• Druckfassung

CO2-Ausstoß Chinas könnte sich bis 2030 verdoppeln

29/05/2009

  • Eu
390_de.html

Aus einem neuen Bericht geht hervor, dass sich die Emissionen Chinas – weltweiter Spitzenreiter beim CO2-Ausstoß – bis 2030 verdoppeln könnten. China erklärt, dieser Anstieg sei auf die Produktion für die westlichen Märkte zurückzuführen.

China ist inzwischen der weltgrößte Treibhausgas-Emittent. Dies geht aus dem Energiebericht China 2008 der Chinesischen Akademie der Wissenschaften (CAS) hervor. Die CAS hat festgestellt, dass sich die Treibhausgas-Emissionen ohne Gegenmaßnahmen in den nächsten zwei Jahrzehnten verdoppeln werden. Wenngleich die CAS die chinesische Regierung dazu aufgefordert hat, Maßnahmen zur Verringerung des Ausstoßes zu ergreifen, weist sie auch darauf hin, dass solche Maßnahmen das Wirtschaftswachstum nicht bremsen dürfen.

Die Ergebnisse der CAS stehen im Widerspruch zu einem Bericht der chinesischen Regierung von 2008, in dem davon ausgegangen worden war, dass die Treibhausgas-Emissionen des Landes bis 2050 lediglich 2 Mrd. Tonnen erreichen würden. Inzwischen hat China die USA in Sachen CO2-Ausstoß überholt. Aufgrund der rasant wachsenden Wirtschaft werden die jährlichen CO2 -Emissionen bis 2020 voraussichtlich 2,5 Mrd. Tonnen und bis 2030 4 Mrd. Tonnen erreichen – im Jahr 2007 betrug der weltweite Ausstoß 8,5 Mrd. Tonnen.

In diesem Bericht wurden lediglich die CO2-Emissionen berücksichtigt, die bei der Verbrennung von fossilen Brennstoffen entstehen, und nicht der Ausstoß, der auf andere Tätigkeiten wie Abholzung der Wälder und Landwirtschaft zurückzuführen ist. Diese sonstigen CO2 verursachenden Verfahren machen etwa ein Drittel der Emissionen Chinas aus.

Betrachtet man die Gesamtemissionen Chinas allerdings in Relation zu der großen Bevölkerung des Landes, ergeben sich gerade einmal 3,7 Tonnen pro Person. Damit liegt China weit hinter den meisten Industrienationen. So weisen die USA einen Pro-Kopf-Ausstoß von 20,6 Tonnen pro Jahr auf, während der Durchschnitt in den EU-27-Ländern 8,6 Tonnen beträgt. Katar ist Spitzenreiter mit 64,14 Tonnen pro Person. Die OECD schätzt, dass der CO2 -Ausstoß pro Kopf in China trotz des raschen Wirtschaftswachstums in den nächsten Jahren unter dem Niveau der Industrienationen bleiben wird.

China führt seine Emissionen auf die Produktion für westliche Märkte zurück. In der Tat ist die Hälfte des Anstiegs der CO2-Emissionen in China auf die Herstellung von Waren für andere Länder – insbesondere Entwicklungsländer – zurückzuführen. China weist die Verantwortung für die Emissionen aus der Herstellung von Waren für ausländische Märkte zurück. Dies ist nicht ganz unberechtigt. So konnte in Großbritannien seit 1990 eine Verringerung des CO2 -Ausstoßes um 18 % festgestellt werden. Ergebnisse, die das Umweltinstitut Stockholm (SEI) im Rahmen eines Projekts für das britische Ministerium für Umwelt, Lebensmittel und ländliche Angelegenheiten (DEFRA) veröffentlicht hat, weisen allerdings darauf hin, dass der Ausstoß in Großbritannien bei Berücksichtigung der Importe, Exporte und des internationalen Transports in diesem Zeitraum in Wirklichkeit um 20 % gestiegen ist.

Ähnliche Informationen auf der EcoAP-Website

CO2-Ausstoß Chinas für Exporte nach Europa und in die USA

Zum jetzigen Zeitpunkt ist ein Drittel der CO2 -Emissionen Chinas auf die Warenproduktion für den Export zurückzuführen. Laut dem Zentrum für internationale Klima- und Umweltforschung in Oslo (CICERO) sind 9 % der chinesischen Emissionen das Ergebnis der Warenproduktion für die USA und 6 % gehen auf die Produktion für den europäischen Markt zurück.

Weitere Informationen:

CICERO-Bericht: http://www.cicero.uio.no/webnews/index_e.aspx?id=11095