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Komitee weist den Weg zum Ziel für erneuerbare Energien im Vereinigten Königreich  

10/07/2009

  • Vereinigtes Königreich
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Umfangreiche Änderungen der Regierungspolitik sind erforderlich, damit das Vereinigte Königreich das EU-Ziel für erneuerbare Energien für das Jahr 2020 erreicht. Zu diesem Ergebnis kam ein vor kurzem veröffentlichter Bericht des House of Lords.

Das EU-Komitee des House of Lords stellte fest, dass Energiesparen und die Herstellung erneuerbarer Energie und Wärme durch Kleinerzeuger im Mittelpunkt der Strategie stehen sollte, die das Vereinigte Königreich benötigt, um die Zielvorgaben der EU für erneuerbare Energien zu erreichen. Darüber hinaus sollte die Regierung alle Möglichkeiten erforschen, die im Bereich der Energieerzeugung, des Vertriebs und der Energieeffizienz bestehen, um das EU-Ziel einer Energieeinsparung um 15 % bis zum Jahr 2020 zu erreichen.

„Die Zielvorgabe von 15 % ist sehr zu begrüßen, aber für das Vereinigte Königreich stellt sie eine enorme Herausforderung dar, besonders wenn man sich den derzeitigen Stand der Erzeugung erneuerbarer Energien ansieht“, erläutert Lord Freeman, der Vorsitzende des Komitees des House of Lords für den EU-Binnenmarkt. „Wir brauchen schnelle und gründliche Maßnahmen – bei Planung, Lieferkette und Stromnetz.“

Das Komitee ist vor allem besorgt, weil nach seiner Ansicht die derzeitige Strategie des Vereinigten Königreichs für erneuerbare Energien die Energieeffizienz nicht in den Mittelpunkt stellt, und es weist darauf hin, dass mit einer energischen Strategie zur Reduzierung der Nachfrage allein schon ein Fünftel der Zielvorgabe von 15 % erfüllt werden könnte.

Momentan beträgt der Anteil erneuerbarer Energien nur 5,1 % der gesamten Elektrizitätserzeugung im Vereinigten Königreich. In den Prognosen für das Jahr 2010 wird ein Anstieg auf 10 % erwartet. Zwar gibt es ein immenses Potenzial für Gezeiten- und Windkraft, aber die erneuerbare Energie wird meistens aus Biomasse (52 %) und Wasserkraft (35 %) gewonnen. Heizungssysteme, die mit erneuerbaren Energien betrieben werden, und die Kleinerzeugung von Elektrizität sind wichtige Elemente des Gesamtplans für erneuerbare Energien – umso mehr, weil 41 % der Energie im Vereinigten Königreich für Heizung und Kühlung verwendet wird.

Das Komitee äußerte auch Bedenken über negative Folgen für neue Umwelttechnologien. Vermutet wird, dass die Regierung, um die Ziele für das Jahr 2020 zu erreichen, kostengünstigere, langfristig angelegte Methoden aus den Augen verlieren könnte. Darüber hinaus bittet das Komitee die Europäische Kommission zu prüfen, ob neue Technologien wie die Wellen- und Gezeitenkraft eventuell durch die Ziele für 2020 benachteiligt werden können.

Weitere Informationen

Europäisches Klimawandel-Paket

Das Klimawandel-Paket der EU wurde im März 2007 vorgelegt, um die Emissionen zu verringern, den Anteil der erneuerbaren Energien zu erhöhen und die Energieeffizienz zu steigern. Ein zentrales Element dieses Pakets sind die 20-20-20-Ziele. Diese Ziele verdeutlichen die Verpflichtung durch die Mitgliedstaaten, die CO2-Emissionen um 20 % zu verringern, 20 % des gesamten Energiebedarfs durch erneuerbare Energiequellen abzudecken und den Energieverbrauch um 20 % zu reduzieren.

Damit das Ziel für die erneuerbaren Energien bis 2020 eingehalten werden kann, erhielten sämtliche Mitgliedstaaten ein nationales Ziel auf der Grundlage ihrer derzeitigen Produktion von erneuerbaren Energien, ihres BIP und einer pauschalen Steigerung, die bei allen Ländern eingerechnet wurde. Daraus entstand die Zielvorgabe von 15 % für das Vereinigte Königreich.

Weitere Informationen:

http://ec.europa.eu/environment/climat/climate_action.htm English