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Integratives Wachstum – eine Wirtschaft mit hoher Beschäftigung und wirtschaftlichem, sozialem und territorialem Zusammenhalt

Knoten aus bunten Bändern © iStockphoto

Integratives Wachstum bedeutet:

  • die Beschäftigungsquote in Europa zu steigern, mehr und bessere Arbeitsplätze zu schaffen, vor allem für Frauen, junge Menschen und ältere Arbeitskräfte;
  • Personen aller Altersgruppen durch Investitionen in Kompetenzen sowie in die allgemeine und berufliche Bildung in die Lage zu versetzen, Veränderungen vorauszusehen und zu bewältigen;
  • die Arbeitsmärkte und Sozialsysteme zu modernisieren;
  • dafür Sorge zu tragen, dass wachstumsbedingte Vorteile der gesamten EU zugutekommen.

Ziele der EU für integratives Wachstum

  1. Bis 2020 Anhebung der Beschäftigungsquote bei den 20- bis 64-Jährigen auf 75 %, indem mehr Menschen – insbesondere Frauen, Jugendliche, ältere und gering qualifizierte Personen und legale Migranten in Beschäftigung gebracht werden.
  2. Verbesserung des Bildungsstands, insbesondere
    Verringerungder Schulabbrecherquote auf unter 10 %;
    – Steigerung des Anteils der 30- bis 34-Jährigen mit Hochschulabschluss (oder gleichwertigem Abschluss) auf mindestens 40 %.
  3. Die Zahl der von Armut und sozialer Ausgrenzung betroffenen oder bedrohten Personen soll um mindestens 20 Millionen gesenkt werden.

> Alle EU-Kernziele

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Wie wird die EU mehr integratives Wachstum erreichen?

Durch zwei Leitinitiativen:

  1. Agenda für neue Kompetenzen und Beschäftigungsmöglichkeiten
    • Bedeutet für den Einzelnen: Befähigung der Bürgerinnen und Bürger, neue Qualifikationen zu erwerben, sich an neue Arbeitsmarktgegebenheiten anzupassen und sich beruflich neu zu orientieren;
    • und ganz allgemein: Modernisierung der Arbeitsmärkte, um das Beschäftigungsniveau zu heben, die Arbeitslosigkeit zu verringern, die Produktivität zu steigern und die Nachhaltigkeit unserer Sozialmodelle sicherzustellen.
  2. Europäische Plattform zur Bekämpfung der Armut
      Die Plattform soll
    • für wirtschaftlichen, sozialen und territorialen Zusammenhalt sorgen;
    • die Anerkennung der Grundrechte der von Armut und sozialer Ausgrenzung betroffenen Menschen auf ein Leben in Würde und auf aktive Teilhabe an der Gesellschaft gewährleisten;
    • die Eingliederung von Menschen in ihr lokales Umfeld, die berufliche Ausbildung, die Arbeitsuche und den Zugang zu Sozialleistungen erleichtern.

Auch Maßnahmen zur regionalen Entwicklung und regionale Investitionen fördern das integrative Wachstum, indem sie zum Abbau von regionalen Unterschieden beitragen und gewährleisten, dass wachstumsbedingte Vorteile der gesamten EU zugutekommen.

> Alle Leitinitiativen

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Warum braucht Europa integratives Wachstum?

Beschäftigung

  • Die Erwerbsbevölkerung in Europa schrumpft infolge der demografischen Entwicklung. Dies bedeutet, dass eine kleinere Zahl von Arbeitskräften eine wachsende Zahl von Nichterwerbstätigen unterstützen muss.
  • Die EU muss ihre Gesamtbeschäftigungsquote steigern: Die Beschäftigungsquote ist besonders niedrig bei Frauen (63 % gegenüber 76 % bei Männern in der Altersgruppe der 20- bis 64-Jährigen) und älteren Arbeitskräften zwischen 55 und 64 Jahren (46 % verglichen mit 62 % in den Vereinigten Staaten und Japan).
  • Die Europäer haben kürzere Arbeitszeiten und arbeiten 10 % weniger als die Amerikaner oder Japaner.
  • Die Wirtschaftskrise hat zu einer hohen Jugendarbeitslosigkeit von teilweise über 21 % geführt und die Jobsuche erschwert.

Kompetenzen

  • In der EU verfügen 80 Millionen Menschen nur über geringe oder grundlegende Qualifikationen und profitieren weniger von den Angeboten für lebenslanges Lernen als Menschen mit einer besseren Ausbildung.
  • Bis 2020 wird die Zahl der Arbeitsplätze für Hochqualifizierte um 16 Millionen steigen. Hingegen werden für gering Qualifizierte 12 Millionen weniger Arbeitsplätze zur Verfügung stehen.
  • Es ist wichtiger denn je, neue Kompetenzen zu erwerben und darauf aufbauen zu können.

Armutsbekämpfung

  • Bereits vor der Krise waren 80 Millionen Menschen von Armut bedroht, davon 19 Millionen Kinder.
  • 8 % der Erwerbsbevölkerung verdienen nicht genug, um die Armutsgrenze zu überwinden.

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