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Wer ist betroffen?

Die Verordnung unterscheidet beim Handel mit Holz und Holzerzeugnissen zwischen zwei Kategorien: Marktteilnehmer und Händler. Marktteilnehmer bringen Holz bzw. Holzerzeugnisse erstmalig auf dem Binnenmarkt in Verkehr und tragen infolgedessen den Großteil der Verantwortung. Indes müssen Händler – die Holz bzw. Holzerzeugnisse verkaufen, die bereits in Verkehr gebracht wurden – lediglich dokumentieren, von wem bzw. wem sie Holz kaufen und verkaufen.

Kennen Sie Ihre Pflichten?

Marktteilnehmer

Sie bringen Holz bzw. Holzerzeugnisse erstmals auf dem EU-Binnenmarkt in Verkehr.

Ihre Pflichten

Sie unterliegen einer Sorgfaltspflicht, wenn Sie Holz auf dem EU-Binnenmarkt in Verkehr bringen. Dabei müssen Sie alle gebotene Sorgfalt walten lassen, um die Risiken zu begrenzen, dass das Holz aus illegalem Holzeinschlag stammt bzw. erzeugt wird. Demgemäß haben Sie ein Risikomanagementsystem zu implementieren, das als die Sorgfaltspflichtregelung bezeichnet wird und auf Folgendem beruht:

Zugang zu Informationen: Der Marktteilnehmer muss Zugang zu Informationen über Holz und Holzerzeugnisse, das Land des Holzeinschlags (und ggf. die nationale Region des Holzeinschlags und die Konzession), Baumarten, Mengen, Einzelheiten zu den Lieferanten sowie über die Einhaltung der einzelstaatlichen Rechtsvorschriften besitzen.

Risikobewertung: Der Marktteilnehmer hat das Risiko, dass illegal geschlagenes Holz in seine Lieferkette gerät, anhand der oben genannten Informationen und unter Berücksichtigung der Risikokriterien laut EUTR zu bewerten.

Risikominderungsverfahren: Sofern sich bei der Bewertung ergibt, dass das Risiko des illegalen Holzeinschlags in der Lieferkette nicht unerheblich ist, lässt sich dieses Risiko durch zusätzliche Maßnahmen, darunter die Anforderung zusätzlicher Informationen und Nachprüfungen vom Lieferanten, weiter verringern.

Weitere Informationen zur Sorgfaltspflicht unter dem Abschnitt „ Wie wird die Verordnung umgesetzt?


 

Händler

Sie verkaufen bzw. kaufen Holz oder Holzerzeugnisse, die bereits auf dem EU-Binnenmarkt in Verkehr gebracht wurden, zu gewerblichen Zwecken.

Ihre Pflichten

Sie müssen Informationen über Ihre Lieferanten und Kunden aufbewahren, damit die problemlose Rückverfolgbarkeit Ihres Holzes gewährleistet ist.

Diese Angaben haben Sie mindestens fünf Jahre lang aufzubewahren. 

Die Informationen werden jedoch lediglich für den Zeitraum bis zur letzten Verkaufstransaktion zwischen Unternehmen benötigt. Der Verkauf an Endkunden muss nicht protokolliert werden.

Wie können die Marktteilnehmer ihrer Sorgfaltspflicht nachkommen?

Die Marktteilnehmer können ihre eigene Sorgfaltspflichtregelung entwickeln – d. h. eine Reihe von Maßnahmen und Verfahren zur effektiven Risikominimierung – oder auf das System einer Überwachungsorganisation zurückgreifen. Überwachungsorganisationen in Ihrer Nähe finden Sie hier.

Mehr Informationen über die Sorgfaltspflicht finden Sie unter dem Abschnitt „Wie wird die Verordnung umgesetzt?“ oder in dem ausführlichen Leitfadenpdf(170 KB)  .

Sie sind noch immer nicht sicher, ob Sie Marktteilnehmer oder Händler sind?

Nachfolgend einige Fallbeispiele zu Ihrer Orientierung.

Szenario 1

Hersteller C kauft Papier in einem Drittland außerhalb der EU und führt es in die EU (beliebiger Mitgliedstaat) ein, wo er das Papier zum Druck von Schulheften verwendet. Anschließend verkauft er die Schulhefte an Einzelhändler D in einem beliebigen EU-Mitgliedstaat. Schulhefte sind ein Produkt, das im Anhang zur EU-Holzhandelsverordnung erfasst ist:

  • Hersteller C wird zum Marktteilnehmer, wenn er das Papier zur Verwendung in seinem eigenen Unternehmen importiert.

Szenario 2

Unternehmen X schlägt Holz aus eigenen Ländereien innerhalb der EU und transportiert und verarbeitet es in seiner eigenen Sägemühle. Im Anschluss verkauft es Nadelschnittholz an Unternehmen Y:

  • Unternehmen X wird zum Marktteilnehmer, wenn es eigenes Holz für den Vertrieb über das eigene Unternehmen schlägt.

Szenario 3

Ein in der EU niedergelassener Hersteller C importiert beschichtetes Kraftpapier direkt von einem Hersteller aus einem Drittland und verwendet es zur Verpackung von Produkten, die im Anschluss auf dem EU-Markt verkauft werden:

  • Hersteller C wird zum Marktteilnehmer, wenn er das Kraftpapier zur gewerblichen Nutzung in die EU einführt (zu beachten ist, dass es in diesen Fall keine Rolle spielt, dass das Kraftpapier nur zur Verpackungszwecken dient, zumal es als eigenständiges Produkt importiert wird).

Weitere Fallbeispiele enthält der Leitfadenpdf(170 KB)  .