Andere Infektionskrankheiten

Infektionskrankheiten wie Tuberkulose, Masern und Grippe stellen eine ernsthafte Bedrohung für die Gesundheit der Menschen dar. Infektionskrankheiten machen nicht an Ländergrenzen Halt und können sich sehr schnell verbreiten, wenn sie nicht unter Kontrolle gebracht werden. Neben den neueren Krankheiten wie HIV/Aids und dem schweren akuten Atemwegssyndrom (SARS) entwickeln andere Krankheiten neue, gefährliche Eigenschaften wie z. B. die multiresistente Tuberkulose oder der methicillinresistente Staphylococcus aureus. Hinzu kommen immer neue wissenschaftliche Erkenntnisse über die Rolle von Erregern in Verbindung mit chronischen Krankheiten wie Krebs, Herzkrankheiten oder Allergien.
Europa steht vor der Herausforderung, diesen Gefahren möglichst effizient zu begegnen. Eine enge Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten, europäischen Stellen wie dem Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten sowie internationalen Agenturen wie der Weltgesundheitsorganisation sind von entscheidender Bedeutung für die Eindämmung der Risiken. Die wichtigsten Ziele der EU bestehen darin, gute Überwachungs- und Frühwarnsysteme, Reaktionsmechanismen sowie Vorbeugungs-, Bereitschafts- und Management-Strategien zu gewährleisten, um diesen Gefahren zu begegnen. Die rasche Bestimmung aufkommender, übertragbarer Krankheiten und ihrer Herde sowie der Informationsaustausch über ihr Potenzial für eine internationale Ausbreitung ist für eine effiziente, EU-weite Reaktion unerlässlich.
Seit 1999 gibt es ein Netzwerk für die Überwachung und Kontrolle übertragbarer Krankheiten, das potenzielle Bedrohungen für die EU schnell bestimmen und anschließend überwachen soll, um in koordinierter Weise die angemessenen Gegenmaßnahmen durchführen zu können. Das Netz besteht aus den für Überwachung und Reaktion zuständigen Behörden in den Mitgliedstaaten. Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten hat im Mai 2005 seine Arbeit aufgenommen. Diese neue Agentur fördert einen strukturierten und systematischen Ansatz bei der Kontrolle übertragbarer Krankheiten, indem Synergien zwischen den bestehenden Kapazitäten auf Ebene der Mitgliedstaaten gestärkt werden.
