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Aufbau von Kompetenzen für Technologietransfer im Bereich Öko-Innovatio

28/07/2011

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Im Rahmen des 6. Europäischen Forums für Öko-Innovation, das am 2. und 3. April 2009 in Berlin stattfand, sollten Wege gefunden werden, durch die Kompetenzen für Technologietransfer aufgebaut werden können. Im Mittelpunkt standen dabei KMU und Entwicklungsländer.

In Berlin trafen sich knapp 200 hochrangige Interessenvertreter aus der Geschäftswelt, dem Bereich Forschung und Entwicklung und aus regierungsunabhängigen Organisationen sowie andere Entscheidungsträger. Bei diesem Treffen ging es um die Herausforderungen hinsichtlich ökologischer Produkte und Dienstleistungen – von der Forschung bis zur Markteinführung, der Verbesserung der Marktbedingungen und ökologisch-innovativen Lösungen für die ganz speziellen Bedürfnisse von Entwicklungsländern.

„Öko-Innovation wird heute mehr denn je benötigt – sie ist Teil der Lösung und nicht des Problems, wenn es um die Bekämpfung des Klimawandels geht“, so Astrid Klug, Parlamentarische Staatssekretärin im deutschen Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, von dem das Forum zusammen mit der Europäischen Kommission organisiert wurde. „Sie wird uns dabei behilflich sein, die Krise zu bewältigen, da wir den Preis für kurzfristig angelegte, nicht nachhaltige Maßnahmen zu einem späteren Zeitpunkt zahlen müssten – und dieser Preis ist hoch. Wenn Europa einen Wettbewerbsvorsprung erhalten soll, müssen wir in Produkte, Verhaltensweisen und internationale Vereinbarungen investieren.“

„In Bezug auf Entwicklungsländer müssen eine Reihe von Perspektiven berücksichtigt werden, denn selbst in ein und demselben Land herrscht häufig eine Kluft zwischen Reichen und Armen sowie zwischen Stadt und Land“, erklärt Steven Hunt, Leitender Energieberater und Leiter der internationalen Projekte, Practical Action Consulting und PISCES. „Wir sind dafür verantwortlich, den Kohlenstoffausstoß zu reduzieren, können unsere Lösungen aber nicht einfach an Entwicklungsländer weitergeben. In diesen Ländern werden Minderungs- und Anpassungstechnologien benötigt, und ETAP sollte beide Aspekte berücksichtigen.”

„Die größte Herausforderung besteht darin, zu erklären, weshalb wir nicht einfach die technologisch hochwertigen Industrielösungen Europas auf arme Länder übertragen können“, fügte Hans G. Huber, Geschäftsführer der Hans Huber AG, hinzu. „Wir müssen die Behörden davon überzeugen, dass angepasste Technologien benötigt werden, die kostengünstig, benutzerfreundlich und schnell einsetzbar sind. Darüber hinaus ist es wichtig, dass wir zusammenarbeiten, um diese angepassten Lösungen gemeinsam herzustellen.“

„Jetzt geht es darum, die in Europa durchgeführten Technologietransferaktivitäten zu intensivieren und dabei auf die Erfolge aufzubauen, die wir bereits beim Klimawandel erzielt haben“, teilt Timo Mäkelä, Direktor für Nachhaltige Entwicklung in der Generaldirektion Umwelt der Europäischen Kommission, abschließend mit. „Wir müssen diejenigen beteiligen, die in diesem Bereich bereits wertvolle Erfahrungen gesammelt haben. Die Komplexität der Prozesse spielt dabei keine Rolle, wenn wir sie einfach und für KMU verständlich darstellen.“

Weitere Informationen

  • „Technology Transfer: Creating Partnerships for Stimulating Economic Renewal“ (auf Englisch), ETAP-Forum, Berlin, 2. und 3. April 2009:
    http://ec.europa.eu/environment/archives/ecoinnovation2009/1st_forum/ English

Wichtige Empfehlungen

  • Anpassen von Technologie an die Bedürfnisse von Entwicklungsländern
  • Aufbauen eines Vertrauensverhältnisses mit Partnern vor Ort
  • Langfristig angelegte Folgenabschätzungen
  • Vereinfachen der Vorschriften
  • Effizienter Einsatz öffentlicher und privater Gelder
  • Reduzieren des Kreditrisikos für KMU in der Anfangsphase des Transfers
  • Funktion der Regierungen von Entwicklungsländern bei der Anregung der Nachfrage
  • Beteiligen der Regierungen der Empfängerländer in Sachen Finanzierung
  • EU-Finanzierung von kleineren Projekten in Industrie- und Entwicklungsländern
  • Netzwerkunterstützung für KMU in Entwicklungsländern
  • Veranstalten eines ETAP-Forums, an dem Interessenvertreter der EU und aus Entwicklungsländern teilnehmen