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EU unterstützt Zika-Forschung mit 10 Millionen Euro

EU unterstützt Zika-Forschung

Die Europäische Kommission hat 10 Mio. Euro für die Erforschung des Zika-Virus bereitgestellt, der gegenwärtig weite Teile Lateinamerikas heimsucht.

Die Mittel aus dem EU-Forschungsprogramm "Horizont 2020" werden in Projekte fließen, die zunächst den Zusammenhang zwischen dem Virus und den beobachteten schweren Schädelfehlbildungen bei Neugeborenen nachweisen sollen. Bestätigt sich dieser Zusammenhang, können die Forscher die Bekämpfung des Zika-Virus in Angriff nehmen, unter anderem indem sie Diagnosemethoden entwickeln und mögliche Behandlungen und Impfstoffe erproben. "Diese Mittel ermöglichen dringend benötigte Forschungsmaßnahmen zur Bekämpfung des Zika-Virus, der eine neue globale Gesundheitsgefahr darstellt", sagte Carlos Moedas, EU-Kommissar für Forschung, Wissenschaft und Innovation. "Damit zeigen wir einmal mehr, dass wir darauf vorbereitet sind, neuen Epidemien wie dem Zika-Fieber durch rasche und effektive Forschung zu begegnen."

Celso Pansera, der brasilianische Minister für Wissenschaft, Technologie und Innovation, sagte: "Die Partnerschaft mit der Europäischen Union bei der Erforschung des Zika-Virus leistet einen entscheidenden Beitrag zur Unterstützung der brasilianischen Forscher bei der Bekämpfung der Epidemien, die unser Land heimsuchen. Außerdem schafft die Initiative Anreize für Forschung und Technologie zum Nutzen der Bevölkerung in der ganzen Welt."

Brasilien ist am stärksten vom Ausbruch des Virus betroffen. Hier treten in letzter Zeit gehäuft Fälle von schwerer Mikrozephalie bei Neugeborenen auf. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) besteht möglicherweise ein Zusammenhang mit dem Zika-Virus. Zwar ist das Risiko der Übertragung des Virus in der EU gering, aber es gibt derzeit keine Behandlung oder Impfung gegen das Virus und Diagnosetests stehen oft nicht zur Verfügung.

Vytenis Andriukaitis, EU-Kommissar für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, sagte: "Einige EU-Bürger sind aus den betroffenen Gebieten mit einer Zika-Infektion zurückgekehrt. Die Kommission beobachtet die Situation aufmerksam und arbeitet angesichts des herannahenden Sommers eng mit dem Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten, der WHO und den Mitgliedstaaten zusammen. Sie tut alles Notwendige, um sicherzustellen, dass die Maßnahmen zur Bekämpfung dieser Viruserkrankung aufeinander abgestimmt sind und gut koordiniert werden."

Das Zika-Fieber wird – wie das Dengue-Fieber, das Gelbfieber und das West-Nil-Fieber – durch Stechmücken übertragen. Bis vor kurzem ging man nicht davon aus, dass die Infektion mit schweren Symptomen einhergeht. Wegen der raschen Ausbreitung des Virus in der letzten Zeit wird nun jedoch ein Zusammenhang mit der plötzlichen Zunahme von Mikrozephalie bei Neugeborenen vermutet. Zudem wurden in letzter Zeit Fälle gemeldet, in denen bei Erwachsenen das Guillain-Barré-Syndrom – eine Art Lähmung – aufgetreten ist, und es besteht der Verdacht auf einen möglichen Zusammenhang mit dem Virus.

Verschiedene andere Forschungsinitiativen, die derzeit aus dem Programm "Horizont 2020" finanziert werden und zur Zika-Bekämpfung beitragen können, werden ebenfalls ergänzt. Eine dieser Initiativen ist eine Aufforderung zur Einreichung von Forschungsvorschlägen (40 Mio. Euro)  für die Entwicklung von Impfstoffen zur Bekämpfung von Malaria und wenig beachteten Infektionskrankheiten, zu denen auch das Zika-Fieber gehört. Weitere 10 Mio. Euro, die für Forschungsinfrastrukturen für die Kontrolle von vektorübertragenen Krankheiten vorgesehen sind, könnten viel zur Bekämpfung der Stechmücken beitragen, die den Zika-Virus und einige andere häufige Krankheiten übertragen. Darüber hinaus beteiligt sich die EU an der Finanzierung von Forschungsvorhaben im Bereich der Prävention von Infektionskrankheiten in Lateinamerika und der Karibik im Rahmen des Programms ERANET.

Hier finden Sie weitere Informationen zu der von der EU-finanzierten Zika-Forschung, hier gibt es Informationen zu neuesten Entwicklungen rund um den Ausbruch des Zita-Virus.

Mehr zu "Horizont 2020", dem EU-Förderprogramm für Foschung und innovation, finden Sie hier.

Pressekontakt: Gabriele Imhoff, Tel.: +49 (30) 2280-2820 und Claudia Guske, +49 (30) 2280-2190