Statistiken der digitalen Wirtschaft und digitalen Gesellschaft auf regionaler Ebene – Statistics Explained
    

Statistiken der digitalen Wirtschaft und digitalen Gesellschaft auf regionaler Ebene

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Datenauszug vom Januar 2017. Neueste Daten: Weitere Informationen von Eurostat, Haupttabellen und Datenbanken. Aktualisierung des Artikels geplant: November 2018.

Mittels des Statistischen Atlasses von Eurostat können Sie Karten interaktiv verwenden (siehe user manual) (auf Englisch).

Abbildung 1: Privatnutzung des Internets, EU-28, 2007 und 2016
(in % aller Einzelpersonen)
Quelle: Eurostat (isoc_ci_ifp_iu), (isoc_ci_ifp_fu) und (isoc_ci_ac_i)
Karte 1: Regelmäßige Internetnutzung (Anteil der Einzelpersonen, die das Internet durchschnittlich mindestens einmal pro Woche genutzt haben) in den drei Monaten vor der Umfrage, nach NUTS-2-Regionen, 2016
(in % aller Einzelpersonen)
Quelle: Eurostat (isoc_r_iuse_i) und (isoc_ci_ifp_fu)
Karte 2: Anteil der Einzelpersonen, die in den drei Monaten vor der Umfrage ein Mobilgerät für den Zugang zum Internet genutzt haben, wenn sie nicht zu Hause oder in der Arbeit waren, nach NUTS-2-Regionen, 2016
(in % aller Einzelpersonen)
Quelle: Eurostat (isoc_r_iumd_i) und (isoc_ci_ifp_pu)
Abbildung 2: Anteil der Einzelpersonen, die in den drei Monaten vor der Umfrage ein Mobiltelefon oder Smartphone für den Zugang zum Internet genutzt haben, wenn sie nicht zu Hause oder in der Arbeit waren, nach Verstädterungsgrad, 2016
(in % aller Einzelpersonen)
Quelle: Eurostat (isoc_bde15b_i)
Karte 3: Anteil der Einzelpersonen, die in den drei Monaten vor der Umfrage in sozialen Netzwerken aktiv waren, nach NUTS-2-Regionen, 2016
(in % aller Einzelpersonen)
Quelle: Eurostat (isoc_r_iuse_i) und (isoc_bde15cua)
Karte 4: Anteil der Einzelpersonen, die in den 12 Monaten vor der Umfrage im Rahmen der Kontaktaufnahme mit öffentlichen Behörden das Internet genutzt haben, nach NUTS-2-Regionen, 2016
(in % aller Einzelpersonen)
Quelle: Eurostat (isoc_r_gov_i) und (isoc_bde15ei)
Karte 5: Anteil der Einzelpersonen, die in den 12 Monaten vor der Umfrage Waren oder Dienstleistungen zur Privatnutzung über das Internet bestellt/erworben haben, nach NUTS-2-Regionen, 2016
(in % aller Einzelpersonen)
Quelle: Eurostat (isoc_r_blt12_i) und (isoc_ec_ibuy)
Abbildung 3: Anteil der Einzelpersonen, die in den 12 Monaten vor der Umfrage Waren oder Dienstleistungen zur Privatnutzung über das Internet bestellt/erworben haben, nach Verstädterungsgrad, 2016
(in % aller Einzelpersonen)
Quelle: Eurostat (isoc_ec_ibuy)

Dieser Artikel ist Bestandteil der zentralen jährlichen Veröffentlichung von Eurostat, dem Eurostat Jahrbuch der Regionen. Er befasst sich mit den geografischen Aspekten der digitalen Kluft anhand von statistischen Daten zu einer Reihe von Themen im Zusammenhang mit der Internetnutzung in den verschiedenen Regionen der Europäischen Union (EU).

Wichtigste statistische Ergebnisse

  • Der Anteil der Bevölkerung, der das Internet regelmäßig nutzt, ist im Jahr 2016 im Vergleich zum Vorjahr 2015 um 3 Prozentpunkte gestiegen. Fast vier Fünftel (79 %) der Menschen im Alter von 16 bis 74 Jahren nutzten das Internet mindestens einmal pro Woche. Dabei entfielen die höchsten Anteile regelmäßiger Internetnutzung im Jahr 2016 auf die britischen, niederländischen und dänischen Regionen sowie Luxemburg.
  • Fast drei Fünftel (59 %) der Menschen in der EU-28 im Alter von 16 bis 74 Jahren verwendeten 2016 Mobilgeräte für den Zugang zum Internet, wenn sie nicht zu Hause oder in der Arbeit waren. Verglichen mit der regelmäßigen Internetnutzung war die diesbezügliche Verwendung von Mobilgeräten in vielen italienischen und polnischen Regionen relativ gering. Dabei nutzten vergleichsweise mehr Stadtbewohner Mobilgeräte für den Internetzugang, wenn sie nicht zu Hause oder in der Arbeit waren, als die Bewohner ländlicher Gebiete.
  • Etwas mehr als die Hälfte (52 %) der Personen in der EU-28 im Alter von 16 bis 74 Jahren nutzte das Internet im Jahr 2016 für soziale Netzwerke. Dabei war der Anteil der Hauptstadtregionen und allgemein der Regionen in den nordischen und westlichen EU-Mitgliedstaaten besonders hoch. Frankreich stellte diesbezüglich eine Ausnahme dar; hier vermeldeten viele Regionen relativ niedrige Zahlen für die Nutzung sozialer Netzwerke.
  • Etwas weniger als die Hälfte (48 %) der Personen in der EU-28 im Alter von 16 bis 74 Jahren nutzte das Internet in den 12 Monaten vor der Umfrage im Jahr 2016 für elektronische Behördendienste. Besonders beliebt waren diese Tätigkeiten bei Personen in den Regionen der Niederlande und der nordischen Mitgliedstaaten, während sie in den Regionen Bulgariens, Italiens und Rumäniens am wenigsten genutzt wurden.
  • 2016 vermeldeten 55 % der Personen in der EU-28 im Alter von 16 bis 74 Jahren, dass sie Waren oder Dienstleistungen online erworben hatten. Die Nutzung von elektronischen Behördendiensten war eng mit der regelmäßigen Internetnutzung verbunden und daher verhältnismäßig hoch in den nördlichen und westlichen EU-Mitgliedstaaten und dementsprechend niedriger in den Regionen der südlichen und östlichen Mitgliedstaaten.

Internetnutzung

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Zu Beginn der weltweiten Internetnutzung war der Internetzugang hauptsächlich jenen Personen vorbehalten, die mit einem Desktop-Computer arbeiteten oder einen solchen besaßen. Danach sorgte eine Reihe technologischer (und kommerzieller) Entwicklungen dafür, dassdass nun eine breitere Palette von Geräten für den Zugang zum Internet, vor allem unterwegs, genutzt werden kann. Es ist denkbar, die Einführung von Smartphones und Tablets zumindest teilweise zur Überbrückung der digitalen Kluft beigetragen hat, zumal der Zugang zum Internet durch diese Geräte nun einer Vielzahl von Gruppen möglich ist, die zuvor Schwierigkeiten hatten, das Internet zu nutzen, beispielsweise Personen mit einem niedrigen Bildungsniveau oder Personen mit einem geringen Einkommen.

Fast ein Siebtel der EU-28-Bürger hat das Internet noch nie genutzt

Ein Internetnutzer ist in diesem Zusammenhang eine Person, die das Internet in jedweder Form nutzt: sowohl zu Hause, in der Arbeit oder an anderer Stelle, sei es für private oder berufliche Zwecke und unabhängig vom genutzten Endgerät (Desktop-Computer, Laptop, Netbook oder Tablet, Smartphone, Spielkonsole oder E-Book-Reader) oder der Art der Internetverbindung. Als regelmäßige Internetnutzer gelten in diesem Kontext jene Personen, die das Internet in den drei Monaten vor der Umfrage im Durchschnitt mindestens einmal pro Woche genutzt haben.

Im Jahr 2016 fiel der Anteil der Bevölkerung (im Alter von 16 bis 74 Jahren), die das Internet noch nie genutzt hatte, auf weniger als ein Siebtel in der EU-28, also 14 %, wie in der linken Hälfte von Abbildung 1 dargestellt, während ca. 2 % der Bevölkerung das Internet mehr als ein Jahr vor der Umfrage 2016 genutzt hatte. Rund 71 % der Bevölkerung nutzten das Internet während der drei Monate vor der Umfrage 2016 täglich, während weitere 8 % mindestens einmal in der Woche und 3 % weniger als einmal in der Woche (jedoch innerhalb der letzten drei Monate) das Internet nutzten. Angesichts dieser drei Gruppen von Internetnutzern bestätigt sich, dass mehr als vier Fünftel (82 %) der EU-28-Bevölkerung das Internet in den drei Monaten vor der Umfrage 2016 genutzt hatten. Beim Vergleich der Nutzungshäufigkeit von 2016 mit jener von 2007 (Beginn der Zeitreihe für die EU-28) nahm die tägliche Nutzung beträchtlich zu, während alle übrigen Häufigkeiten zurückgingen, besonders in der Kategorie von Personen, die das Internet nie genutzt hatten.

Die rechte Hälfte der Abbildung 1 zeigt einen Überblick über gängige Verwendungen des Internets. So kommunizierten 71 % der Personen in den drei Monaten vor der Umfrage von 2016 über E-Mail, also ein sehr großer Teil jener 82 % der Bevölkerung (im Alter von 16 bis 74 Jahren), die in dieser Zeit das Internet genutzt hatten. Auch der Anteil jener Personen, die das Internet genutzt hatten, um sich über Waren und Dienstleistungen zu informieren, war mit knapp zwei Drittel (66 %) der Bevölkerung verhältnismäßig hoch, während fast die Hälfte der Bevölkerung Onlinebanking nutzte oder im Internet nach Gesundheitsinformationen suchte. Der Anteil der Bevölkerung, die diesen Aktivitäten im Internet nachging, wuchs zwischen 2007 und 2016 um 20-24 Prozentpunkte für diese vier Nutzungsarten. Der Anteil der Personen, die das Internet für solche Aktivitäten nutzten, wuchs rasch, vor allem im Bereich der Suche nach Gesundheitsinformationen (wo sich der Anteil verdoppelte) und des Onlinebankings (wo sich der Anteil fast verdoppelte).

Regelmäßige Internetnutzung

Der Anteil der Personen (im Alter von 16 bis 74 Jahren) in der EU-28, die das Internet regelmäßig (täglich oder wöchentlich) nutzten, stieg in den letzten Jahren beständig. Das Ausmaß des Anstiegs ging von 4-5 Prozentpunkten pro Jahr zwischen 2008 und 2010 etwas zurück auf 2-3 Prozentpunkte zwischen 2010 und 2014 und lag im Jahr 2015 bei genau 1 Prozentpunkt. Im Jahr 2016 nahm der Anstieg mit +3 Prozentpunkten wieder zu. Der Anteil der regelmäßigen Internetnutzer in der EU-28 stieg insgesamt um 28 Prozentpunkte von 51 % im Jahr 2007 auf 79 % im Jahr 2016.

Bei näherer Betrachtung der regionalen Ergebnisse (generell für die NUTS-2-Regionen, wobei die Daten für Deutschland, Griechenland, Polen und das Vereinigte Königreich nur auf NUTS-Ebene 1 verfügbar sind) nutzten in 135 der 205 EU-28-Regionen, für die Daten verfügbar waren, 75 % der Bevölkerung (im Alter von 16 bis 74 Jahren) im Jahr 2016 regelmäßig das Internet (dargestellt auf Karte 1 in den drei dunkelsten Orangetönen). Dabei war der Anteil der Regionen mit einem Wert über dem EU-28-Durchschnitt (99 Regionen) fast ebenso groß wie der Anteil der Regionen mit einem Wert unter dem Durchschnitt (101 Regionen). Fünf Regionen entsprachen genau dem EU-28-Durchschnitt.

Besonders hohe Anteile an regelmäßigen Internetnutzern in britischen, niederländischen und dänischen Regionen sowie in Luxemburg

Die höchsten Bevölkerungsanteile regelmäßiger Internetnutzer (im Alter von 16 bis 74 Jahren) meldeten Luxemburg (auf dieser Analyseebene lediglich eine Region) und South East England im Vereinigten Königreich mit 97 %. Knapp darauf folgten die dänische Hauptstadtregion, zwei niederländische Regionen (Utrecht und Flevoland) sowie zwei weitere britische Regionen (South West England und London). Auf diese sieben Regionen, deren Anteil an regelmäßigen Internetnutzern mindestens 95 % erreichte, folgten weitere 62 EU-Regionen mit einem Anteil von mindestens 85 %; diese konzentrierten sich auf den Westen (hauptsächlich deutsche, niederländische, britische und belgische Regionen, aber auch französische, österreichische und irische) und den Norden (schwedische, dänische, finnische und estnische Regionen), wobei die Hauptstadtregionen der Tschechischen Republik und Ungarns die einzigen Ausnahmen darstellten.

Weniger als die Hälfte der Bevölkerung nutzte das Internet regelmäßig in Sud - Muntenia in Rumänien

Im Gegensatz dazu gab es eine Region in der EU-28, Sud-Muntenia in Rumänien, in der im Jahr 2016 weniger als die Hälfte der Bevölkerung (im Alter von 16 bis 74 Jahren) das Internet regelmäßig nutzte. Hier lag der Prozentsatz bei 48 %. In einem größeren Zusammenhang betrachtet lagen die 28 Regionen, in denen die regelmäßigen Internetnutzung unter 65 % lag (auf Karte 1 im hellsten Orangeton dargestellt), vorwiegend im Süden und Osten der EU, mit Ausnahme von drei französische Regionen (Corse, Guyane und Martinique).

In den meisten EU-Mitgliedstaaten verzeichneten die Hauptstadtregionen den höchsten regionalen Anteil an regelmäßigen Internetnutzern, wobei dies bei folgenden EU-Mitgliedstaaten mit mehreren Regionen nicht der Fall war: Belgien, Deutschland, Irland, Frankreich, Italien, die Niederlande, die Slowakei oder das Vereinigte Königreich.

Mobile Internetnutzung

Nach der Feststellung, dass die regelmäßige Internetnutzung in den meisten EU-Regionen relativ hoch ausfiel, geht es nun im verbleibenden Teil dieses Artikels weniger darum, ob die Menschen das Internet nutzen oder nicht, sondern wie sie es nutzen. Die Nutzung von Mobilgeräten (wie Smartphones) für den Zugang zum Internet außerhalb der Wohnung oder des Arbeitsplatzes hat in der EU-28 beträchtlich zugenommen und ergänzt bzw. ersetzt somit die herkömmlichen Festnetzanschlüsse (normalerweise zu Hause, am Arbeitsplatz oder am Ausbildungsort). Im Jahr 2012 (Beginn der Zeitreihe) hatte ein wenig mehr als ein Drittel (36 %) der Personen in der EU-28 zwischen 16 und 74 Jahren innerhalb der letzten drei Monate vor der Umfrage ein Mobilgerät genutzt, um auf das Internet zuzugreifen. 2016 lag der Wert bereits bei 59 %, was einem Anstieg von 23 Prozentpunkten entspricht.

Zwischen 2012 und 2016 nahm der Anteil der Bevölkerung (im Alter von 16 bis 74 Jahren), der das Internet in irgendeiner Form in den letzten drei Monaten vor der Umfrage genutzt hatte, um neun Prozentpunkte von 73 % auf 82 % zu. So nutzte 2012 etwa die Hälfte aller Internetnutzer ein Mobilgerät (mit oder ohne Nutzung herkömmlicher Geräte neben den Mobilgeräten). Dieser Anteil wuchs bis 2016 auf mehr als 70%, was den wachsenden Stellenwert von Mobilgeräten in den letzten Jahren verdeutlicht.

Eine regionale Analyse der Nutzung von Mobilgeräten für den Internetzugang zeigt ein weitgehend ähnliches Muster im Vergleich zum allgemeinen Internetzugang: Die Nutzung in den nördlichen und westlichen EU-Mitgliedstaaten fällt dabei höher und die der südlichen und östlichen Mitgliedstaaten niedriger aus, wobei die Zahlen in den Hauptstadtregionen im Allgemeinen höher liegen. In zwei niederländischen (Flevoland und Utrecht) und zwei britischen (London und South East England) Regionen sowie in den dänischen und schwedischen Hauptstadtregionen lag die Nutzung von Mobilgeräten für den Internetzugang am höchsten (85 % und mehr). Bei einer breiteren Betrachtung der Regionen, in denen der Anteil bei mindestens 75 % lag (auf Karte 2 der dunkelste Orangeton) lagen mit Ausnahme der spanischen Regionen alle übrigen Regionen in den nördlichen und westlichen Mitgliedstaaten: Vereinigtes Königreich, Irland, die Benelux-Mitgliedstaaten oder die nordischen Mitgliedstaaten. Jene Regionen, in denen die Bevölkerung nur zu einem relativ geringen Teil Mobilgeräte für den Internetzugang außerhalb der Wohnung oder des Arbeitsplatzes nutzte, lagen ausschließlich in den südlichen (Italien und Griechenland) und östlichen (Polen, Bulgarien und Rumänien) Mitgliedstaaten.

Im Vergleich zum regelmäßigen Internetzugang war die mobile Internetnutzung in vielen italienischen und polnischen Regionen besonders niedrig und in den spanischen Regionen besonders hoch

Trotz der insgesamt relativ ähnlichen Muster auf den Karten 1 und 2 gab es doch einige bemerkenswerte Unterschiede. So waren 2016 drei Viertel (75 %) der Bevölkerung (im Alter von 16 bis 74 Jahren) in Lombardia (Italien) regelmäßige Internetnutzer, womit diese Region nur 4 Prozentpunkte unter dem EU-28-Durchschnitt lag. Gleichzeitig nutzten aber nur 29 % dieser Personen Mobilgeräte zu diesem Zweck, was 30 Prozentpunkten unter dem EU-28-Durchschnitt entspricht. In vielen italienischen Regionen und besonders im Norden gab es große Unterschiede zwischen der Anzahl regelmäßiger Internetnutzer und jener, die außerhalb der Wohnung oder des Arbeitsplatzes Mobilgeräte für den Zugang zum Internet nutzten. Eine ähnliche Situation zeigt sich in allen polnischen Regionen sowie in mehreren Regionen in der Tschechischen Republik und in Auvergne in Frankreich. Demgegenüber steht eine besonders starke Nutzung von Mobilgeräten für den Internetzugang außerhalb der Wohnung oder des Arbeitsplatzes (im Vergleich zur Gesamtzahl der regelmäßigen Internetnutzung) in vielen spanischen Regionen, zum Beispiel in den autonomen Städten Ceuta und Melilla, Extremadura, Cataluña und Principado de Asturias.

Eine Auswertung nach Verstädterungsgrad zeigt, dass Mobiltelefone (oder Smartphones) für den Internetzugang außerhalb der Wohnung oder des Arbeitsplatzes 2016 von den Stadtbewohnern in der EU-28 stärker genutzt wurden (61 %) als von Personen, die in Kleinstädten oder Vororten (55 %) oder in ländlichen Gebieten (47 %) wohnen. Dieses Muster wurde in fast allen EU-Mitgliedstaaten beobachtet. Ausnahmen waren Luxemburg, wo sich das Muster umgekehrt darstellte, Belgien und Zypern (und in geringerem Maße Frankreich und das Vereinigte Königreich), wo das Smartphone in Kleinstädten und Vororten etwas häufiger genutzt wurde als in Städten, und Irland (und in geringerem Maße Estland), wo die Nutzung in Kleinstädten und Vororten geringer ausfiel als in ländlichen Gebieten.

Soziale Netzwerke

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Eine der beliebtesten Aktivitäten im Internet ist die Nutzung sozialer Netzwerke. Mehr als die Hälfte (52 %) der Personen (im Alter von 16 bis 74 Jahren) in der EU-28 nutzte das Internet im Jahr 2016 für die soziale Vernetzung auf Websites wie Facebook oder Twitter. Dieser Anteil lag 14 Prozentpunkte über dem Wert von 2011 (Beginn der Zeitreihe). Die Häufigkeit der Nutzung war eindeutig an das Alter gekoppelt. 85 % der Personen in der EU-28 zwischen 16 und 24 Jahren nutzten 2016 die sozialen Netzwerke, während dies bei nur 16 % der Bevölkerung im Alter zwischen 65 und 74 Jahren der Fall war.

Eine regionale Rangliste zur Nutzung der sozialen Netzwerke zeigte, dass die Hauptstadtregionen häufig im Vorfeld lagen: 78 % der Bevölkerung (im Alter zwischen 16 und 74 Jahren) verwendeten die sozialen Netzwerke in der dänischen Hauptstadtregion, 77 % in der schwedischen Hauptstadtregion und 76 % in der belgischen Hauptstadtregion, die den dritten Platz mit der dänischen Region Midtjylland und der britischen Region Scotland (NUTS-Ebene 1) teilte. Vier der fünf dänischen Regionen vermeldeten Anteile von mindestens 70 % (dargestellt auf Karte 3 im dunkelsten Orangeton), während die fünfte Region in Dänemark knapp darunter liegt. Weitere EU-Mitgliedstaaten, in denen mehrere Regionen einen Anteil von mindestens 70 % für soziale Vernetzung verzeichneten, waren Belgien, Schweden und das Vereinigte Königreich, ebenso die finnischen und ungarischen Hauptstadtregionen.

Die Verteilung auf die Regionen war nicht ganz gleichmäßig: 94 Regionen lagen über und 108 Regionen unter dem EU-28-Durchschnitt von 52 %. Drei Regionen entsprachen genau dem EU-28-Durchschnitt.

In sieben französischen Regionen waren weniger als 35 % der Bevölkerung (im Alter von 16 bis 74 Jahren) in den sozialen Netzwerken aktiv, dabei entfielen die niedrigsten Anteile auf Limousin (28 %), Guyane (27 %) und Corse (13 %). Von den 29 Regionen, deren Anteil unter 40% lag (dargestellt auf Karte 3 im hellsten Orangeton) lagen 17 in Frankreich und sieben in Italien; die übrigen fünf verteilten sich auf fünf verschiedene EU-Mitgliedstaaten.

Im Vergleich mit dem regelmäßigen Internetzugang war die Nutzung sozialer Netzwerke besonders niedrig in vielen französischen und deutschen Regionen, jedoch hoch in belgischen, bulgarischen, ungarischen, portugiesischen und rumänischen Regionen sowie in Zypern und Malta.

In vielen Regionen gibt es beträchtliche Unterschiede zwischen der regelmäßigen Internetnutzung (wie auf Karte 1 dargestellt) und der Nutzung sozialer Netzwerke (siehe Karte 3). So waren beispielsweise in Bourgogne (Frankreich) mehr als vier Fünftel (83 %) der befragten Bevölkerung im Jahr 2016 regelmäßige Internetnutzer, was 4 Prozentpunkte über dem EU-28-Durchschnitt liegt, aber nur 33 % nutzten soziale Netzwerke, also 19 Prozentpunkte unter dem EU-28-Durchschnitt. Große Unterschiede zwischen der regelmäßigen Internetnutzung und der Nutzung sozialer Netzwerke konnten in der Tat in vielen französischen und deutschen Regionen sowie im Burgenland (Österreich) beobachtet werden. Demgegenüber steht eine besonders hohe Nutzungsrate der sozialen Netzwerke (verglichen mit der allgemeinen regelmäßigen Internetnutzung) in mehreren belgischen, bulgarischen, ungarischen, portugiesischen und rumänischen Regionen sowie in Zypern und Malta (jeweils eine Region auf dieser Gliederungsebene). So waren in der belgischen Prov. Namur 79 % der befragten Bevölkerung regelmäßige Internetnutzer und entsprachen somit dem EU-28-Durchschnitt, während 71 % und damit 19% mehr als der EU-28-Durchschnitt soziale Netzwerke nutzten.

E-Government (elektronische Behördendienste)

Für die amtliche EU-Statistik umfasst der Begriff „E-Government“ den elektronischen Kontakt mit den Behörden und einigen öffentlichen Diensten über das Internet; dabei sollten manuell verfasste E-Mails ausgeschlossen werden. Dieser Kontakt mit den Behörden über das Internet kann sowohl Pflichten (wie die Steuererklärung) als auch Rechte (wie soziale Leistungen), Urkunden (wie Geburtsurkunden) oder Dienstleistungen (wie die öffentliche Bildung oder Gesundheit) betreffen. Der Kontakt kann in Form einer Online-Informationssuche, des Hochladens oder des Herunterladens von Formularen erfolgen.

Knapp die Hälfte (48 %) der Personen in der EU-28 (im Alter von 16 bis 74 Jahren) nutzte das Internet in den 12 Monaten vor der Umfrage 2016 für elektronische Behördendienste: 29 % nutzten das Internet für das Herunterladen von Formularen, 28 % für die Einreichung ausgefüllter Formulare und mehr als zwei Fünftel (42%) zu Informationszwecken. Die Nutzung elektronischer Behördendienste insgesamt stieg 2008 von 35 % um 13 Prozentpunkte an. Die Nutzung elektronischer Behördendienste war in den Altersgruppen 25-34 und 35-44 mit einem Anteil von drei Fünfteln am weitesten verbreitet, während jüngere Nutzer (45 % der Personen im Alter von 16 bis 24 Jahren) diese Dienste, womöglich aufgrund eines geringeren Bedarfs, weniger nutzten. Weniger verbreitet war die Inanspruchnahme elektronischer Behördendienste bei den älteren Bevölkerungsgruppen. Sie lag bei den 55-64-Jährigen bei 41 % und beo 27 % bei den Personen im Alter von 65 bis 74 Jahren. Dieser Rückgang lässt sich hauptsächlich durch die insgesamt weniger verbreitete Internetnutzung bei der älteren Generation erklären. Bei einer Analyse als Anteil der Internetnutzer (anstelle aller Personen) lag die Nutzung elektronischer Behördendienste für alle 10-Jahres-Altersgruppen zwischen 25 und 74 Jahren zwischen 53 % und 62 %.

Nutzung elektronischer Behördendienste am häufigsten in den niederländischen und nordischen Regionen und am seltensten in den bulgarischen, italienischen und rumänischen Regionen

Bei einer regionalen Rangliste der Nutzung von elektronischen Behördendiensten belegten dänische Regionen fünf der ersten sieben Plätze, begleitet von den finnischen und schwedischen Hauptstadtregionen. In diesen Regionen nutzten mindestens 86 % der Bevölkerung (im Alter von 16 bis 74 Jahren) in den 12 Monaten vor der Umfrage 2016 elektronische Behördendienste. Insgesamt 32 Regionen gaben Anteile von mindestens 70 % an (dargestellt auf Karte 4 im dunkelsten Orangeton). Dazu gehörten nicht nur alle dänischen Regionen, sondern auch alle niederländischen Regionen, vier der fünf finnischen Regionen (für die fünfte Region waren keine Daten verfügbar), sechs der acht schwedischen Regionen und jeweils eine Region fünf anderer EU-Mitgliedstaaten, nämlich Border, Midland and Western (Irland), Île de France (Frankreich), Estland und Luxemburg (beide Einzelregionen auf dieser Analyseebene) sowie South West (Vereinigtes Königreich, eine NUTS-1-Region).

Die Regionen waren sehr ungleich verteilt, wobei es mehr Regionen gab, die Werte über dem EU-28-Durchschnitt von 48 % verzeichneten als jene, die unter dem Durchschnitt lagen. Dies verdeutlichte zum Teil sehr niedrige Nutzungsraten elektronischer Behördendienste in bestimmten Regionen: Fünf rumänische Regionen vermeldeten, dass weniger als 10 % der Personen (im Alter von 16 bis 74 Jahren) elektronische Behördendienste nutzten und weitere 20 Regionen - alle aus Bulgarien, Italien oder Rumänien - vermeldeten ebenfalls Raten unter 25 % (dargestellt auf Karte 4 im hellsten Orangeton). Diese niedrigen Zahlen lassen sich zumindest teilweise auch auf ein mangelndes Angebot im Bereich elektronischer Behördendienste zurückführen.

Die Nutzung elektronischer Behördendiensten war im Vergleich zur regelmäßigen Internetnutzung in einigen französischen Überseeregionen und Corse besonders hoch, während Scotland, North East England, Bucuresti - Ilfov und Praha niedrige Zahlen verzeichneten

Es gibt nur wenige Regionen, in denen die Verteilung der regelmäßigen Internetnutzung (dargestellt auf Karte 1) signifikant von der Nutzung elektronischer Behördendienste (dargestellt auf Karte 4) abweicht. Besonders hervorzuheben sind hier die französischen Überseeregionen Guyane und Martinique sowie die französische Inselregion Corse. Hier lag die regelmäßige Internetnutzung mindestens 15 Prozentpunkte unter dem EU-28-Durchschnitt (79 %), während der Anteil der Bevölkerung (im Alter von 16 bis 74 Jahren), der elektronische Behördendienste nutzte, zum Beispiel in Guyane (46 %) sehr nah am EU-28-Durchschnitt (48 %) lag und in Corse (51 %) und Martinique (52 %) sogar darüber. Ein ähnliches Bild, wenn auch weniger ausgeprägt, zeigte sich in Alentejo und Centro (beide in Portugal) sowie in der griechischen Region Voreia Ellada.

In Scotland und North East of England (Vereinigtes Königreich) sowie in Praha (die Hauptstadtregion der Tschechischen Republik) lag die regelmäßige Internetnutzung mindestens 7 Prozentpunkte über dem EU-28-Durchschnitt, elektronische Behördendienste wurden jedoch um 9 Prozentpunkte weniger häufig genutzt. In Bucuresti - Ilfov (Hauptstadtregion von Rumänien) lag die regelmäßige Internetnutzung mit 75 % nur 4 Prozentpunkte unter dem EU-28-Durchschnitt, während elektronische Behördendienste von 19 % genutzt wurden; dies sind 29 Prozentpunkte weniger - oder weniger als die Hälfte - des EU-28-Durchschnitts von 48 %.

E-Commerce (elektronischer Handel)

E-Commerce kann im Allgemeinen als der Verkauf oder Erwerb von Waren oder Dienstleistungen mittels elektronischer Transaktionen über das Internet oder andere computergestützte Netze (Online-Kommunikationsnetze) definiert werden. Für die Gemeinschaftserhebung zur IKT-Nutzung in Privathaushalten und durch Einzelpersonen ist E-Commerce genauer definiert als die Bestellung von Waren bzw. die Erteilung von Aufträgen für Dienstleistungen über das Internet (die Bezahlung und die letztendliche Lieferung können online oder offline erfolgen). Neben dem Erwerb von Waren wie Büchern, Lebensmitteln, Bekleidung und elektrischen/elektronischen Waren gehören auch Telekommunikationsdienste, Filme und Musik, Software, Buchungen von Reisen und Unterkünften, der Kauf von Lotterielosen, Abonnements von Informationsdiensten sowie Käufe über Online-Auktionen dazu. Nicht eingeschlossen sind Bestellungen oder Aufträge in Form von manuell verfassten E-Mails.

Im Jahr 2016 gaben 55 % der Einzelpersonen in der EU-28 (im Alter von 16 bis 74 Jahren) an, dass sie (mindestens einmal in den letzten 12 Monaten vor dem Umfragedatum) Waren oder Dienstleistungen online erworben hatten; somit ist der Anteil von 30 % im Jahr 2007 auf 40 % im Jahr 2010 und 50 % im Jahr 2014 stetig angestiegen. Die Nutzung von E-Commerce lag bei der jüngsten Altersgruppe relativ hoch (67 % für Personen zwischen 16 und 24 Jahren), am höchsten jedoch in der folgenden Gruppe zwischen 25 und 34 Jahren (72 %). Danach ging die Nutzung des elektronischen Handels mit zunehmendem Alter zurück. Der geringste Anteil (27 %) entfiel auf die Altersgruppe zwischen 65 und 74. Dieses Altersprofil kann, wenn auch nicht vollständig, so doch zum Großteil durch den insgesamt niedrigeren Anteil älterer Menschen an der Internetnutzung erklärt werden: So wurde E-Commerce in den 12 Monaten vor der Umfrage 2016 von 75 % der Bevölkerung im Alter von 25 bis 34 Jahren genutzt, während der Anteil bei den 65-74-Jährigen nur etwas über der Hälfte (53 % der Internetnutzer in dieser Altersgruppe) lag.

Mehr als drei Viertel der Bevölkerung in vielen westlichen und nordischen Regionen erwarben Waren und Dienstleistungen über das Internet

2016 reichte der Anteil der Personen (im Alter von 16 bis 74 Jahren), die Online-Einkäufe tätigten, von maximal 90 % in South East England (Vereinigtes Königreich) bis zur niedrigsten Beteiligung von 8 % in der rumänischen Region Vest (siehe Karte 5). Der Unterschied dieser zwei Regionen mit der höchsten und der niedrigsten Tendenz zu Online-Einkäufen war mit der höchsten und niedrigsten Tendenz zur Nutzung elektronischer Behördendienste vergleichbar (wie auf Karte 4 dargestellt) und wesentlich größer als bei allen anderen IKT-Indikatoren (wie auf den Karten 1 bis 3 dargestellt).

Alle Regionen in Dänemark, Deutschland (NUTS-Ebene 1), Irland, den Niederlanden, Österreich, der Slowakei, Finnland, Schweden und dem Vereinigten Königreich (NUTS-Ebene 1) sowie Estland und Luxemburg (beide jeweils eine Region auf dieser Analyseebene), für die Daten bezüglich der Online-Käufe in der Bevölkerung vorlagen, vermeldeten, dass die Mehrheit ihrer jeweiligen Bevölkerung in den 12 Monaten vor der Umfrage 2016 Online-Einkäufe tätigte. Bei Betrachtung der Regionen mit dem höchsten Anteil (auf Karte 5 im dunkelsten Orangeton dargestellt) nutzten mindestens 75 % der Bevölkerung (im Alter von 16 bis 74 Jahren) den elektronischen Handel in einer Vielzahl von Regionen in den westlichen und nordischen Mitgliedstaaten: im Vereinigten Königreich (12 NUTS-1-Regionen), in Deutschland (sieben NUTS-1-Regionen), Dänemark (alle fünf Regionen), den Niederlanden (vier Regionen), in Schweden (drei Regionen) sowie in den Hauptstadtregionen von Finnland und Luxemburg (auf dieser Analyseebene eine Einzelregion).

Dem standen alle Regionen von Griechenland (NUTS-Ebene 1), Kroatien, Italien, Ungarn, Polen (NUTS-Ebene 1), Portugal, Rumänien und Slowenien sowie Zypern, Lettland, Litauen und Malta (wobei die vier letzteren jeweils eine Region auf dieser Analyseebene darstellen) gegenüber. Sie vermeldeten, dass nur eine Minderheit ihrer Bevölkerung in den 12 Monaten vor der Umfrage 2016 Online-Einkäufe tätigte. Zu den Regionen, in denen weniger als 30 % der Bevölkerung (im Alter von 16 bis 74 Jahren) online Waren und Dienstleistungen erworben hatten (dargestellt auf Karte 5 im hellsten Orangeton), gehörten alle acht rumänischen Regionen, alle sechs bulgarischen Regionen, acht italienische Regionen und jeweils zwei Regionen in Griechenland (NUTS-Ebene 1), Frankreich und Portugal sowie Zypern (eine Region auf dieser Analyseebene).

Die Nutzung des elektronischen Handels stand oft in engem Zusammenhang mit der regelmäßigen Internetnutzung

Es gibt nur wenige Regionen, in denen die Verteilung der regelmäßigen Internetnutzung (dargestellt auf Karte 1) signifikant von der Nutzung des elektronischen Handels (dargestellt auf Karte 5) abweicht. In North East (Vereinigtes Königreich NUTS-1-Region) lag die Quote regelmäßiger Internetnutzung bei 86 % und damit 7 Prozentpunkte über dem EU-28-Durchschnitt von 79 %), während 81 % der Bevölkerung (im Alter von 16 bis 74 Jahren) in North East in den 12 Monaten vor der Umfrage 2016 den elektronischen Handel genutzt hatten. Dies entspricht 26 Prozentpunkten über dem EU-28-Durchschnitt. Im Gegesatz dazu war in einigen wenigen Regionen (einschließlich der ungarischen und rumänischen Hauptstadtregionen) die Nutzung des elektronischen Handels im Vergleich zur regelmäßigen Internetnutzung sehr wenig verbreitet: In Közép-Magyarország lag die regelmäßige Internetnutzung 8 Prozentpunkte über dem EU-28-Durchschnitt, während die Nutzung des elektronischen Handels 13 Prozentpunkte darunter lag. In Bucuresti - Ilfov war die regelmäßige Internetnutzung nur um 4 Prozentpunkte weniger häufig als in der EU-28, während die Nutzung des elektronischen Handels nur 19 % betrug und damit 36 Prozentpunkte unter dem EU-28-Durchschnitt lag.

Abbildung 3 zeigt eine detaillierte Darstellung der Online-Einkäufe in drei Waren- und Dienstleistungskategorien auf der Grundlage des Verstädterungsgrades. Die Unterschiede beim Online-Einkauf von Waren und Dienstleistungen nach Verstädterungsgrad können nicht nur die Schwankungen der Internetnutzung allgemein oder der Bereitschaft zur Nutzung des Internets für Einkäufe widerspiegeln, sondern auch die zugrunde liegenden Unterschiede beim Bedarf oder dem Wunsch nach einer bestimmten Art von Waren und Dienstleistungen.

Von den drei auf Abbildung 3 dargestellten Arten von Waren und Dienstleistungen zeigte die Buchung von Reisen und Urlaubsunterkünften die größte Variationsbreite in der EU-28 nach Verstädterungsgrad: Verglichen mit 21 % der Bevölkerung in den ländlichen Gebieten erwarben im Jahr 2016 33 % der Stadtbevölkerung derartige Dienstleistungen, also 12 Prozentpunkte mehr. Für Filme/Musik und/oder Bücher/Zeitschriften/elektronisches Lehrmaterial und/oder Computersoftware (nachfolgend bezeichnet als audiovisuelle Produkte) fiel das Spektrum mit 10 Prozentpunkten Unterschied etwas geringer aus, bei Bekleidung und Sportartikeln lag der Unterschied bei 7 Prozentpunkten. Gleichermaßen galt für alle drei Produktgruppen, dass die ländliche Bevölkerung am wenigsten häufig im Internet einkaufte, wobei der größte Anteil auf die Großstadtbevölkerung entfiel, dicht gefolgt von Bewohnern von Kleinstädten und Vororten.

Eine genauere Analyse der Online-Einkäufe von Bekleidung und Sportartikeln zeigt, dass 16 der 28 EU-Mitgliedstaaten ein ähnliches Verhalten wie die EU-28 insgesamt aufwiesen, und zwar wurden die höchsten Anteile an Einzelpersonen, die diese Waren 2016 über das Internet kauften, bei in Städten lebenden Personen verzeichnet, und die niedrigsten Anteile bei Menschen, die in ländlichen Gebieten lebten. Zu den drei Ausnahmen gehörten Luxemburg, das Vereinigte Königreich und Italien, hier war die Situation genau umgekehrt. Zu den anderen Ausnahmen zählten Kleinstädte und Vororte in Belgien, Estland, Frankreich, Ungarn, Österreich und Schweden, wo anteilsmäßig die meisten Personen Bekleidung und Sportartikel über das Internet erwarben, während in der Tschechischen Republik, Irland und Lettland das Gegenteil der Fall war - hier verzeichnenten Kleinstädte und Vororte den geringsten Anteil an Einzelpersonen. In Irland fielen die Unterschiede nach Verstädterungsgrad besonders groß aus. So kauften Bewohner von Großstädten etwa 3,5 Mal so viel Bekleidung und Sportartikel im Internet wie die Bewohner von Kleinstädten und Vororten; demgemäß vermeldete Irland ein breites Spektrum für alle drei in Abbildung 3 dargestellten Produktgruppen.

Bei audiovisuellen Produkten wiesen noch mehr EU-Mitgliedstaaten das gleiche Muster wie die EU-28 insgesamt auf: In 23 EU-Mitgliedstaaten waren es hauptsächlich die Großstädter, die derartige Produkte online erwarben, der geringste Anteil entfiel auf die ländliche Bevölkerung. Auch hier stellte Irland erneut eine Ausnahme dar. Hier war der Anteil der Personen, die derartige Einkäufe tätigten, in Kleinstädten und Vororten besonders niedrig, während im Gegensatz dazu Belgien, Malta und das Vereinigte Königreich den höchsten Anteil in Kleinstädten und Vororten verzeichneten. Wie beim Einkauf von Bekleidung und Sportartikeln befand sich der größte Anteil an Personen in Luxemburg, die audiovisuelle Produkte online erwarben, in ländlichen Gebieten.

Ähnlich verhielt es sich bei der Tendenz, Reisen oder Urlaubsunterkünfte online zu buchen, die allgemein (in 24 der EU-Mitgliedstaaten) bei der Großstadtbevölkerung am größten war. Die Ausnahmen waren erneut Belgien und Malta (hier war der Anteil in Groß- und Kleinstädten gleich) sowie das Vereinigte Königreich (mit der höchsten Quote im ländlichen Raum) und Frankreich (hier lag der höchste Anteil in Kleinstädten und Vororten).

Datenquellen und Datenverfügbarkeit

Die europäischen Erhebungen zur IKT-Nutzung sollen zeitnah Statistiken über die Nutzung von IKT durch Einzelpersonen und Haushalte bereitstellen. Viele dieser Statistiken werden in dem Benchmarking-Rahmen verwendet, der mit dem Fortschrittsanzeiger der Digitalen Agenda (auf Englisch) der EU im Zusammenhang steht. EU-Statistiken über die Nutzung von IKT stützen sich auf die Verordnung (EG) Nr. 808/2004 über Gemeinschaftsstatistiken zur Informationsgesellschaft. Die Verordnung bezieht sich auf Statistiken sowohl über die Nutzung von IKT in Unternehmen als auch über die Nutzung von IKT in Haushalten und durch Einzelpersonen. In diesem Artikel wird lediglich der letztgenannte Aspekt behandelt. Seit 2005 sind jedes Jahr Durchführungsverordnungen der Europäischen Kommission verabschiedet worden. In diesen wurden bestimmte für die Datenerhebung relevante Bereiche festgelegt, um es den politischen Entscheidungsträgern zu ermöglichen, Daten zusammenzutragen, mit denen die Auswirkungen der neuen Technologien und Dienste auf diesem sich schnell wandelnden Gebiet gemessen werden können.

Die statistische Einheit für regionale Daten über die IKT ist entweder der Haushalt oder die Einzelperson. Die Grundgesamtheit der Haushalte setzt sich aus allen Haushalten mit zumindest einem Haushaltsmitglied in der Altersgruppe zwischen 16 und 74 Jahren zusammen. Die Grundgesamtheit der Einzelpersonen besteht aus allen Einzelpersonen im Alter zwischen 16 und 74 Jahren. Fragen zum IKT-Zugang werden an die Haushalte gerichtet, während Fragen zur IKT-Nutzung von den Einzelpersonen beantwortet werden, die zum Haushalt gehören.

Die Erfassung der vorgestellten Daten erfolgt in der Regel im zweiten Quartal des Erhebungsjahres (2016). EU-28-Aggregate werden gebildet, wenn die für die Mitgliedstaaten vorliegenden Daten mindestens 60 % der EU-Bevölkerung und mindestens 55 % der 28 Mitgliedstaaten, die das EU-Aggregat bilden, repräsentieren. Wenn zusätzliche nationale Daten verfügbar werden, werden diese in überarbeitete Aggregate einbezogen. Diese Statistiken werden somit regelmäßig überarbeitet, um der Bereitstellung zusätzlicher statistischer Daten Rechnung zu tragen.

In der Regel sind Regionalstatistiken über IKT für die EU-Mitgliedstaaten für NUTS-2-Regionen verfügbar. Die neuesten Daten aus Deutschland, Griechenland, Polen und dem Vereinigten Königreich liegen allerdings ausschließlich für NUTS-1-Regionen vor. Neuere Statistiken über die Nutzung von IKT werden zudem für Island (2014), Norwegen, die Schweiz (2014), die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien, Serbien (2015) und die Türkei vorgelegt; von diesen Ländern haben jedoch nur Norwegen, die Schweiz und die Türkei mehrere Regionen und nur für sie gibt es eine regionale Untergliederung (für das letztgenannte Land lediglich nach NUTS-1-Regionen).

NUTS

Die in diesem Artikel verwendeten Daten beziehen sich ausschließlich auf die NUTS-Version von 2013. Für die französische Region Mayotte und die finnische Region Åland sind keine Daten verfügbar.

Definitionen von Indikatoren

Glossareinträge zu den Statistiken sind für eine Vielzahl verschiedener Begriffe/Indikatoren im Zusammenhang mit der digitalen Wirtschaft und Gesellschaft verfügbar, dazu gehören: Breitband, digitale Kluft, Informations- und Kommunikationstechnologie (ICT), Internetnutzung, Internetnutzer, E-Commerce, E-Government und mobile Internetnutzung.

Weitere Informationen:
Spezieller Bereich zur digitalen Wirtschaft und Gesellschaft
Methodikhandbücher für die Nutzung von IKT in Unternehmen und Haushalten

Kontext

Die Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) hat vielfältige Auswirkungen auf das Leben der Menschen, sowohl am Arbeitsplatz als auch zu Hause, zum Beispiel bei der Kommunikation oder beim Online-Einkauf von Waren oder Dienstleistungen.

Ein schneller Internetanschluss erleichtert (in Verbindung mit den einschlägigen Kenntnissen und Fähigkeiten) die Durchführung vieler Online-Aktivitäten, wie etwa die Beschaffung von Informationen über praktisch alle Themenbereiche, das Kommunizieren über E-Mail, Kurznachrichten- oder Videodienste, das Zugreifen auf Arbeitsdateien, die Nutzung audiovisueller Dienste und den Kauf oder Verkauf von Waren und Dienstleistungen. Der Zugang zu IKT wird von vielen Akteuren als entscheidende Voraussetzung für die Verbesserung sowohl des Produktivitätsniveaus als auch der Wettbewerbsfähigkeit der Regionen angesehen. Den IKT wird die Schaffung einer größeren Flexibilität in der Arbeitsumgebung zugeschrieben (da sie z. B. Heimarbeit oder Telearbeit ermöglichen) und die Eröffnung neuer Freizeitaktivitäten. Diese Entwicklungen haben neue Dimensionen der Beteiligung von Einzelpersonen und Gruppen nicht nur am wirtschaftlichen Leben, sondern auch am gesellschaftlichen und politischen Leben geschaffen. Die Präsenz und weite Verbreitung von IKT haben ebenfalls tief greifende Auswirkungen auf den Wandel der Gesellschaft gehabt, eröffnen die IKT doch unabhängig vom geographischen Standort vollkommen neue Wege des Arbeitens, der sozialen Interaktion und des Informationsaustauschs.

Obwohl das Internet bei vielen Europäern fast schon ein fester Bestandteil des täglichen Lebens ist, sind einige Teile der Bevölkerung weiterhin von der digitalen Welt ausgeschlossen. Da ein immer größerer Teil unserer täglichen Aufgaben online durchgeführt werden, sind digitale Kompetenzen ein zunehmend an Bedeutung gewinnendes Instrument, das allen Bürgerinnen und Bürgern die Teilhabe an der Gesellschaft ermöglicht. Am 10. Juni 2016 verabschiedete die Europäische Kommission eine neue Europäische Agenda für Kompetenzen (auf Englisch) mit der eine Reihe von Maßnahmen gefördert werden soll, um sicherzustellen, dass die Bürgerinnen und Bürger der EU angemessene Schulungen, Kompetenzen und Unterstützung erhalten, damit sie entsprechend für das moderne Arbeitsumfeld vorbereitet sind.

Politikinitiativen

Die EU-Politik deckt in diesem Bereich verschiedene Themen ab: Von der Regulierung ganzer Bereiche wie E-Commerce bis hin zur Erarbeitung von Methoden zum Schutz der Privatsphäre von Einzelpersonen.

Im Mai 2015 nahm die Europäische Kommission eine Strategie für einen digitalen Binnenmarkt für Europa (COM(2015) 192 final) an, der zu ihren 10 wichtigsten politischen Prioritätengehört. Mit ihren 16 Initiativen erstreckt sich diese Strategie auf drei Bereiche: Förderung eines besseren Online-Zugangs zu Waren und Dienstleistungen in ganz Europa; Schaffung optimaler Rahmenbedingungen für die Entwicklung digitaler Netze und Dienste; Sicherstellung, dass die europäische Wirtschaft und die Unternehmen das Potenzial der digitalen Wirtschaft als Wachstumsmotor ausschöpfen können. Im Arbeitsprogramm der Europäischen Kommission für 2017Für ein Europa, das schützt, stärkt und verteidigt“ (COM(2016) 710) schlägt die Europäische Kommission vor, bereits bestehende Vorschläge rasch zu bearbeiten und eine Überprüfung des Fortschritts zur Vollendung des digitalen Binnenmarkts zu unternehmen.

Ende 2015 hat die Europäische Kommission ein Rahmenkonzept mit dem Titel Überwachung der digitalen Wirtschaft und Gesellschaft 2016–2021 (auf Englisch) veröffentlicht. In diesem Dokument werden die wichtigsten politischen Entwicklungen und die dafür notwendigen Datenanforderungen skizziert. Ein Fortschrittsanzeiger (Digital Scoreboard) soll den Fortschritt in der digitalen Wirtschaft Europas messen. Darüber hinaus hat die Europäische Kommission 2016 eine Überprüfung des Binnenmarkts: Zwei Jahre digitaler Binnenmarkt für Europa verabschiedet.

Weitere Informationen:
Digital scoreboard (auf Englisch)

Siehe auch

Weitere Informationen von Eurostat

Datenvisualisierung

Veröffentlichungen

Haupttabellen

Nutzung von IKT in Haushalten und von Einzelpersonen (t_isoc_i)
Regionale Statistik der Informationsgesellschaft (t_isoc_reg)
Regionale Statistik der digitalen Wirtschaft und Gesellschaft (t_reg_isoc)

Datenbank

Nutzung von IKT in Haushalten und von Einzelpersonen (isoc_i)
Regionale Statistik der Informationsgesellschaft (isoc_reg)
Regionale Statistik der Informationsgesellschaft (reg_isoc)

Spezieller Bereich

Methodik / Metadaten

Quelldaten für die Tabellen, Abbildungen und Karten (MS Excel)

Weblinks