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ESF Aktuell

Ergebnisse der ersten Erhebung über die Kompetenzen von Erwachsenen bieten Orientierung zur Ausrichtung der ESF-Prioritäten für den Programmplanungszeitraum 2014-2020

10/10/2013

Schülerin an der Tafel
© michaeljung

Am 8. Oktober 2013 hat die Europäische Kommission gemeinsam mit der OECD die Ergebnisse einer umfassenden Erhebung über die Lese-, Schreib- und Rechenfertigkeiten sowie über technische Fähigkeiten in 17 EU-Mitgliedstaaten und weiteren Ländern veröffentlicht. In jedem Land wurde das Kompetenzniveau von 5 000 Personen im erwerbsfähigen Alter (16 bis 65 Jahre) bewertet.

Jeder fünfte Erwachsene in Europa hat Schwierigkeiten beim Lesen, Schreiben und der Lösung einfacher mathematischer Aufgaben, so die beunruhigenden Ergebnisse der Erhebung. Eine weitere Erkenntnis ist, dass Hochschulabschlüsse in demselben Fachgebiet EU-weit zu erheblich unterschiedlichen Kompetenzniveaus führen – ein Sachverhalt, der nicht zur Förderung der Mobilität von Hochschulabsolventen innerhalb der EU beiträgt. Die wichtigsten Ergebnisse der Erhebung sind:

  • 20 % der EU-Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter verfügen über unzureichende Lese-, Schreib- und Rechenfertigkeiten; bei den Arbeitslosen fällt dieser Anteil noch höher aus.
  • 25 % der EU-Bevölkerung fehlt es an digitaler Kompetenz für eine effiziente Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien.
  • Im Bereich der formalen Bildung bestehen bei Sekundarschul- und Hochschulabschlüssen erhebliche Qualifikationsunterschiede.
  • Das unterschiedliche Qualifikationsniveau zwischen den Generationen unterstreicht die Bedeutung des lebenslangen Lernens für einen höheren Lebensstandard.

In Spanien, Frankreich, Finnland und der belgischen Region Flandern zum Beispiel verfügen die 25- bis 34-Jährigen über deutlich bessere Lese-, Schreib- und Rechenfertigkeiten als die Altersgruppe der 55- bis 65-Jährigen.
Im internationalen Vergleich ist Japan führend, während die Ergebnisse in Ländern wie Kanada und den Vereinigten Staaten nur geringfügig von denen in der EU abweichen.

EU-Kommissar László Andor rief dazu auf, der Finanzierung von Bildung und Beschäftigungsreformen Priorität einzuräumen und den Europäischen Sozialfonds stärker für Investitionen in Qualifizierung und berufliche Bildung zu nutzen. Die Ergebnisse der Erhebung können den Mitgliedstaaten bei der Festlegung ihrer Prioritäten für die Verwendung von ESF-Mitteln im kommenden Programmplanungszeitraum 2014-2020 dienen; diese Mittel stellen eine wichtige Quelle für Investitionen in Qualifizierung und berufliche Bildung – auch für benachteiligte Gruppen – dar.

Die ESF-Unterstützung für bessere Bildung umfasst eine Vielzahl von Aktivitäten, darunter Curriculumsentwicklung an Schulen, Weiterbildung für Lehrkräfte sowie Unterstützung für Hochschulen, Berufsbildungseinrichtungen und das lebenslange Lernen. Der ESF unterstützt in erster Linie Menschen – Schüler, Studierende, Arbeitnehmer und Arbeitsuchende, die sich weiterbilden und neue Qualifikationen erwerben wollen. Bei zahlreichen Projekten geht es um Maßnahmen zur Senkung der Schulabbrecherquote und um die Qualifizierung von Jugendlichen – insbesondere bei benachteiligten Gruppen wie Minderheiten und Menschen mit Migrationshintergrund.