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Tunesien nimmt als erstes Land der südlichen EU-Nachbarschaftspolitik am Kulturprogramm Kreatives Europa teil

Tibor Navracsics, EU-Kommissar für Bildung, Kultur, Jugend und Sport, und der tunesische Außenminister Khemaies Jhinaoui haben heute (Donnerstag) ein Übereinkommen zur Teilnahme Tunesiens am EU-Programm Kreatives Europa unterzeichnet.

(11.05.2017) - Kommissar Navracsics begrüßte die Chance für eine vertiefte Beziehung zwischen der EU und Tunesien über Kultur und Kontakte zwischen den Menschen. „Tunesien wird das erste Land der südlichen Nachbarschaft sein, das am Programm Kreatives Europa teilnimmt und die Unterzeichnung des Abkommens als eines der konkreten Ergebnisse der EU-Strategie zu internationalen kulturellen Beziehungen ist besonders zu begrüßen.“

Das Abkommen muss noch vom tunesischen Parlament ratifiziert werden bevor es in Kraft treten kann. Tunesien soll ab Januar 2018 an dem EU-Kulturprogramm teilnehmen. Ab dann können Akteure aus dem kulturellen und den audiovisuellen Bereich an Kultur und MEDIA, den Teilprogrammen des Rahmenprogramms Kreatives Europa, gleichberechtigt teilnehmen.

Die Länder Nordafrikas und des östlichen Mittelmeerraums bilden einen Schwerpunkt der EU-Außenbeziehungen. Seit 2004 wird die Unterstützung der EU für diese Region in der „Europäischen Nachbarschaftspolitik“ (ENP) gebündelt. Die ENP richtet sich an die Nachbarn der EU im Osten ("Östliche Partnerschaft": Armenien, Aserbaidschan, Belarus, Georgien, Moldau, Ukraine) und im Süden ("Südliche Nachbarschaft": Algerien, Ägypten, Israel, Jordanien, Libanon, Libyen, Marokko, die palästinensischen Autonomiegebiete, Syrien, Tunesien). Ziel der ENP ist es, Wohlstand Stabilität und Sicherheit in der Nachbarschaft der EU zu stärken. Die ENP bietet keine EU-Beitrittsperspektive.

Kreatives Europa ist das Rahmenprogramm zur Unterstützung der Kulturbranche und des audiovisuellen Sektors. Kreatives Europa will Projekten einen europäischen Mehrwert geben, um ihren internationalen Erfolg zu vergrößern, die Professionalisierung der Akteure auf internationalem Terrain fördern und neue Publikumskreise erschließen. Es steht kulturellen und kreativen Organisationen aus den Mitgliedstaaten der Europäischen Union und bestimmten Drittstaaten offen, Länder des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR), Kandidatenländer und potenzielle Kandidatenländern sowie den Staaten der Europäischen Nachbarschaftspolitik können sich unter bestimmten Voraussetzungen gleichberechtigt an dem Programm beteiligen.

Weitere Informationen:

Daily News vom 11. Mai 2017

Partnerschaft EU-Tunesien

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