählen English (en)  zum Aktionsplan gegen Antibiotikaresistenz wurde im Februar 2015 veröffentlicht und zeigt den Stand der getroffenen Maßnahmen.

Die GD Gesundheit und Lebensmittelsicherheit beabsichtigt, die empfehlenswerten Maßnahmen intensiv zu fördern und Mitgliedstaaten zu unterstützen, die Ausweitung der Resistenzen zu verhindern und zu gewährleisten, dass Antibiotika weiterhin ihre volle Wirkung entfalten können – für mehr Patientensicherheit in Europapdf(837 KB) Übersetzung für diesen Link wählen български (bg) čeština (cs) dansk (da) eesti keel (et) ελληνικά (el) English (en) español (es) français (fr) hrvatski (hr) italiano (it) latviešu valoda (lv) lietuvių kalba (lt) magyar (hu) Malti (mt) Nederlands (nl) polski (pl) português (pt) română (ro) slovenčina (sk) slovenščina (sl) suomi (fi) svenska (sv) .

Förderung und Unterstützung

Die Kommission fördert über ihr Gesundheitsprogramm und ihre Forschungsrahmenprogramme mehrere Projekte zur Antibiotikaresistenz Übersetzung für diesen Link wählen български (bg) čeština (cs) dansk (da) eesti keel (et) ελληνικά (el) English (en) español (es) français (fr) italiano (it) latviešu valoda (lv) lietuvių kalba (lt) magyar (hu) Malti (mt) Nederlands (nl) polski (pl) português (pt) română (ro) slovenčina (sk) slovenščina (sl) suomi (fi) svenska (sv) . Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten, die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit und die Europäische Arzneimittelagentur arbeiten bei der Überwachung von Antibiotikaresistenz und der damit verbundenen Risiken zusammen.

Der Europäische Tag der Sensibilisierung für Antibiotikaresistenz (EAAD) ist eine vom Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten organisierte Initiative zur Gesundheitsförderung und soll nationalen Kampagnen für den vernüftigen Einsatz von Antibiotika eine Plattform und Unterstützung bieten. Im Laufe der Jahre hat sich dieser 18. November zu einem weltweit bekannten Termin entwickelt: Zahlreiche Länder außerhalb der EU und immer mehr Interessenvertreter beteiligen sich – ganz im Sinne des Ansatzes der Kommission hinsichtlich der Antibiotikaresistenz: „Eine Gesundheit“.

Internationale Zusammenarbeit

Antibiotikaresistenz ist eine weltweite Bedrohung, und nur internationale Zusammenarbeit kann Abhilfe schaffen. 2011 veröffentlichte die unter der schwedischen Ratspräsidentschaft 2009 gegründete Transatlantische Taskforce zur Antibiotikaresistenz Übersetzung für diesen Link wählen English (en) (TATFAR) ihre Empfehlungen zur künftigen Zusammenarbeit zwischen den USA und der EUpdf. 2014 wurde der erste TATFAR-Fortschrittsbericht veröffentlicht.
Die Kommission arbeitet mit anderen internationalen Organisationen in diesem Bereich zusammen: Weltgesundheitsorganisation (WHO), Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE), Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationalen (FAO) und Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).