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Die Rolle von Holz bei der Bekämpfung des Klimawandels

28/07/2011

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Der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss fordert, dass Wälder und holzbasierte Produkte bei der Bekämpfung des Klimawandels eine zentrale Rolle spielen müssen, da sie als Kohlenstoffsenke wirken und Treibhausgasemissionen reduzieren.

Der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA) unterstreicht in einer Sondierungsstellungnahme, die von EWSA-Vizepräsident Seppo Kallio ausgearbeitet und im März 2009 verabschiedet wurde, dass die Forstwirtschaft auf dem Weg zu einer nachhaltigen Zukunft Europas eine Rolle spielen muss. Die Stellungnahme wurde von der Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, Margot Wallström, im Juni 2008 angefordert.

Der Bericht steht mit den Empfehlungen des Weißbuchs über die Anpassung an den Klimawandel in Einklang, in dem dargelegt wird, dass eine Untersuchung der Optionen für ein EU-Konzept zum Schutz der Wälder und ihrer Rolle bei der Bekämpfung des Klimawandels und der Anpassung an den Klimawandel erforderlich ist.

Die Wälder in der EU und der waldbasierte Sektor können auf verschiedene Weise dazu beitragen, die Klimaschutzverpflichtungen der EU zu erfüllen:

  • Trotz der Fortschritte bei den erneuerbaren Energien werden fossile Energiequellen weiterhin die Grundlage der europäischen Energieversorgung bleiben. Die Rolle der Wälder, die während ihres Wachstums Kohlenstoff aus der Atmosphäre aufnehmen und in ihrer Biomasse speichern, darf nicht unterschätzt werden.
  • Holzprodukte sind an sich Kohlenstoffspeicher. Alle Produkte aus nachhaltig gewachsenem Holz speichern über ihre gesamte Lebensdauer Kohlenstoff und können so die Treibhausgaskonzentrationen in der Atmosphäre reduzieren – dem Pew Center on Global Climate Change zufolge nimmt ein einziger Baum über seine gesamte Lebensdauer 1 Tonne CO2 auf.
  • Eine verstärkte Nutzung von Holz anstelle fossiler Brennstoffe als Energiequelle würde auch zu einer Reduzierung der Treibhausgasemissionen führen.
  • Da Holzbaustoffe bei der Herstellung weniger Energie verbrauchen und weniger Emissionen erzeugen, müssen sie beim Bau verstärkt eingesetzt werden.

Der EWSA schlug der EU vor, eine Reihe von Maßnahmen zu ergreifen:

  • Verwendung von Holz auf unterschiedliche Weise und für alternative Verwendungszwecke – insbesondere Förderung der Nutzung der nachhaltig erzeugten Waldbioenergie;
  • Verbreitung von Wissen über die Nutzung von Holz in der Bauindustrie;
  • Aktiveres Engagement in der internationalen Politik und Übernahme einer Führungsrolle bei der Förderung der nachhaltigen Forstwirtschaft auf globaler Ebene;
  • Gründung eines europäischen Sachverständigenrates für Forstwirtschaft und
  • Anerkennung und Aufnahme der von nachhaltig erzeugten Holzprodukten gebundenen Kohlenstoffmenge als obligatorisches Element in die Kohlenstoffberechnungen.

Unsicherheit in einigen Bereichen

Laufende Forschungen der Forstkommission des Vereinigten Königreichs zeigen jedoch, dass es noch unsichere Bereiche gibt, vor allem hinsichtlich der Frage, wie Wälder und Holzprodukte am besten genutzt werden können, um die vom Menschen verursachten Treibhausgasemissionen auszugleichen.

Die Forstkommission steht der Förderung von Kohlenstoffsequestration durch die Forstwirtschaft zögernd gegenüber. Sie weist warnend darauf hin, dass die Kohlenstoffmenge, die von den Wäldern gespeichert werden kann, begrenzt ist. Außerdem könnte sequestrierter Kohlenstoff freigesetzt werden, zum Beispiel durch Holzeinschlag, Waldbrände oder Schädlings- und Krankheitsbefall.

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