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Food Safety

Inspection reports Food and Veterinary Office Food of non-animal origin Inspections Pesticides Belgium

Zusammenfassung des berichts über einen kontrollbesuch des Lebensmittel- und Veterinäramts in Belgien vom 20. - 22.10.1999 im Zusammenhang mit Pestizidrückständen in Erzeugnissen pflanzlichen Ursprungs : Chlormequat in Birnen

Anmerkung: Es handelt sich hier um eine zusammenfassende Übersetzung eines Teils des Originalberichts über den Kontrollbesuch (Bezugsnr. GD(SANCO)/1239/1999). Sie wurde als Service für die Besucher dieser Site erstellt, besitzt jedoch keinen amtlichen Charakter. Es sollte immer auf die vollständige Fassung des Originalberichts Bezug genommen werden.

Schlußfolgerungen

- Das "Service d'Inspection des Denrées Alimentaires" (IGDA) des "Ministère Fédéral des Affaires Sociales, de la Santé Publique et de l'Environnement" und das "Ministère des Classes Moyennes et de l'Agriculture" (MCMA) sind die für diese Angelegenheit zuständigen Behörden. Das IGDA führt Kontrollen auf der Ebene des Handels mit frischen Birnen und Verarbeitungserzeugnissen durch, während das MCMA im wesentlichen auf der Ebene der Produktion und des Handels von frischen Birnen prüft. Der größere Teil der Kontrollen wird vom MCMA ausgeführt. Das Gesetz wurde hauptsächlich vom MCMA ausgearbeitet und rasch eingeführt, da es jedoch mehrmals novelliert und geändert wurde, war die diesbezügliche Entwicklung manchmal schwer zu verfolgen.

- Die belgischen Behörden erklärten die Verseuchung im Jahr 1999 durch Übertragung und die zwei möglichen Anwendungen bis zur Suspendierung der Anwendung von Chlormequat. Eine illegale Verwendung kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, und es wurden einige diesbezügliche Kontrollmaßnahmen in die Wege geleitet.

- Die derzeitige gute landwirtschaftliche Praxis (GAP) ist eine Abänderung, die 1986 als Notmaßnahme gegen den Feuerbrand beschlossen wurde, doch damals wurden keine neuen Informationen über Chlormequatrückstände im Produkt gefordert und in Betracht gezogen. Derzeit ist die Verwendung von Chlormequat in der Birnenerzeugung verboten.

- Sowohl das IGDA als auch das MCMA überwachen die Rückstände in den auf dem Markt befindlichen Birnen, wobei Rückstände in frischen Birnen, verarbeiteten Birnen und Babynahrung aus Birnen gefunden wurden. Die zuständigen Behörden führten eine einleitende Risikobeurteilung durch. Über das Schnellwarnsystem für Lebensmittel wurde eine Nichtwarnmeldung ausgegeben. Warnmeldungen werden bei einer Konzentration von 10 mg/kg ausgelöst.

- Das Kontrollsystem für die Zeit nach der Ernte war für die Ernte 1998 relativ kompliziert und überließ vieles der Verantwortung der Erzeugereinrichtungen. Das Kontrollsystem, an dem auch die Gendarmerie beteiligt war, war nicht effizient, und es ist sehr zu begrüßen, daß es für die Ernte 1999 geändert wurde.

- Für die Kontrollen vor der Ernte 1999 werden Proben aus der Pflanzung mit dem höchsten Risiko genommen. Im Fall von ungünstigen Ergebnissen werden alle Pflanzungen geprüft. Es gibt nicht genügend Daten, um eine fixe Abbaurate von Chlormequat in Birnen vor der Ernte festlegen zu können. Verseuchte Birnen werden vergällt und entweder auf den Feldern ausgestreut oder zur Rindermast verwendet.

- Es ist anzuerkennen, daß das Probennahmeverfahren und die Analysemethoden für die Ernte 1999 verbessert wurden, wobei man sich auf die Erfahrungen aus der Ernte 1998 stützte.

- Das IGDA und das MCMA überwachen jeweils getrennt, wobei es im Fall von Überschreitungen zu einem Informationsaustausch kommt. Die Gebiete, in denen die Proben entnommen werden, sind relativ genau abgegrenzt. Die Probennahmeverfahren wurden entwickelt, abgeändert und den Inspektoren mitgeteilt. Die vom IGDA durchgeführte Probennahme ist jedoch nicht zur Gänze eine Zufallsstichprobenentnahme, und die Personen, die die Proben nehmen, erhalten sehr wenige spezifische Anweisungen.

- Die Laboratorien wurden auf der Basis von Tests ausgewählt. Beide Laboratorien, die die Chlormequatanalysen durchführen, arbeiten an ihrer Zulassung, die für dieses Jahr (Gent) bzw. nächstes Jahr (Gembloux) erwartet wird. Die Validierungsergebnisse zeigen, daß beide Laboratorien mit Verfahren arbeiten, die für die Analyse von Rückständen ausreichend spezifisch und genau sind. Die Quantifizierungsgrenzen ermöglichen die Messung von Mengen weit unter der in der Gemeinschaft geltenden Höchstmenge von Rückständen. Die Laboratorien sind keine offiziellen Laboratorien des jeweiligen Ministeriums.

Empfehlungen

1.1. An Belgien

- Dieses Problem sollte insbesondere von der für Verbraucherschutz zuständigen Behörde weiterhin genau verfolgt werden.

- Die zuständigen belgischen Behörden sollten verstärkt überprüfen, ob Chlormequat verwendet wird, und darüber im Rahmen des Jahresberichts an die Kommission gemäß Artikel 17 der Richtlinie 91/414/EWG des Rates 1 berichten.

- Falls die zuständigen Behörden die Wiedereinführung der Verwendung von Chlormequat bei der Birnenerzeugung in Betracht ziehen sollten, müssen dabei die für eine gute landwirtschaftliche Praxis geforderten Rückstandsdaten berücksichtigt werden.

- Die zuständigen Behörden sollten eine genaue Risikobewertung für Erwachsene, Kinder und Säuglinge durchführen (z.B. auf der Basis des Variabilitätsfaktors 7 (laut JMPR) und der akuten Referenzdosis laut JMPR bzw. sobald vom ständigen Ausschuß für Pflanzengesundheit ein Vorschlag diskutiert wurde). Aufgrund dieser Risikobewertung sollten dann insbesondere bei Babynahrung Maßnahmen auf nationaler Ebene oder auf Gemeinschaftsebene ausgelöst werden.

- Die Freigabe von Birnen sollte nicht aufgrund von extrapolierten Daten, sondern nur aufgrund von Analyseergebnissen erfolgen, wobei sicherzustellen ist, daß die Toleranzwerte eingehalten werden.

- Insbesondere bei den Kontrollen nach der Ernte sollten die Probennehmer verstärkt darauf aufmerksam gemacht werden, daß Zufallsstichproben aus der gesamten Charge zu entnehmen sind.

- Die zuständigen Behörden sollten dafür sorgen, daß die Laboratorien, die die Analysen durchführen, rasch die Zulassung erhalten. Sie sollten ihre offiziellen Laboratorien auch dazu auffordern, die Zulassung für die Analyse von Chlormequat in Birnen zu erlangen, so daß in diesem Zusammenhang in Zukunft eine genaue Überwachung möglich ist.

- Verseuchte Birnen sollten nicht als Tierfutter verwendet werden.

- Das IGDA sollte der Kommission bis zum Ende des Vermarktungszeitraums der Birnen aus dem Jahr 1999 über die Risikobewertung, die wichtigsten Überwachungsergebnisse, die Situation der zugelassenen Laboratorien und alle anderen Maßnahmen, die aufgrund dieser Empfehlungen zum Schutz der Verbraucher unternommen wurden, Bericht erstatten.

1.2. An die Kommission

- Die Dienststellen der Kommission sollten Belgien und die anderen Mitgliedsstaaten durch ein harmonisiertes Verfahren zur Risikobewertung (akutes und chronisches Risiko) unterstützen, wobei insbesondere auf die im Rahmen des Schnellwarnsystems für Lebensmittel zu ergreifenden Maßnahmen eingegangen werden soll.

- Die Dienststellen der Kommission sollten die derzeit zulässige Höchstmenge von Rückständen für Chlormequat dringend überprüfen.

- Die Dienststellen der Kommission sollten Leitlinien erarbeiten, wie in solchen Fällen Probleme mit der Zulassung von Laboratorien auf internationaler Ebene gelöst werden könnten.

1.3. An alle Mitgliedsstaaten

- Alle Mitgliedsstaaten sollten den Chlormequatgehalt in Birnen sorgfältig überwachen und geeignete Maßnahmen ergreifen.

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1 Amtsblatt L 230, 19/08/1991 S. 0001 - 0032

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