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Ein „öko-technologischer“ Umweltgipfel

27/08/2009

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Seit dem Umweltgipfel „Grenelle“ werden in Frankreich gemeinsam Lösungen für Umweltprobleme sowohl auf nationaler wie auf europäischer und internationaler Ebene erarbeitet.

Zwei Jahre nach der Einführung des Umweltgipfels Grenelle français (2007), wie die Gespräche zwischen Vertretern der Regierung, Berufsverbänden und NRO genannt werden, und auf Grundlage eines Fahrplans hin zu nachhaltigem Umweltschutz, Entwicklung und Raumentwicklung verabschiedete das französische Parlament am 17. Juni einen als „Grenelle I“ bezeichneten Gesetzentwurf. Dieser erste Text legt die Leitlinien Frankreichs in Sachen Energie, Verkehr und Lebensraum fest und wird im Dezember dieses Jahres durch einen zweiten Gesetzentwurf ergänzt.

Mit diesem Vorhaben soll den einschlägigen EU-Richtlinien entsprochen und die damit verbundenen wirtschaftlichen Chancen genutzt werden. Die französische Initiative beinhaltet u. a. die Entwicklung umweltfreundlicherer und wirksamerer Technologien im Hinblick auf die Senkung der Treibausgasemissionen um drei Viertel bis zum Jahr 2050.

Wie die Agence de l'environnement de la maîtrise de l'énergie English (ADEME) betont, „ist das Ziel einer Reduzierung um den Faktor 4 in Frankreich erreichbar. Dazu müssen zunächst der Verbrauch gesenkt und dann erneuerbare Energien ausgebaut werden, um die bei der Energieerzeugung anfallenden Treibausgasemissionen weiter zu senken“.

400 Millionen Euro in vier Jahren

Die ADEME wurde außerdem beauftragt, die vereinbarten Maßnahmen und insbesondere die Aktionen im Rahmen der so genannten „Demonstrationsfonds“ zur Förderung der Erprobung von in der Entwicklung befindlichen Technologien umzusetzen, indem sie innovative Projekte durchführt, die an Ort und Stelle die industriellen Einsatzmöglichkeiten aufzeigen und ihre Wirksamkeit bestätigen.

Obwohl sich die Verabschiedung der Gesetzentwürfe verzögerte und die Finanzkrise hinzukam, legte die ADEME seit 2008 mehrere Aufforderungen zur Interessenbekundung für die Durchführung von Forschungs-Demonstrationsprojekten in den Bereichen Biokraftstoffe der zweiten Generation und Fahrzeuge mit geringem CO2-Ausstoß sowie Abscheidung und Speicherung von CO2 vor. Die Behörde verfügt über einen Haushalt von 400 Mio. EUR für den Zeitraum von 2009 bis 2013.

Demonstrationsfonds: eine industrielle Logik

Diese finanzielle Ausstattung ist mit der Notwendigkeit begründet, Projekte beim Übergang von der Forschung im Labor über die Demonstration zur Vermarktung zu unterstützen, denn dieses Stadium der FuE erfordert wegen seiner Kosten und seiner Dauer oft hohe Investitionen, während die Renditeaussichten gering sind. Diese Fonds richten sich an französische Unternehmen und Zusammenschlüsse von Unternehmen mit öffentlichen und/oder privaten Partnern.

Die Demonstrationsfonds sind Teil einer Gesamtstrategie zur Förderung der Wettbewerbsfähigkeit und der Innovationskraft der französischen Wirtschaft im Hinblick auf mehr Arbeitsplätze in Verbindung mit „grünem“ Wachstum, insbesondere in den Bereichen Lebensraum, intelligente Stromnetze, erneuerbare Energien oder Fahrzeuge mit geringem CO2-Ausstoß. Diese Strategie wird bestätigt durch eine Studie français, ein Dokument der Boston Consulting Group English vom Juni dieses Jahres. Darin heißt es, der Umweltgipfel „Grenelle“ könnte 600.000 Arbeitsplätze schaffen und Investitionen in Höhe von 450 Mrd. EUR (darunter 170 Mrd. EUR von Behörden wie Agence de l'environnement de la maîtrise de l'énergie français, ADEME, und Agence national de la recherche français, ANR) nach sich ziehen.