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Weitergabe kohlenstoffarmer Technologien an die Entwicklungsländer

29/05/2009

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In einer indisch-britischen Gemeinschaftsstudie wurden sechs Schlüsselüberlegungen herausgearbeitet, die den Transfer von kohlenstoffarmen Technologien an die Entwicklungsländer erleichtern und somit zur Bekämpfung des weltweiten Klimawandels beitragen sollen.

Die Weitergabe kohlenstoffarmer Technologien an die Entwicklungsländer ist eine grundlegende Voraussetzung für die Verringerung des weltweiten CO2 -Ausstoßes. Die chinesische und die indische Wirtschaft wachsen in rasantem Tempo, was zwangsläufig zu einem drastischen Anstieg der Treibhausgas-Emissionen führt. So sind die Emissionen Indiens zwischen 1990 und 2001 um 61 % gestiegen. Wenn das so weitergeht, hat Indien im Jahr 2030 China eingeholt.

Um den Transfer kohlenstoffarmer Technologien zu erleichtern, haben Großbritannien und Indien eine gemeinsame Beurteilung der bestehenden Hemmnisse vorgenommen. Das britische Ministerium für Umwelt, Lebensmittel und ländliche Angelegenheiten (DEFRA) und das indische Ministerium für Umwelt und Forstwirtschaft beauftragten die Sussex Energy Group (SEG), das Institute of Development Studies (IDS) und das indische Energy and Resources Institute (TERI) mit der Untersuchung des Transfers von Umwelttechnologien zwischen Industrienationen und Entwicklungsländern.

Die Studie konzentrierte sich auf zwei Fallbeispiele: Hybridfahrzeuge und Stromerzeugung durch Kohleverbrennung über Kombikraftwerke mit integrierter Kohlevergasung (IGCC). Das Ergebnis waren sechs strategische Schlüsselüberlegungen, wie die Weitergabe kohlenstoffarmer Technologien an Entwicklungsländer so einfach wie möglich erfolgen kann:

  • Der Technologietransfer muss als wesentlicher Bestandteil eines umfassenden Prozesses zum Aufbau von Kapazitäten für kohlenstoffarme Technologien in den Entwicklungsländern betrachtet werden.
  • Der Transfer kohlenstoffarmer Technologien umfasst sowohl vertikale Transfers – Weitergabe einer Idee von der Forschung und Entwicklung über die Demonstration bis hin zur Vermarktung – als auch horizontale Transfers, also den Transport der Technologie von einem geographischen Ort zum anderen. Die Transferhindernisse und die besten strategischen Antworten können daher je nach Stadium der technologischen Entwicklung unterschiedlich sein.
  • Der Rückgriff auf Hersteller aus den Empfängerländern für die Versorgung mit Teilen und Fachkräften sorgt für Wissensaustausch und -verbreitung und steigert die Technologiekompetenz unter der Empfängerbevölkerung.
  • Es ist wichtig, dass sich die Empfängerländer technologisches Wissen und Know-how mit einem strategischen Ansatz aneignen, der Teil des Technologietransferprozesses ist.
  • Während der Zugriff auf geistige Eigentumsrechte bisweilen eine notwendige Voraussetzung für die Erleichterung des Technologietransfer ist, müssen auch andere Faktoren wie die Aufnahmefähigkeit und die Risiken in Verbindung mit den neuen Technologien berücksichtigt werden.
  • Die nationale und internationale Politik kann durch ihr Eingreifen den Transfer kohlenstoffarmer Technologien wesentlich unterstützen. Durch verschiedene Anreize zur Verringerung der hohen Kostenrisiken von Technologietransfermaßnahmen wie Subventionen, Steuern, Kohlenstoffhandelssysteme und verstärkte Beschränkungen des Kohlenstoffausstoßes kann die Einführung kohlenstoffarmer Technologien gefördert werden.

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