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EU ergreift Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz elektrischer Haushaltsgeräte

28/07/2011

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Die EU hat neue Vorschriften zur Reduzierung des Energieverbrauchs von Fernsehern und „weißer Ware“ festgelegt. Teil dieser Vorschriften ist ein überarbeitetes Kennzeichnungssystem, das um zusätzliche Klassen für die beste Energieeffizienz ergänzt wurde. Diese Änderungen stießen allerdings auf gemischte Reaktionen.

Auf die neuen Vorschriften zur Verbesserung der Energieeffizienz verschiedener Produktgruppen einigte man sich am 31. März 2009 auf der Tagung des EU-Regelungsausschusses für Ökodesign und Verbrauchskennzeichnung. Durch das Maßnahmenpaket werden verbindliche Anforderungen an die Energieeffizienz festgelegt und ein verbessertes System zur Kennzeichnung von Fernsehern und „weißer Ware“ (Kühl- und Gefriergeräte, Wasch- und Geschirrspülmaschinen) in Bezug auf ihren Energieverbrauch geschaffen.

Es wird davon ausgegangen, dass die neuen Maßnahmen bis 2020 zu Einsparungen beim Stromverbrauch in der EU in Höhe von 51 Terawattstunden (TWh) führen. Dies entspricht dem jährlichen Stromverbrauch von Portugal und Lettland zusammen.

Das EU-weite Kennzeichnungssystem für die Energieeffizienz von elektrischen Haushaltsgeräten mit den Buchstaben A bis G war seit seiner Einführung Anfang der 90er Jahre überaus erfolgreich. Es hat allerdings dazu geführt, dass mittlerweile nahezu alle Produkte auf dem Markt der Klasse A angehören, da die Hersteller sich bemüht haben, ihre Produkte zu verbessern. Mit der neuen Kennzeichnung soll sogar eine noch bessere Energieeffizienz erreicht werden.

Anstatt ein völlig neues System einzuführen, einigte man sich darauf, die bestehende Klassifizierung von A bis G als Grundlage zu nehmen. Der Hauptunterschied besteht darin, dass es jetzt noch bessere Klassen als A geben wird, und die Skala also um zusätzliche Kennzeichnungen nach oben erweitert wird. Das neue System sieht die genaueren Kennzeichnungen A-20% und A-40% anstelle der derzeitigen Klassen A+ und A++ vor, mit denen Produkte versehen werden sollen, die 20 bzw. 40 % weniger Energie benötigen als Produkte der derzeitigen Klasse A.

Des Weiteren sollen Kühl- und Gefriergeräte der Energieeffizienzklassen B und C ab Juli 2010 und der Klasse A ab 2012 nicht mehr verkauft werden dürfen und auch Waschmaschinen mit geringerer Energieeffizienz ab 2010 und der Klasse A ab 2013 vom Markt verbannt werden.

Kritik an den Vorschlägen

Der europäische Verband der Haushaltsgerätehersteller CECED begrüßte die neue Kennzeichnungsregelung und beschrieb sie als „vorteilhafte Lösung für alle Parteien“.

Nichtstaatliche Organisationen aus den Bereichen Umwelt- und Verbraucherschutz wie der Europäische Verband für die Koordinierung der Verbrauchervertretung in Normungsfragen (ANEC), das Europäische Büro der Verbraucherverbände (BEUC), die Europäische Umweltorganisation der Bürger für Normung (ECOS), das Europäische Umweltbüro (EEB), Friends of the Earth Europe, Inforse-Europe und Natuur en Milieu sind weniger begeistert. Sie finden die neuen Kennzeichnungen zu verwirrend, wie Umfragen in sechs europäischen Ländern der britischen, niederländischen und schwedischen Regierungen gezeigt haben. Umweltgruppen wiesen darauf hin, dass die ursprünglich vorgeschlagene Neuklassifizierung zu einer Reduktion der CO2 -Emissionen von 30 Mio. Tonnen pro Jahr geführt hätte – 50 % mehr als durch das neue System erwartet wird.

Weitere Informationen

  • Regelungsausschuss für Ökodesign:
    http://ec.europa.eu/energy/efficiency/ecodesign/eco_design_en.htm

    „Energiesparen: Mitgliedstaaten unterstützen Vorschläge zur Verbesserung der Energieeffizienz von Fernsehern, Kühlgeräten und Waschmaschinen“ (Pressemitteilung der Europäischen Kommission):
    http://europa.eu/rapid/pressReleasesAction.do?reference=IP/09/516&format=HTML&aged=0&language=DE&guiLanguage=en

    CECED

    „Die EU setzt neue Energiekennzeichen ein“ (EurActiv):
    http://www.euractiv.com/en/energy-efficiency/eu-endorses-new-energy-labels/article-180930

    „New energy labels to leave consumers in the dark“ (Neue Energiekennzeichen lassen Verbraucher im Dunkeln) [EUBusiness]:
    http://www.eubusiness.com/Energy/eeb-press.09-04-01