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EU gefördertes Forschungsprojekt weist Milliarden Jahre altes Edelgas in der Eifel nach

EU-Förderung

Ein EU-gefördertes Projekt hat den bahnbrechenden Nachweis für die Herkunft des Edelgases Xenon aus dem Weltall erbracht. Prof. Bernard Marty von der Universität Lothringen in Nancy hat mit seinem Team das Wasser der Viktoriaquelle in Heckenmünster (Landkreis Bernkastel-Wittlich) untersucht. Die europäischen Forscher konnten dabei das auf der Erde extrem seltene Edelgas Xenon nachweisen und auch das Alter dieses Gases bestimmen: Es ist 4,45 Milliarden Jahre alt und stammt somit aus der Entstehungszeit unseres Planeten. Für seine Forschungen in den Jahren 2010 bis 2015 erhielt Bernard Marty vom Europäischen Forschungsrat eine persönliche Förderung („Advanced Grant“) von 2.281.000 Euro – im Rahmen des EU-Forschungsprogramms „Horizont 2020“. Davon finanzierte er unter anderem die Analyse des Eifelwassers.

29/04/2016 - Bernard Marty ist damit der Nachweis gelungen, dass das Gas Xenon in tief liegenden, uralten Erdschichten gebunden ist. „Dadurch konnten wir den starken Beitrag von Gasen wie Xenon bei der Bildung der Erde in den ersten Jahrmillionen beweisen“, erklärt der Forscher. Die EU-geförderten Forschungsergebnisse sind ein wichtiger Hinweis, um das Puzzle zu vervollständigen, wie sich die frühe Erde gebildet hat. Sie tragen also dazu bei, der Lösung des Rätsels der Entstehung unserer Erde ein wenig näher zu kommen.

Die Eifel ist für ihre vulkanische Vergangenheit und ihre Mineralquellen bekannt. Die Mineralquelle in Heckenmünster erwies sich als idealer Ort, um diesen Nachweis zu führen. Dafür machte er sich aus dem 250 Kilometer entfernten Nancy auf den Weg in die Eifel: „Die Quelle liegt in einem schönen Waldgebiet, etwa eine halbe Stunde Fußweg von Heckenmünster entfernt und ist öffentlich zugänglich“, berichtet Marty: „Wir waren im Laufe des Jahres 2015 insgesamt drei Mal vor Ort, um Proben zu entnehmen.“ Auch Herbert Billen von der Verbandsgemeinde Wittlich-Land kennt den Ort gut: „Die Gegend dort ist sehr wasserreich. Deswegen war die Viktoriaquelle schon ein römisches Quellheiligtum. Später wurde das Mineralwasser aus der Quelle auch abgefüllt und verkauft“. Die Gemeinde hat an der Quelle eine Hinweistafel für Wanderer zur Geschichte des Ortes aufgestellt.

Die Wissenschaftler aus Nancy waren von der Qualität des Wassers aus der Eifel begeistert: „Wir waren überrascht, dass es uns gelungen ist, die Isotope des Edelgases Xenon so genau zu analysieren, dass wir auch das Zeitfenster ihrer Entstehung bestimmen konnten.“

Vor 4,45 Milliarden Jahren prallten andere Himmelskörper mit der Erde zusammen. Sie brachten flüchtige Elemente wie das Edelgas Xenon mit. Durch den Aufprall wurde das Gestein aus dem Weltall zu einem Bestandteil des Erdmantels. Es befindet sich normalerweise 30 bis 40 Kilometer unter der Erdkruste, also in fast unzugänglicher Tiefe. Durch den Vulkanismus in der Eifel gelangte dieses uralte Gestein jedoch in die Nähe der Erdoberfläche. Dort ist das Xenon dann in das Wasser der Viktoriaquelle übergegangen. Da die Umwelt hier noch intakt ist, ist das Wasser frei von Verunreinigungen. Das extrem klare Quellwasser hat Bernard Marty also ein besseres Verständnis zum Ursprung der Edelgase auf der Erde ermöglicht. Seine Forschungsergebnisse hat er jetzt in der renommierten Fachzeitschrift „Nature“ veröffentlicht.

Der Europäische Forschungsrat (European Research Council, ERC) finanziert Grundlagenforschung in der EU. Er ist eine von sechs Exekutivagenturen der Europäischen Union. Für die Jahre 2014 bis 2020 stehen ihm 13,1 Milliarden Euro zur Verfügung. Der ERC ist Teil des ersten Pfeilers „excellent science“ von „Horizont 2020“, dem aktuellen EU-Programm für Forschung und Innovation. Ziel ist es, die Dynamik, Kreativität und Exzellenz der europäischen Forschung zu stärken. Die geförderten europäischen Forscher werden durch hochrangig besetzte Expertenjurys ausgewählt.

Weitere Informationen:

Zusammenfassung des Fachartikels in der Zeitschrift „Nature“.

Zur Viktoriaquelle

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