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Forum in Birmingham unterstreicht Rolle von Öko-Innovationen für eine ressourceneffiziente Wirtschaft

28/07/2011

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Das 10. Europäische Forum für Öko-Innovation in Birmingham befasste sich mit der Rolle von Öko-Innovationen und ökoinnovativen Unternehmen als Triebfeder einer ressourceneffizienten europäischen Wirtschaft.

An dem Forum – einer gemeinsamen Initiative des britischen Ministeriums für Umwelt, Ernährung und Angelegenheiten des ländlichen Raums (Defra) und der Europäischen Kommission – nahmen 240 Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Umweltverbänden teil. Die Veranstaltung fand im Rahmen der öffentlichen Konsultation über die Verbesserung der Ressourceneffizienz statt, die von der Kommission initiiert wurde. Im weiteren Verlauf des Jahres 2011 soll ein Fahrplan zur Entwicklung einer ressourceneffizienten Wirtschaft vorgelegt werden.

„Wir verbrauchen unsere Ressourcen doppelt so schnell wie es die Erde verkraften kann“, erklärte der zuständige britische Minister, Lord Henley, bei der Eröffnung der Konferenz. „‚Weniger ist mehr‘ sollten wir zu unserer Lebensphilosophie machen. Aber schrittweise Veränderungen sind nicht genug, wir brauchen ein radikales Umdenken“, unterstrich EU-Umweltkommissar Janez Poto─Źnik.

Redner wiesen auf den wirtschaftlichen Nutzen der Ressourceneffizienz hin, lieferten Einschätzungen über bereits ergriffene Maßnahmen und bewerteten die Notwendigkeit zur Stimulierung der weltweiten Nachfrage nach ressourceneffizienten Produkten und Dienstleistungen. Die Teilnehmer befürworteten radikale Lösungen, um die mit Ressourceneffizienz verbundenen Herausforderungen bewältigen zu können. Viele der Anwesenden unterstützten eine Verlagerung der Besteuerung – von der Arbeit hin zur Besteuerung des Verbrauchs – sowie eine Ausweitung des britischen National Industrial Symbiosis Programme, einer Initiative für Industriesymbiose.

Das Forum befasste sich mit der erforderlichen Rohstoffsicherheit und nachhaltigem Materialmanagement. Betont wurde eine Belebung der Nachfrage nach ressourceneffizienten und nachhaltigen Produkten mithilfe des öffentlichen Auftragswesens – nach dem Vorbild der britischen Small Business Research Initiative und des niederländischen Programms für nachhaltiges öffentliches Auftragswesen – und eine Zusammenarbeit innerhalb der Lieferkette, so wie beim Netzwerk SWITCH-Asia. Es wurden auch Überlegungen angestellt, wie man das Verbraucherverhalten beeinflussen könnte – von Kampagnen der Regierung und des Einzelhandels bis zu Aktionen von Nichtregierungsorganisationen.

Es wurden Fragen gestellt, die von zentraler Bedeutung sind:

  • Wie können wir eindeutige und verbindliche Zielvorgaben festlegen, um Akteure auf EU-Ebene und in den einzelnen Mitgliedstaaten zu mobilisieren?
  • Welche standardisierten Kriterien können entwickelt werden, um Fortschritte in Europa auf einheitlicher Basis zu bewerten?
  • Wie können Öko-Innovationen diesen Prozess beschleunigen?
  • Welches Maß an Führung sollte die Wirtschaft übernehmen, und gibt es Möglichkeiten, dies zu fördern?

Sämtliche Empfehlungen werden auf der Internetseite des Forums veröffentlicht.

„Auch wenn Öko-Innovation für sich allein genommen nicht ausreicht, so ist doch die gute Nachricht, dass der Schutz unseres Planeten wirtschaftlich sinnvoll ist – er eröffnet Geschäftsmöglichkeiten und bietet Chancen für Beschäftigung“, so das Fazit von Timo Makela, Direktor bei der Europäischen Kommission. „Bei den während des Forums vorgestellten Fallbeispielen handelt es sich um die Art von konkreten Maßnahmen, die wir sowohl im öffentlichen als auch im privaten Sektor verstärkt ergreifen müssen.“

Weitere Informationen

Zunehmende Rohstoffknappheit beeinflusst Öko-Innovationen

Während des Forums in Birmingham wurde eine Eurobarometer-Umfrage über die Einstellung europäischer Unternehmer zu Öko-Innovationen durchgeführt. Die Umfrage bestätigte, dass sich Preise und Knappheit von Ressourcen bereits auf Unternehmen auswirken und dass sie ein wichtiger Motor für Öko- Innovationen sind. Der Erhebung zufolge berichten 75 % der europäischen Unternehmen von einem Anstieg der Rohstoffkosten in den letzten fünf Jahren, und 90 % rechnen künftig mit einem weiteren Preisanstieg.

Weitere Informationen:
fl_315_en.pdf pdf [5 MB] English