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Vereinigtes Königreich plant Gesetzesänderungen zur Förderung des Mikrowindturbinenmarktes

28/07/2011

  • Städtisch,
  • Technologie
  • Vereinigtes Königreich

Ein Antrag der Regierung des Vereinigten Königreichs zur Aufhebung von Planungsgenehmigungseinschränkungen für häusliche 'Mikroerzeugungs'-Technologien könnte Markthindernisse für die Mikrowindturbinen-Technologie beseitigen.

Trotz einer gemeldeten Steigerung des Verbraucherinteresses an häuslichen Mikrowindturbinen sind viele potenzielle Kunden durch die hohen Kosten im Zusammenhang mit dem Planungsgenehmigungsverfahren abgeschreckt worden. David Gordon, CEO des Branchenführers Windsave mit Sitz in Glasgow, sagt, dass die aktuellen Planungsverordnungen des Vereinigten Königreichs „den Sektor lähmen“. Die Dinge könnten sich jedoch bald zum Besseren wenden. Mit einem Antrag der Regierung des Vereinigten Königreichs zur Aufhebung von Planungsgenehmigungseinschränkungen für Mikroerzeugungs-Technologien könnte der Markt für Mikrowindturbinen geöffnet werden.

Kleine häusliche Windturbinen, wie die von Windsave hergestellten, bieten Haushalten und Unternehmen die Möglichkeit, ihren eigenen Strom zu erzeugen, ein als Mikroerzeugung bekanntes Konzept. Das Department for Business, Enterprise and Regulatory Reform (BERR) des Vereinigten Königreichs hat Richtlinienreformen umgesetzt, um die Mikroerzeugung zu fördern und Hindernisse zu entfernen, die derzeit ihre weit verbreitete Einführung verhindern; Mikroturbinen werden als realistische Option für die heimische Stromerzeugung gesehen.

Öffnung eines breiteren Marktes

Eine Änderung der Planungsverordnungen zusammen mit der Politik der Regierung des Vereinigten Königreichs, die Mikroerzeugung zu fördern, könnte es Unternehmen wie Windsave ermöglichen, einen weitaus breiteren Markt zu erreichen. Seit seiner Gründung im Juni 2006 hat Windsave etwa 1 000 Mikrowindturbinen-Einheiten installiert. Der anerkannte Erfolg des schottischen Unternehmens – es war Mitgewinner der Produktkategorie in den 2006 European Business Awards for the Environment – hat einen dramatischen Anstieg der Nachfrage bewirkt. Mit einer aktuellen Liste von über 6 500 Aufträgen und mehr als 24 000 Anfragen gibt es definitiv einen Markt für die Mikroerzeugung.

„Obwohl eine Gesetzgebung zur Mikroerzeugung der Mikrowindbranche helfen würde, muss das Planungsproblem angegangen werden, damit der Sektor einen realistischen Fortschritt erzielen kann, da die aktuellen Einschränkungen das Geschäft praktisch zum Stillstand bringen“, so David Gordon.

Ein vom Building Research Establishment (BRE) Trust veröffentlichter Bericht zur häuslichen Anwendung von Mikrowindturbinen hatte Zweifel über die Rentabilität einer solchen Technologie an bestimmten Standorten aufgeworfen. Windsave unterstützt jedoch die Schlussfolgerung des Berichts, dass montierte Windturbinen am rentabelsten sind, wenn die Gesamtinstallationskosten niedrig sind, wenn sie relativ wenig oder keine Wartung erfordern und, insbesondere, wenn sie nur an Standorten mit geeigneten Windressourcen angebracht werden.

In vielem stimmt der Bericht mit der Ansicht des Unternehmens überein, dass der Aufbau montierter Windturbinen in städtischen Gebieten nur einen Sinn ergibt, wenn es genügend Wind gibt, wenn sie zehn Jahre lang wartungsfrei sind und wenn sie weniger als £ 2 000 (€ 2 500) kosten. Die Amortisation hängt sehr stark von der Windgeschwindigkeit ab, die von einem Gebiet zum anderen große Unterschiede aufweist.

Begrenzungen in städtischen Gebieten

Die BRE-Studie versichert, dass Merkmale entwickelter städtischer Gebiete, wie z. B. hohe Gebäude und daraus resultierende niedrige Windgeschwindigkeiten, einen nachteiligen Effekt auf die Produktivität von Mikrowindturbinen-Systemen haben würden, was in vielen Fällen bedeutet, dass sie Büros und Häuser keine adäquaten Strommengen bereitstellen würden, um eine Investition in ein solches System zu rechtfertigen. Sie berechneten, dass die erzeugte Strommenge einer Turbine, die sich auf dem Dach eines typischen Hauses in einer Stadt wie Manchester befindet, weniger als 150 kWh pro Jahr beträgt, eine Menge, die gerade einmal 2 % des Stromverbrauchs eines durchschnittlichen Hauses entspricht.

Windsave wendet eine strenge Richtlinie zur Standortbegutachtung an und installiert eine Turbine erst dann, wenn eine stichhaltige Standortbewertung stattgefunden hat. Hierdurch wird sichergestellt, dass Turbinen nicht an Standorten installiert werden, an denen die Windgeschwindigkeit weniger als 4,5 m/s beträgt oder die sich in enger Nachbarschaft zu höheren Gebäuden oder anderen wesentlichen Quellen von Windturbulenzen befinden. Die Empfehlungen von BRE unterstützen diesen Ansatz deutlich und kommen zu dem Schluss, dass die Standorte in der Studie, die die schlechteste Leistung zeigten, diejenigen waren, die die Installationskriterien von Windsave nicht erfüllen.

Der Bericht entdeckte, dass ein Mikrowindturbinen-System, das auf dem Dach eines Hauses in Lerwick, Schottland, installiert wird, um 40 % der in einem typischen Haushalt verbrauchten Energie bereitstellen würde – eine erhebliche Menge im Kontext des Konzepts der Mikroerzeugung.

Energieerträge steigen

Entwickler der Mikrowindturbinen-Technologie beharren darauf, dass die potenziellen Energieerträge stetig steigen, und argumentieren, dass am richtigen Standort, insbesondere auf hohen Bürogebäuden, erhebliche Kohlendioxid- und Kosteneinsparungen erzielt werden können.

„Mikrowindturbinen, die für die Montage sowohl auf neu errichteten als auch auf vorhandenen Häusern ausgelegt sind, könnten äußerst nützliche Waffen im Kampf gegen den Klimawandel sein“, kommentiert Dr. Martin Wyatt, Geschäftsführer der BRE Trust Group. „Wir müssen jedoch ihre Gesamtlebensleistung wesentlich verbessern und eine unabhängige Bewertung dieser Leistung zusammen mit einfachen Ratschlägen darüber, wo sie verwendet oder nicht verwendet werden sollten, bereitstellen, bevor wir zu einer Installation in großem Stil übergehen. Ohne diese Verbesserungen ist eine Beschleunigung der globalen Erwärmung durch uns ebenso wahrscheinlich wie eine Verlangsamung.“

Weitere Informationen:

  • Micro-wind turbines in urban environments - an assessment (): http://www.brebookshop.com/details.jsp?id=287567 English
  • Building Research Establishment (BRE) Trust http://www.bre.co.uk/ English
  • Department for Business, Enterprise and Regulatory Reform (BERR) des Vereinigten Königreichs: http://www.berr.gov.uk/ English
  • Household wind turbine receives European business award (Pressemitteilung der Kommission):
  • /environment/ecoap/pdfs/june06_windsave.pdf

Überwindung von Hindernissen für die Mikroerzeugung in ganz Europa

Trotz der Verleihung eines 2006 European Business Awards for the Environment für seine Mikroturbine, die Kunden eine Ersparnis von 30 % bei ihren Stromrechnungen bot, ist Windsave durch eine Vielzahl finanzieller und rechtlicher Hindernisse auf den inländischen und ausländischen Märkten behindert worden. CEO David Gordon hat eine günstigere Planungsgesetzgebung in ganz Europa gefordert, um die Einführung solcher Mikroerzeugungsmethoden durch die allgemeine Öffentlichkeit zu fördern. Die Planungsgesetzgebung weist in den einzelnen Mitgliedsstaaten große Unterschiede auf. Gordon ist jedoch der Ansicht, dass es einen Standard für die gesamte EU sowie eine gemeinsame Zertifizierung geben sollte. Er fordert außerdem mehr Unterstützung zur Förderung einer solchen Umweltinnovation.

Weitere Informationen:

Windsave: http://www.windsave.com English

Mikroerzeugung

Mikroerzeugung ist die Bezeichnung für kleine Elektrizitäts- und Wärmeerzeugungssysteme, die in häuslichen Gebäuden und den Gebäuden kleiner Unternehmen installiert werden können. Sie bietet eine rentable Methode, mit der die herausfordernden Ziele der EU für das Jahr 2020 für erneuerbare Energien und Treibhausgase erreicht werden können, indem sie die Energieerzeugung aus sicheren und zuverlässigen kleinen Anlagen ermöglicht. Die Bezeichnung umfasst Systeme, die Strom aus erneuerbaren Quellen erzeugen, sowie kohlendioxidniedrige und kohlendioxidneutrale Technologien. Eine große Auswahl von Technologien fällt unter die Überschrift „Mikroerzeugungssysteme“, wie z. B.: Koerzeugungstechnologien: kombinierte Wärme und Strom (Combined Heat and Power, CHP) und Brennstoffzellen; Elektrizitätserzeugungstechnologien: solare Photovoltaik (PV), Windturbinen, Mikrohydro; Wärmeerzeugungstechnologien: Solarheizung; Wärmepumpen: Erd-, Luft- oder Wasserquellen sowie Biomassen-Heizung.

Weitere Informationen:

BERR Microgeneration Certification Scheme (MCS): http://www.microgenerationcertification.eu English  

Kosten und Wartung

Wind-Mikroerzeugungssysteme bis zu 1 kW werden um die £ 1 500 (€ 1 860) kosten, wohingegen größere Systeme im Bereich von 2,5 bis 6 kW zwischen £ 11 000 (€ 13 600) und £ 19 000 (€ 23 500) kosten würden, so das Department for Business, Enterprise and Regulatory Reform (BERR) des Vereinigten Königreichs. Diese Kosten umfassen die Turbine, den Mast, den Umrichter, den Batteriespeicher – falls erforderlich – und die Installation. Solche Turbinen können eine Lebensdauer von bis zu 22,5 Jahren besitzen, erfordern jedoch alle paar Jahre Wartungs-Checks, um ihre effiziente Funktion sicherzustellen. Für Batteriespeichersysteme beträgt die typische Batterielebensdauer etwa sechs bis zehn Jahre, je nach Typ, so dass Batterien möglicherweise an irgendeinem Punkt in der Lebensdauer des Systems ausgetauscht werden müssen.

Weitere Informationen:

BERR Low Carbon Buildings Programme – Windturbine: http://www.lowcarbonbuildings.org.uk/micro/wind/ English