Die Gemeinsame Fischereipolitik
Die Aquakultur in der Europäischen Union
Betraechtliche Aquakultur in der Tschechischen Republik: Das Ernten von Fischen © Zbyněk Mejta
Betraechtliche Aquakultur in der Tschechischen Republik: Das Ernten von Fischen © Zbyněk Mejta

Die Aquakultur: ein diversifizierter Sektor

Die Aquakultur ist ein Sektor, der sich durch eine große Vielfalt auszeichnet: Er umfasst nicht nur die Zucht von Salz- oder Süßwasserfischen, sondern auch von Meeresweich- und Krustentieren. Diese werden in unterschiedlicher Art und nach unterschiedlichen Methoden gezüchtet: offen oder geschlossen, extensiv oder intensiv, an Land, auf Seen, in – von Flüssen oder Grundwasser gespeisten – Becken in Küstengewässern oder vor den Küsten. Am Anfang war die Aquakultur eine handwerkliche Tätigkeit, während heute bestimmte Branchen des Sektors sämtliche Merkmale einer Spitzenindustrie aufweisen. Zwar besteht der Sektor nach wie vor überwiegend aus KMU, doch auch bestimmte Großunternehmen haben sich mittlerweile in den wichtigsten Phasen der Produktionskette etabliert (Fischvermehrung und Fischmast, Futtermittel, Verarbeitung, Vermarktung).

Ein wachstumsstarker Sektor

Weltweit gesehen ist der Aquakultursektor in Bezug auf die Nahrungsmittelproduktion der wichtigste Wachstumssektor: Die jährlichen Wachstumsraten liegen im Durchschnitt zwischen 6 % und 8 %. 2006 stieg die Erzeugung weltweit auf 52 Millionen Tonnen (ohne Pflanzenerzeugnisse), d.h. der Sektor ist seit dem Jahr 2006, also in nur 6 Jahren, um ein Drittel gewachsen! Dieser Anstieg geht hauptsächlich auf ein gewaltiges Wachstum in Asien und Südamerika zurück. Heute erzeugt die Aquakultur fast nahezu die Hälfte der Fische, Krusten- und anderer Meeresweichtiere, die weltweit für den menschlichen Verzehr bestimmt sind.

Eine Chance, die Europa ergreifen muss

Die europäische Aquakultur ist an diesem weltweiten Aufschwung nicht in vollem Ausmaß beteiligt. Sie hat sich jedoch bereits zu einem wichtigen Wirtschaftszweig entwickelt: Die Gesamterzeugung der Aquakultur der EU-27 ist im Zeitraum 1995 bis 1999 um 3 bis 4 % gestiegen, während die Erzeugung in der EU von 2000 bis 2006 stagnierte. Da die Nachfrage der europäischen Verbraucher nach Fisch und Muscheln ständig steigt und die Fischanlandungen gleichzeitig begrenzt sind, betragen die Einfuhren nunmehr über 60 % des europäischen Verbrauchs.

Aus diesem Grund schlägt die Europäische Kommission in einer Mitteilung an das Europäische Parlament und den Ministerrat den „Aufbau einer nachhaltigen Zukunft für die Aquakultur – ein neuer Anstoß für die Strategie für die nachhaltige Entwicklung einer europäischen Aquakultur“ (Building a sustainable future for aquaculture - A new impetus for the Strategy for the Sustainable Development of European Aquaculture) vor.

Auf den folgenden Seiten erhalten Sie ausführlichere Informationen über die europäische Aquakultur und die Strategie der Kommission, um die nachhaltige Entwicklung der Aquakultur sicherzustellen.

 
 
 
Zuletzt aktualisiert am: 15.05.2009
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