AA+A++DruckfassungWegweiserRSSRSS

Europa 2020 in Österreich

Wirtschaftslage und -aussichten

 

Nach vier von langsamem Wachstum geprägten Jahren ist nun ein Aufschwung der österreichischen Konjunktur zu erwarten. Der Wachstumspfad der österreichischen Wirtschaft verlief seit 2012 eher flach; es ist jedoch davon auszugehen, dass die Wachstumsrate von 0,7 % im Jahr 2015 auf rund 1½ % in den Jahren 2016 und 2017 ansteigen wird. Zwei Triebfedern dieser Beschleunigung dürften der private Verbrauch und die Investitionen in Wohnimmobilien sein. Die Investitionstätigkeit war bislang verhalten, dürfte sich jedoch aufgrund des gestärkten Vertrauens, günstiger Finanzierungsbedingungen und der notwendigen Ersetzung von Ausrüstung verstärken. Die Arbeitslosenquote wird voraussichtlich bei 6 % verharren. Die Inflation dürfte bis 2017 auf knapp 2 % ansteigen, da die dämpfende Wirkung der Energiepreise nachlässt. Die Steuerreform und die Mehrausgaben für Flüchtlinge und Migranten belasten die haushaltspolitischen Aussichten zusätzlich. Den Prognosen zufolge wird sich das gesamtstaatliche Defizit, das 2015 1,6 % betrug, in den Jahren 2016 und 2017 dennoch bei 1,7 % stabilisieren. Aufgrund der Maßnahmen im Finanzsektor stieg der öffentliche Schuldenstand in den Jahren 2014 bis 2015; den Projektionen zufolge soll er aber 2017 auf 84 % des BIP sinken.

 


Eingehende Überprüfung 2016

 

In Österreich bestehen keine makroökonomischen Ungleichgewichte. Angesichts der Engagements der österreichischen Banken im Ausland und ihrer Fremdwährungsdarlehen sowie der Eigenkapitalausstattung der Banken und ihrer Gewinnaussichten dürften die Banken anfällig für negative Spillover-Effekte sein. Allerdings wurde die Risikoposition der Banken bereits verringert, während die Maßnahmen zur Erhöhung der Kapitaldecke und Risikominderung die Kreditvergabefähigkeit der Banken allmählich stärken dürften. Die Umstrukturierung der Finanzeinrichtungen hat sich auf die öffentlichen Finanzen niedergeschlagen, macht nun aber Fortschritte, ohne dass weitere öffentliche Mittel erforderlich wären. Aufsichtsrechtliche Maßnahmen haben die Risikoübernahmekapazität und die Widerstandskraft des heimischen Bankensektors gestärkt und im Ausland die lokale Finanzierungsgrundlage sowie die Qualität der Vermögenswerte verbessert. Die Exportmarktanteile sind zurückgegangen, haben sich aber nach Jahren der Verschlechterung stabilisiert.

 

Vollständige Analyse der österreichischen Wirtschaft im Länderbericht 2016 pdf - 2 MB [2 MB] English (en)

Wie schneidet Österreich in Schlüsselbereichen im Vergleich zu anderen EU-Mitgliedstaaten ab? English (en)

 


 

Empfehlungen 2015 in Kürze

Die Kommission hat vier länderspezifische Empfehlungen zur Verbesserung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit an Österreich gerichtet. Diese betreffen die Bereiche öffentliche Finanzen, Steuerwesen und Renten, Arbeitsmarkt und Bildung, Dienstleistungen sowie Finanzwirtschaft.

 


 

Unterlagen zum Europäischen Semester für Österreich