• Druckfassung

Budapester ETAP-Forum legt Schwerpunkt auf neue Umwelttechnologien

28/07/2011

326_de.html

Das 5. Europäische Forum für Öko-Innovation fand am 16. Oktober 2008 in Budapest statt. Dort wurden neue Umwelttechnologien aus den Bereichen Recycling, Abfall und Erzeugnisse auf biologischer Grundlage untersucht.

Die Veranstaltung in Budapest brachte hochrangige Interessenvertreter aus der Wirtschaft, Forschungs- und Entwicklungsspezialisten, Politiker und Nichtregierungsorganisationen an einen Tisch, um über die Frage zu diskutieren, ob neue Technologien Chancen für die Bewältigung der Herausforderungen im Umweltbereich oder erhöhte Risiken für die Gesellschaft sind. Das Forum wurde im Rahmen des EU-Aktionsplans für Umwelttechnologie (ETAP) gemeinsam vom ungarischen Ministerium für Umwelt und Wasser und der Europäischen Kommission organisiert.

„Umwelttechnologien und Öko-Innovation sind Werkzeuge, die uns helfen, die Lissabon-Kriterien im Hinblick auf die Schaffung von Arbeitsplätzen und die Wettbewerbsfähigkeit zu erfüllen”, erklärte Imre Szabó, der ungarische Minister für Umwelt und Wasser, der die Veranstaltung eröffnete. „Unsere Erwartungen an diese neuen Technologien sind hoch. Aber wir müssen auch darauf achten, dass wir einen Ausgleich zwischen den Vor- und Nachteilen schaffen.

„Europa vertraut auf die Öko-Innovation, die Teil des Klimawandel-Pakets ist. Was wir brauchen, ist eine gemeinsame Anstrengung der Wissenschaftler, Investoren und Entscheidungsträger. Und wir müssen der Welt zeigen, dass das „alte“ Europa eine wichtige Rolle spielen kann, wenn es darum geht, globale Bedürfnisse durch Öko-Innovation zu erfüllen.“

Im Mittelpunkt: die Leitmarkt-Initiative

Den Schwerpunkt des Forums bildeten die Märkte, die die Europäische Kommission für die Mitte 2008 angekündigte Leitmarkt-Inititative (LMI) der EU ausgewählt hatte. Es handelt sich dabei um vielversprechende aufstrebende Märkte, auf denen die EU die Chance hat, weltweit führend zu sein und auf denen die Behörden eine wichtige Rolle bei der beschleunigten Umsetzung neuer und innovativer Umwelttechnologien spielen.

Die Präsentationen gaben den Teilnehmern einen Überblick über die Herausforderungen und Probleme aufstrebender Technologien, die dann in den Arbeitssitzungen diskutiert werden konnten: Auf der einen Seite eröffnen sich wichtige Möglichkeiten für die Lösung von Umweltproblemen durch die schnelle Entwicklung in der Biotechnologie, der Nanotechnologie, den Informations- und Kommunikationstechnologien und der Robotertechnik. Andererseits erhalten eventuelle negative Auswirkungen durch die gesteigerte Bedeutung dieser Technologien zusätzliche Aufmerksamkeit und sorgen für kontrovers geführte Diskussionen.

Eine Gruppe hochrangiger Interessenvertreter stellte die Perspektiven vor, fand gemeinsam mit den fast 150 Delegierten die wichtigsten Problembereiche heraus und erarbeitete Empfehlungen für Veränderungen (siehe Infokasten).

Europa am Scheideweg

„Was die Gesamtstrategie betrifft, stehen wir in Europa gerade an einem Scheideweg, weil die derzeitige Kommission nur noch ein Jahr amtiert und das Europäische Parlament neu gewählt wird“, erläuterte Timo Mäkelä, Direktor für nachhaltige Entwicklung und Integration, GD Umwelt der Europäischen Kommission, in seiner Abschlussrede.

„Die Finanzkrise sollte unser Interesse an der Umwelt nicht überschatten. Wir müssen über das Konzept der Umwelttechnologien und ihre gesellschaftlichen Auswirkungen nachdenken. Und die Grundlage aller unserer strategischen Überlegungen muss die zunehmende Knappheit von Ressourcen und Energie sein. ETAP hat seine Aufgaben erfolgreich erfüllt. Der demnächst erscheinende Bericht wird die in Budapest von allen Beteiligten genannten Probleme berücksichtigen.“

Weitere Informationen

  • Von ETAP veranstaltetes 5. Europäisches Forum für Öko-Innovation in Budapest: http://ec.europa.eu/environment/archives/ecoinnovation2008/2nd_forum/index_en.htm English

    Ungarisches Ministerium für Umwelt und Wasser: http://www.kvvm.hu/index.php?lang=2 magyar

Wichtige Empfehlungen

In den Diskussionen mit den Interessenvertretern wurden verschiedene Themen herausgestellt, an denen gearbeitet werden muss, um die aufstrebenden Technologien für die Öko-Innovation zu fördern:

  • Unterstützung neuartiger Geschäftsmodelle für alle Teile der Wertschöpfungskette
  • Dienstleistungen müssen eher im Vordergrund stehen als Produkte
  • Solide und umfassende Vision und Zielsetzung
  • Einheitliche, aber auch flexible rechtliche Rahmenbedingungen
  • Überwindung finanzieller Engpässe in der Innovationskette
  • Unterstützung kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU), die an bahnbrechenden Innovationen arbeiten
  • Sensibilisierung der Verbraucher und Nutzung von Synergien bei den Entscheidungsträgern
  • Transparenterer Dialog über die Risiken aufstrebender Technologien

Weitere Informationen:

„Budapest Forum focused on support required to encourage emerging technologies for eco-innovation“ [Budapester Forum legt den Schwerpunkt auf die Unterstützung aufstrebender Technologien für die Öko-Innovation] (Pressemitteilung der Kommission): http://ec.europa.eu/environment/archives/ecoinnovation2008/2nd_forum/pdf/final_press_release_etap_budapest_081020.pdf pdf [81 KB] English