Navigationsleiste

Weitere Extras

Vertrieb von Versicherungsprodukten und Kundenbetreuung

Versicherungsvermittler spielen beim Verkauf von Versicherungsprodukten in der EU eine Schlüsselrolle.

Sie helfen den Versicherungsträgern, indem sie ihnen

  • den Zugang zum Markt erleichtern und sie dabei unterstützen, einen breit gefächerten Kundenstamm anzusprechen, ohne in den Aufbau eines Verteilernetzes investieren zu müssen;
  • Dienstleistungen im Zusammenhang mit Leistungsansprüchen und der Verwaltung von Policen bieten.

Sie helfen jedoch auch den Versicherten, indem sie

  • diese auf bestehende Risiken hinweisen,
  • sicherstellen, dass die Kunden bei der Auswahl der zu versichernden Risiken gut informiert sind,
  • neue und innovative Lösungen entwickeln,
  • die den Kunden entstehenden Suchkosten reduzieren,
  • eine individuelle Beratung bieten,
  • ihnen Dienstleistungen im Zusammenhang mit Leistungsansprüchen und der Verwaltung von Policen bieten.

Versicherungsprodukte werden aber auch direkt von einigen Versicherungs- und Allfinanzunternehmen vertrieben.

Für manche Vertreiber von Versicherungsprodukten, z. B. Autoverleiher und Reisebüros, ist der Versicherungsvertrieb ein Nebengeschäft.

Die Kundenbetreuung umfasst die Bearbeitung von Leistungsansprüchen und die Schadensabwicklung.

EU-Richtlinie über Versicherungsvermittlung

Die Politik der EU ist auf die Verwirklichung eines EU-weiten Marktes für Versicherungsvermittler ausgerichtet.

Mit der EU-Richtlinie 2002/92 über Versicherungsvermittlung werden folgende Ziele angestrebt:

  • Professionalität und Kompetenz seitens der Versicherungsvermittler,
  • Schutz der Verbraucherinteressen,
  • Registrierung der Personen und Unternehmen, die Versicherungen vertreiben oder Rückversicherungsvermittlung anbieten, in ihrem EU-Heimatland (wodurch ihnen die Geschäftstätigkeit in anderen EU-Ländern ermöglicht wird)
  • Einhaltung beruflicher Mindeststandards, wie z. B.:
    • angemessene Kenntnisse und Befähigungen
    • guter Leumund
    • Berufshaftpflichtversicherung oder andere vergleichbare Garantien
    • ausreichende finanzielle Kapazitäten zum Schutz der Kunden
  • für Kunden nachvollziehbare Begründung gegebener Empfehlungen
  • Beteiligung der nationalen Finanzbehörden und anderer Einrichtungen am Registrierungsprozess
  • einfacher öffentlicher Zugang zu Detailinformationen über registrierte Vermittler von Versicherungen und Rückversicherungen
  • angemessene und wirksame alternative Streitbeilegungsverfahren, insbesondere über das FIN-NET Netzwerk.

Zugehörige Dokumente

  • Protokoll über die Zusammenarbeit nationaler Behördenpdf beim Austausch von Informationen und Mitteilungen im Rahmen der Versicherungsvermittlungsrichtlinie.
  • Liste der Behördenpdf(93 KB) Übersetzung für diesen Link wählen  mit Zuständigkeit für die Umsetzung der Richtlinie über Versicherungsvermittlung sowie Liste der EU-Länder, die von den zuständigen Behörden der anderen Mitgliedstaaten unterrichtet werden möchten, wenn (Rück-)Versicherungsvermittler beabsichtigen, auf ihrem Hoheitsgebiet ihrer Geschäftstätigkeit nachzugehen.
  • Aktionsplan für Finanzdienstleistungen zur Notwendigkeit eines wirklich integrierten Endkundenmarktes.

Überarbeitung der Richtlinie

Die Anwendung der Richtlinie in den einzelnen EU-Ländern ist uneinheitlich. Deshalb

  • sind die Versicherungsmärkte in der EU zersplittert;
  • bestehen große Unterschiede, namentlich im Hinblick auf die für Verkäufer von Versicherungsprodukten geltenden Informationsanforderungen;
  • laufen Kunden verstärkt Gefahr, die Risiken, Kosten und Eigenschaften von Versicherungsprodukten nicht richtig zu verstehen.

Auch der während der Finanzkrise bei den Verbrauchern aufgetretene Vertrauensverlust war ein erneuter Beleg für die Bedeutung von Verbraucherschutzfragen.

Am 3. July 2012 hat die Kommission einen Vorschlag für eine Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates zur Versicherungsvermittlung (IMD 2) verabschiedet. Ziel des Vorschlags ist die Verbesserung des Verbraucherschutzes in der Versicherungsbranche durch Einführung gemeinsamer Standards für den Vertrieb von Versicherungen und durch Gewährleistung einer ordnungsgemäßen Beratung.

Zugehörige Dokumente

Beratungsersuchenpdf(431 KB) Übersetzung für diesen Link wählen  zur Lösung dieser Fragen (Anfang 2010 an den Ausschuss der Europäischen Aufsichtsbehörden für das Versicherungswesen und die betriebliche Altersversorgung CEIOPSÖffnet in einem neuen Fenster gerichtet).

Öffentliche Konsultation (Herbst 2010) mit dem Ziel, die Meinungen aller Betroffenen über Möglichkeiten zur Überwindung der wichtigsten Schwachpunkte der derzeit gültigen Richtlinie einzuholen.