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Einheitlicher europäischer Luftraum zur Senkung der Luftfahrtemissionen

28/07/2011

  • Eu
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Die EU unterstützt die Umsetzung der Initiative für den einheitlichen europäischen Luftraum bis 2012. Ein effizientes Flugverkehrsmanagement kann zur Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs und der Luftverschmutzung um bis zu 10 % beitragen.

Am 25. und 26. Februar 2010 trafen sich Vertreter der EU, EU-Mitgliedstaaten und anderer Länder, von Militärbehörden, Eurocontrol, der Europäischen Agentur für Flugsicherheit, der US-Bundesbehörde für Luftfahrt (Federal Aviation Administration), von Fluggastvereinigungen und der europäischen Luftfahrtindustrie in Madrid, um die Umsetzung der Initiative für den einheitlichen europäischen Luftraum (SES) zu erörtern, durch welche die luftverkehrsbedingte Umweltbelastung mithilfe einer optimierten Auslastung des Luftraums sowie eines Übergangs zu kohlenstofffreien Verkehrsträgern (Sky Decarbonisation Programme) um 10 % reduziert werden soll.

In der Erklärung der in Madrid abgehaltenen Konferenz auf hoher Ebene, die von Siim Kallas, Vizepräsident der EU-Kommission, und Spaniens Transportminister, José Blanco López, organisiert worden ist, ist das Jahr 2012 als das Jahr der vollständigen Umsetzung des einheitlichen europäischen Luftraums festgesetzt worden.

Die SES-Initiative wurde ursprünglich im Jahr 2004 eingeleitet, um den europäischen Luftraum nach Maßgabe der Verkehrsströme und nicht der Landesgrenzen zu konfigurieren. Im Zuge dieser Initiative wurde das Legislativpaket zum einheitlichen europäischen Luftraum (SES II) im November 2009 von der EU angenommen. Hierdurch soll eine Reduzierung der Treibhausgasemissionen des Luftverkehrs erreicht werden.

Die Konferenzteilnehmer verständigten sich darauf, einen neuen Regelungsrahmen auf der Grundlage einer effizienten Verwaltung und eines leistungsstarken Flugverkehrsmanagements (ATM) zu erarbeiten und umzusetzen. Ziele von ATM sind höchste Sicherheitsstandards, der Übergang zu kohlenstofffreien Verkehrsträgern, eine Steigerung der Kapazitäten sowie die Sicherstellung von Kosteneffizienz.

„Die Bedenkzeit ist um. Europa bezahlt einen hohen Preis für die Fragmentierung des Luftraums“, erklärt Vizepräsident Kallas. „Wir müssen jetzt handeln und bis 2012 einen nahtlosen und nachhaltigen Luftraum in Europa schaffen, der mehr Sicherheit und Leistungsfähigkeit bietet.“

Technologische Entwicklung ist essenziell wichtig

Laut Erklärung von Madrid ist die technologische Entwicklung eine wesentliche Voraussetzung für das Erreichen der Ziele von SES. Im Rahmen des Projekts SES ATM Research (SESAR) – dem technologischen Arm von SES – wird ein modernes Flugverkehrsmanagementsystem für Europa entwickelt, das der Reduzierung der durch den Luftverkehr verursachten Umweltverschmutzung dient.

Das SESAR-Projekt verfügt über ein Budget in Höhe von 2,1 Milliarden EUR und soll bis zum Jahr 2020 Einsparungen von durchschnittlich 300 bis 500 kg Treibstoff und 948 bis 1575 kg CO2 pro Flug ermöglichen. Die dann entwickelte Technologie wird mehr Direktflüge und gleichmäßigere Steig- und Sinkflüge möglich machen, wodurch unnötige Abfälle vermieden werden können. Alleine die ATM-Verbesserungen sollen bis zum Jahr 2020 für Treibstoffeinsparungen in Höhe von 10 % pro Flug und damit für eine Reduzierung des CO2-Ausstoßes um 10 % sorgen.

Auf der Grundlage der Defragmentierung des europäischen Luftraums und der Einrichtung funktionaler Luftraumblöcke sollen die SES-Initiative und SESAR-Projekte in Zukunft unnötige Flugzeitverlängerungen verhindern helfen. Dank der Optimierung des europäischen Flugverkehrsmanagements können schließlich Emissionen reduziert und der Treibstoffbedarf gesenkt werden.

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