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Bericht bietet Roadmap für CO2-neutrales Großbritannien

28/07/2011

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Ein vom britischen Zentrum für alternative Technologie veröffentlichter Bericht enthält Vorschläge für die Verwirklichung eines CO2-neutralen Großbritanniens bis zum Jahr 2030 und betont gleichzeitig die Bedeutung einer weltweiten Zusammenarbeit.

zerocarbonbritain2030 sieht eine Möglichkeit, dass Großbritannien seine Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2030 um 90 % reduzieren und die restlichen 10 % Emissionen ausgleichen kann. Der Bericht vom Juni 2010 schlägt die Umsetzung von Umwelttechnologien und die Reduzierung des Gebrauchs von fossilen Brennstoffen vor und fordert einen effizienteren Umgang mit Ressourcen und einen wesentlichen Wandel im Verhalten der Gesellschaft.

Eine Reihe von Maßnahmen muss getroffen werden, bevor die Vision eines CO2-neutralen Großbritanniens Wirklichkeit werden kann: dazu gehören insbesondere neue Technologien, effiziente Bauweise sowie Verhaltensänderungen. Einzelne und Gemeinschaften müssen gedrängt werden, ihren Teil zur CO2 -Reduzierung beizutragen. Maßnahmen und Erfahrungen, die interessant, greifbar und erreichbar sind, müssen gefördert werden, um neue umweltfreundliche Sozialnormen zu implementieren.

Die Autoren dieses Berichts schlagen eine Reihe von Maßnahmen vor, die ihrer Ansicht nach die Emissionen auf Null senken, Hunderttausende von neuen Jobs schaffen und Umweltprobleme lösen werden. Ein erheblicher Beschäftigungsbedarf wird beispielsweise durch die Nachrüstung und neue energie- und ressourceneffiziente Anlagen entstehen. Pro eingesparte TWh ist mit 173 neuen Arbeitsplätzen zu rechnen. Und allein die umfassende Nutzung der Windkraft wird laut dem Bericht 3,4 Millionen Mannjahre erfordern.

Maßnahmen im Gebäudebereich könnten zu einer Senkung des Wärme- und Strombedarfs um 50 % führen. Eine umweltfreundliche Bauweise und umweltfreundliche Produkte im Bereich der Raumheizung, insbesondere passive Bauweise zur Verbesserung der natürlichen Wärmegewinnung, könnten eine solche Reduzierung erzielen. Zusätzlich könnten die Isolierung aller nicht isolierten Wänden und Dachböden sowie der vermehrte Einsatz von natürlichen und recycelten Baumaterialien einen erheblichen Umweltnutzen bringen. Natürliche und recycelte Materialien binden ebenfalls CO2 aus der Atmosphäre und können daher zur CO2-Speicherung genutzt werden.

Im Bereich der Bodennutzung fordert zerocarbonbritain2030 eine Reduzierung der Viehhaltung, die momentan 82 % der Treibhausgase in der Landwirtschaft erzeugt. Der Bericht hebt die Rolle hervor, die dem Boden bei der Bindung von Emissionen durch Speicherung zukommt.

Die Änderungen in Bodennutzung und Landwirtschaft würden von der britischen Bevölkerung eine Umstellung auf eine gesunde und auf weltweiter Ebene nachhaltige Ernährung verlangen – mit vielen pflanzlichen Nährstoffen, wenig Fleisch und großer Vielfalt.

Einige der Vorschläge, wie etwa die Ernährungsumstellung der Bevölkerung, werden möglicherweise keinen breiten Beifall in der Öffentlichkeit finden. Aber dieser Bericht stellt eine prägnante und umfassende Roadmap für ein nachhaltigeres Großbritannien dar. Der Bericht betont außerdem den dringenden Bedarf an internationalen Vereinbarungen und verschiedenen politischen Optionen für die Reduzierung von Emissionen einschließlich Cap and Trade, CO2 -Abgaben und Emissionsrechtehandel.

Weitere Informationen

  • Zentrum für alternative Energie:
    http://www.cat.org.uk/ English

    „Die Einsparungen, über die wir wirklich reden sollten. Neuer Bericht zerocarbonbritain2030 im Parlament vorgestellt“ (Zentrum für alternative Energie – Juni 2010):
    http://www.cat.org.uk/news/news_release.tmpl?command=search&db=news.db&eqSKUdatarq=37990&home=0 English

    Bericht zerocarbonbritain2030:
    http://www.zerocarbonbritain.com/index.php/zcbreportmenu/category/1-p?download=1%3A2030 pdf [5 MB] English

    Website zerocarbonbritain2030:
    http://www.zerocarbonbritain.com/ English