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Spanien belohnt Umweltbewusstsein mit Steuervergünstigungen

29/05/2009

  • Spanien
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Spanien plant eine Erhöhung der Steuernachlässe für Unternehmen, die in die Umwelt investieren. Dies ist die jüngste Maßnahme Spaniens passend zu den bereits im Automobilsektor eingeführten Maßnahmen.

Das spanische Parlament hat darüber abgestimmt, den Steuernachlass, der Unternehmen für Umweltinvestitionen gewährt wird, zu verdoppeln. Die Entscheidung, die über die Parteigrenzen hinweg unterstützt wurde, bedeutet eine Erhöhung des bestehenden Nachlasses von 10 % auf 20 %.

Im Gesetzentwurf wird darüber hinaus gefordert, den Nachlass für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) auf 30 % zu erhöhen. Diese Änderung betrifft sämtliche Energiespar- und Energieeffizienzmaßnahmen, die als Umweltausgaben neu eingestuft werden. Obwohl die Gesetzesänderung erst noch formell verabschiedet werden muss, dürfte der Konsens aller Parteien in dieser Angelegenheit die Annahme beschleunigen.

In den vergangenen zehn Jahren hat Spanien eine Reihe von Umweltsteuern für Unternehmen und Autofahrer eingeführt. Diese Steuern haben den Energieverbrauch und die Emissionen deutlich gesenkt. Darüber hinaus waren sie von wirtschaftlichem Nutzen für den Staat, da solche zusätzlichen Gelder wiederum insbesondere für den Umweltschutz eingesetzt werden können.

Steuervergünstigung für umweltfreundliche Autofahrer

Die spanische Umweltsteuer für Fahrzeuge hat zu einer Verringerung der Emissionen geführt und der Bevölkerung einen Anreiz geboten, umweltfreundlichere Autos mit geringerem Schadstoffausstoß zu kaufen. Eines dieser Systeme, das im Januar 2008 eingeführt wurde, belohnt diejenigen, die sich für die Anschaffung eines umweltfreundlicheren Autos entscheiden, mit einer geringeren Zulassungssteuer beim Kauf des Fahrzeugs.

Bei diesem neuen System wird die Höhe der Steuer auf der Grundlage des CO2 -Ausstoßes des Fahrzeugs berechnet. Vor seiner Einführung galt ein Pauschalsatz von 7 % für alle Fahrzeuge bis 1,6 l (Benzin) bzw. 2,0 l (Diesel).

Im Rahmen des Umweltsteuersystems sind nun alle Fahrzeuge mit geringeren Emissionen als 120 CO2 g/km von einer solchen Abgabe befreit. Für Fahrzeuge mit einem Ausstoß zwischen 121 und 161 g CO2 /km sind 4,75 % zu zahlen und für diejenigen mit 161 bis 200 g CO2/km 9,75 %. Für die größten Umweltsünder – mit einem Ausstoß von über 201 CO2 g/km – gilt ein Satz von 14,75 %.

Weitere Informationen

Ähnliche Informationen auf der EcoAP-Website

Förderung der Entwicklung umweltfreundlicher Autos

Um die Entwicklung umweltfreundlicher Autos weiter voranzutreiben, hat die spanische Regierung kürzlich eine befristete Regelung zur Vergabe subventionierter Kredite an Hersteller, die in schadstoffarme Fahrzeuge investieren, vorgeschlagen. Diese Fahrzeuge müssen bestimmte Abgasnormen, wie Euro 6, erfüllen bzw. die Umweltschutznormen der EU übertreffen. Die Europäische Kommission genehmigte diesen Vorschlag am 30. März 2009. „Somit können trotz der Wirtschafts- und Finanzkrise bedeutende Investitionen in die CO2 -arme Wirtschaft der Zukunft vorgenommen werden“, erklärt EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes. Ähnliche staatliche Beihilferegelungen genehmigte die Kommission im Februar 2009 für das Vereinigte Königreich und Frankreich.

Weitere Informationen:

΄Staatliche Beihilfen: Kommission genehmigt Förderung der Herstellung umweltfreundlicher Autos in Spanien (Pressemitteilung der Europäischen Kommission):
http://europa.eu/rapid/pressReleasesAction.do?reference=IP/09/499&type=HTML English