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Intelligente Innovation in den Regionen

24/11/2011

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Das EU-Forum für intelligente Spezialisierung hilft europäischen Regionen dabei, sich auf ihre Stärken zu konzentrieren. Damit sollen Wettbewerbsvorteile optimal genutzt und EU-Investitionen mit größtmöglicher Wirkung eingesetzt werden.

Die europäischen Regionen erwarten von der Europäischen Kommission Unterstützung bei der Ermittlung und Weiterentwicklung ihrer Stärken. In allen Regionen sollen gemeinsam mit dem Privatsektor erarbeitete Strategien für intelligente Spezialisierung eingeführt werden, die sich auf wenige vorrangige Bereiche mit Wachstumspotenzial konzentrieren. Zu ihrer Unterstützung rief die Kommission im Juni 2011 ein Forum für intelligente Spezialisierung ins Leben, das bei der Gemeinsamen Forschungsstelle angesiedelt ist.

Die Idee, die hinter der intelligenten Spezialisierung steckt, ist ganz einfach. Die fortgeschrittensten Regionen investieren in Schlüsseltechnologien wie Nanotechnologie, während die weniger fortgeschrittenen Regionen bei deren Anwendung in bestimmten Bereichen, etwa beim Einsatz der Nanotechnologie bei der Qualitätskontrolle von Wein, ihre Innovationsfähigkeit unter Beweis stellen. Das Konzept legt nahe, dass es sinnvoller ist, EU-Mittel in einigen wenigen Bereichen einzusetzen, in denen Spitzenleistungen erbracht werden, als sie wahllos auf eine Vielzahl von Gebieten zu verteilen. Zudem werden damit Doppelinvestitionen in solchen Fällen verhindert, in denen eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit möglich ist.

Bei einem von der European Association of Development Agencies (EURADA), dem Europäischen Verband der Entwicklungsagenturen, veranstalteten Workshop hat sich gezeigt, dass intelligente Spezialisierung in einigen Regionen – in erster Linie in den alten Mitgliedstaaten – bereits zur Normalität gehört. Vertreter der Regionen in den neuen Mitgliedstaaten jedoch, in denen dies etwas Ungewohntes darstellt, erklären, dass es schwierig sein könnte, Akteure davon zu überzeugen, einen wesentlich umfassenderen Entwicklungsansatz über Bord zu werfen.

Ende 2011 wird das Forum für intelligente Spezialisierung mit der Bildung von Arbeitsgruppen zu bestimmten Themen konkrete Formen annehmen. Die Kommission hat zwei Gruppenthemen vorgeschlagen: die Entwicklung verbesserter Indikatoren für intelligente Spezialisierung und die Ermittlung natürlicher Reichtümer einer Region. Darüber hinaus können die Regionen eigene Vorschläge einbringen, wie etwa Öko-Innovation. Führende Regionen sind Niederösterreich im Bereich ökologisches Bauen und Kantabrien für erneuerbare Energien.

Die Regionen werden den Zielen der Strategie „Europa 2020“ für Wachstum und Beschäftigung entsprechende Strategien entwickeln müssen. In den Gesetzentwürfen zur Kohäsionspolitik 2014-2020 legt die Kommission ein Mindestbudget für einige prioritäre Bereiche der EU fest. So sollen etwa in den entwickelteren sowie den im Übergang befindlichen Regionen mindestens 80 % der Mittel des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) für Energieeffizienz, erneuerbare Energien, Innovation und Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit von KMU bereitgestellt werden. In weniger entwickelten Regionen werden es aufgrund der umfassenderen Entwicklungsbedürfnisse nur 50 % sein.

Über diese Vorabzuweisungen hinaus werden die Mitgliedstaaten aufgefordert, zusammen mit der Kommission Partnerschaftsverträge auszuarbeiten, mit Investitionsschwerpunkten, die den Ländern zusätzliche Mittel einbringen können. Strategien für intelligente Spezialisierung helfen Mitgliedstaaten bei der Entscheidung darüber, wie ihre vorab zugewiesenen Mittel verwendet werden und was ihr Partnerschaftsvertrag beinhalten soll. Auch wenn die Strategien auf die jeweilige Region abgestimmt sind, kommen sie doch Europa insgesamt zugute.

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