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Vereinigtes Königreich entwirft Strategie für nachhaltiges Bauen

28/07/2011

  • Vereinigtes Königreich
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Die britische Regierung hat zusammen mit der britischen Industrie ihr Ziel bekannt gegeben, eine Führungsrolle zu übernehmen und den Wandel zu beschleunigen, um in der Öffentlichkeit und der Bauindustrie ein Bewusstsein für nachhaltiges Bauen zu schaffen.

Das britische Ministerium für Unternehmertum und Reformen der gesetzlichen Rahmenbedingungen (Department for Business Enterprise and Regulatory Reform, BERR) hat eine neue gemeinsame Initiative mit der Industrie eingeleitet, die eine Strategie für zukünftiges nachhaltiges Bauen formulieren wird. Der Bericht der Initiative Strategy for Sustainable Construction ist Teil des Aktionsplans der Regierung für nachhaltige Auftragsvergabe 2007 und wurde am 11. Juni 2008 veröffentlicht. Der Bericht umreißt die Ziele der Partnerschaft.

Im Vereinigten Königreich stellt die Bauindustrie mit einem Jahresergebnis von über 100 Milliarden £ einen wichtigen Teil der Gesamtwirtschaft dar. Das entspricht 8 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Der Sektor beschäftigt beinahe drei Millionen Arbeitnehmer. Für diesen Industriezweig ist der öffentliche Sektor ein Großkunde, da das öffentliche Auftragswesen für über ein Drittel aller Bauprojekte verantwortlich ist.

Aufgrund der umfangreichen Arbeiten sowohl im öffentlichen als auch im privaten Sektor ist das Baugewerbe nicht nur ein wichtiges Element für eine gesunde nationale Wirtschaft, sondern beeinflusst auch die Gestaltung der Nachhaltigkeit und die Umwelt des Landes. Um die festgesetzten Umweltziele zu erreichen, musste die britische Regierung die Bauindustrie erstens zu der Einsicht bewegen, dass ein Wandel erforderlich war, und zweitens eine Reformstrategie in Bezug auf die Arbeitsweise dieser Industrie verabschieden, um sowohl Umweltnormen als auch nationale Nachhaltigkeit zu verbessern.

Schlüsselziele vereinbart

Gleich zu Beginn wurden Schlüsselziele festgelegt, die die Nachhaltigkeit der Bauindustrie tief greifend verändern würden:

  • Erhöhung der Rentabilität durch effizientere Ressourcennutzung
  • Ermutigung der Unternehmen, die Chancen nachhaltiger Produkte oder Arbeitsweisen zu nutzen und
  • Förderung des Unternehmensimages und -Profils am Markt, indem Themen der unternehmerischen und der sozialen Verantwortung angesprochen werden.

Die Entwicklung der Strategie erfolgte in verschiedenen Schritten, koordiniert vom BERR. Um den Dialog mit der Industrie zu erleichtern, wurde die Initiative gemeinsam mit dem National Strategic Forum for Construction durchgeführt. Da die Bauindustrie verschiedene Regierungsbereiche betrifft, flossen in den Strategiebericht der Initiative Beiträge aus mehreren Ressorts ein, etwa dem Ministerium für Gemeinschaften und lokale Regierungen (CLG), dem Ministerium für Umwelt, Nahrungsmittel und ländliche Angelegenheiten (DEFRA), dem Ministerium für Innovation, Universitäten und Kompetenz (DIUS), dem Büro für Regierungshandel (OGC) und dem Ministerium für Kultur, Medien und Sport (DCMS).

Während der Entwurfsphase wurde das Strategic Forum for Construction regelmäßig konsultiert und seine Anregungen wurden in die Strategie aufgenommen. Der Strategieentwurf wurde dann im Juli 2007 für eine öffentliche Befragung freigegeben. Die Konsultation endete am 30. November 2007. Die sich anschließende Analyse der Antworten auf die Befragung wurde am 28. Februar 2008 veröffentlicht und die endgültige Strategie am 11. Juni bekannt gegeben.

Mehr Klarheit über aktuelle und künftige politische Maßnahmen

Im Kern zielt diese Strategie darauf, mehr Klarheit über den bestehenden politischen Rahmen zu schaffen und dabei auch den künftigen politischen Kurs der Regierung zu erläutern. Im Baugewerbe sollen die nachhaltigen Ziele der Regierung folgendermaßen erreicht werden: durch Aufklärung der Unternehmen über die Position der Regierung, indem verschiedene Verordnungen und Initiativen im Bereich der Nachhaltigkeit zusammengefasst werden; durch Festlegung von und Verpflichtung zu höheren Standards, um dazu beizutragen Nachhaltigkeit in spezifischen Bereichen zu erzielen; und durch besondere Verpflichtungen seitens der Industrie und der Regierung, um die Bemühungen um nachhaltiges Bauen voranzutreiben.

Die Strategie skizziert eine Reihe von Zielbereichen unter dem Begriff „means“ („Mittel“), und als „ends” („Zweck“) legt sie eine Reihe von Gebieten fest, auf denen Verbesserungen erzielt werden sollen. Es werden die folgenden Bereiche anvisiert: Auftragsvergabe, Planung, Innovation, Investitionen in Menschen und eine bessere sektorale Regulierung. Dies wird mit konzertierten Bemühungen zur Förderung der Entwicklung in bestimmten Bereichen einhergehen: Abmilderung des Klimawandels, Anpassung an den Klimawandels, Wasserverbrauch, Biodiversität, Abfallwirtschaft und umweltverträgliche Materialnutzung .

Weitere Informationen :

Nachhaltiges Bauen im Rahmen der Lead Market Initiative

Nachhaltiges Bauen ist ein Kernelement der Lead Market Initiative (LMI), der Leitmarktinitiative für Europa, die am 21. Dezember 2007 von der EU angenommen wurde. Der Leitmarkt für nachhaltiges Bauen wird sich in erster Linie auf die Interaktion und die gemeinsame Wirkung von zwei marktrelevanten Faktoren zur Förderung von Innovation in privaten und nicht-privaten Gebäuden als auch von Bauinfrastrukturen konzentrieren: der vernünftige Einsatz natürlicher Ressourcen wie Energie, Wasser und Grundstoffe einerseits sowie Benutzerfreundlichkeit und Wohlergehen, also Zugänglichkeit, Schutz/Sicherheit, Innenraumluftqualität usw., andererseits. Gleichzeitig startet die Europäische Kommission eine Ausschreibung für Vorschläge zur Unterstützung der Einrichtung von Netzwerken für die öffentliche Auftragsvergabe deren Tätigkeiten , um Innovation in den im Rahmen von LMI festgelegten Schlüsselbereichen zu fördern. 

Weitere Informationen:

  • Lead market initiative for Europe – Sustainable construction (Pilotmärkte-Initiative für Europa): http://ec.europa.eu/enterprise/leadmarket/sustainable_construction.htm English
  • Website der GD Unternehmen Bausektor: http://ec.europa.eu/enterprise/construction/index_en.htm English