• Druckfassung

EUSEW 2009 behandelt zentrale Fragen der Öko-Innovation

28/07/2011

372_de.html

Während der europäischen Woche für nachhaltige Energie (EUSEW 2009) fanden zahlreiche Veranstaltungen zum Thema Öko-Innovation statt. Sie demonstrierten führende Projekte in unterschiedlichen Bereichen und stellten die verfügbaren Fördermöglichkeiten vor.

„Eine Woche zum Ändern der Zukunft“ war das Motto der dritten jährlichen europäischen Woche für nachhaltige Energie (EUSEW) vom 9. bis 13. Februar 2009. Über 150 Organisationen nahmen an der EUSEW 2009 teil, der zentralen Veranstaltung der Europäischen Kampagne für nachhaltige Energie, die 150 Konferenzen und Veranstaltungen in Brüssel und 19 europäischen Ländern umfasste. Mehr als 6.000 Teilnehmer meldeten sich für die Hauptveranstaltungen an.

Besonders im Rampenlicht standen zwei Veranstaltungen: die erste Feier des Bürgermeisterkonvents und die dritte jährliche Verleihung der SEE-Preise für nachhaltige Energiemaßnahmen. Die erste Feier des Bürgermeisterkonvents fand im Europäischen Parlament statt, wo Vertreter von über 400 Städten erstmals ihre Verpflichtung unterzeichneten, ihre CO2 -Emissionen bis zum Jahr 2020 noch stärker als das EU-Ziel von 20 % zu reduzieren. Die SEE-Preise honorierten die führenden Projektpartner der SEE-Kampagne. Aus 251 Bewerbungen wurden 6 Projekte mit dem Hauptpreis in fünf Kategorien ausgezeichnet.

Die EUSEW 2009 hatte im Vergleich zum Vorjahr mehr Veranstaltungen und mehr Besucher. Außerhalb von Brüssel fanden 62 Konferenzen und Veranstaltungen in ganz Europa statt. An ihnen nahmen fast 30.000 Menschen teil, sodass die Teilnehmerzahl an der EUSEW 2009 insgesamt auf über 35.000 stieg. Durch diese positive Resonanz sichert sich die EUSEW den Platz als die weltweit führende Veranstaltung zum Thema nachhaltige Energie.

Vier Veranstaltungen der EUSEW 2009 hatten eine besondere Bedeutung für die Öko-Innovation.

Energieeffizientes Wohnen

Zwei EUSEW-Veranstaltungen befassten sich detailliert mit der Energieeffizienz im Haus. Zunächst organisierte die Generaldirektion für Energie und Verkehr der Europäischen Kommission eine Konferenz zum Thema „Wege zum energieeffizienten Wohnen: von CONCERTO zu IEE“, in der einige der führenden Projekte in diesem Bereich vorgestellt wurden. Sie wurde ergänzt durch eine zweite Konferenz, die von Euro ACE unter dem Titel „Die Rolle von Gebäuden bei der Erreichung der europäischen Klimaziele für 2020“ veranstaltet wurde.

Da der Gebäudesektor rund 40 % des privaten Energieverbrauchs in Europa auf sich vereinigt und eine der wichtigsten potenziellen Energiesparquellen in Europa darstellt, lohnt sich der Blick auf einige der laufenden Projekte, die in diesem Bereich beispielhaft sind. Vertreter der Generaldirektion für Energie und Verkehr stellten eine Auswahl von Maßnahmen im Gebäudebereich vor, die sich mit der Energieeffizienz in vier Kernbereichen befassen: Aufklärung, Förderung eines integrierten Ansatzes, Zugang zu Kapital und Ändern des Verhaltens.

Zwei Hauptinitiativen:

  • CONCERTOunterstützt Entwicklungsprojekte von Gemeinden bei der Umsetzung integrierter Ansätze, deren Schwerpunkt auf Energieeffizienz, erneuerbaren Energien, Forschung und Schulung liegt. CONCERTO umfasst 45 Gemeinden in 18 Ländern.
  • Intelligent Energy Europe – Teil des CIP-Rahmenwerks für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation der EU – befasst sich nicht nur mit Energieeffizienz, sondern auch mit erneuerbaren Energiequellen und Energie im Verkehr. Insgesamt ist IEE an 400 Projekten in ganz Europa beteiligt, von denen sich 68 auf Energieeffizienz in Gebäuden konzentrieren.

AL Piano ist ein CONCERTO-Projekt der italienischen Stadt Alessandria. Es verändert das Verhalten der Bevölkerung durch ein besseres Angebot erneuerbarer Energien für Häuser und die Einführung von Energie-Audits für Wohngebäude.

ClearSupport ist eine von IEE unterstützte Initiative, die den Zugang zu Kapital für energieeffiziente Gebäudeprogramme ermöglicht. Sie fördert das Vertrauen von Geldgebern in energieeffiziente Projekte und unterstützt derzeit zwischen 100 und 200 Gebäuderenovierungen.

INTEND ist ein IEE-Projekt, das ein Beispiel für herausragende Leistung im Bereich der Förderung eines integrativen Ansatzes zu energieeffizientem Wohnen darstellt. Es arbeitet an der Optimierung der Energieleistung durch Unterstützung eines integrierten Energiekonzepts.

Das IEE-Projekt PassNET ist ein Beispiel für Aufklärungsarbeit. Es propagiert europaweit das Passivhaus-Konzept und bietet Bildungs- und Schulungsmaßnahmen in Mitgliedstaaten.

Die Euro-ACE-Konferenz untersuchte die Frage, wie Energieeffizienz in Wohngebäuden zur Bekämpfung des Klimawandels beitragen kann. Auf die Vorstellung von Beispielen vorbildlicher Praktiken und Entwicklungen in diesem Bereich folgte eine Reihe von Empfehlungen an die EU zur Einführung strengerer Standards und zur verbindlichen Anforderung von Gebäude- und CO2-Kennzeichnungen. Ferner mahnte die Konferenz auch neue Finanzierungsprogramme an, um die hohen Anfangsinvestitionen CO2 -armer Technologien auszugleichen.

Förderung von nachhaltigem Verkehr

Der Verkehr beträgt 30 % des Endenergieverbrauchs in Europa und ist der Sektor mit dem am schnellsten wachsenden Energiebedarf. Die Exekutivagentur für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation (EAWI) stellte als Beispiele für Fördermöglichkeiten von nachhaltigem Verkehr sowohl die IEE-Initiative STEER zum Thema Energieeffizienz im Verkehrswesen als auch die Marco-Polo-Initiativen vor.

STEER fördert „weiche Maßnahmen“. Es unterstützt die Marktdurchdringung und den Austausch bester Praktiken zur Verbreitung nachhaltiger Verkehrssysteme. Gefördert werden 34 Projekte, um die Einstellungen gegenüber dem Verkehr zu ändern. Das Programm übernimmt 75 % der Kosten eines Projekts, dessen typisches Volumen bei 1,5 Millionen € liegt. Zwei Projekte wurden besonders herausgestellt: GRÜNE POST, bei dem es um den Austausch bester Praktiken und Erfahrungen bei der Postzustellung mit Elektro- und Hybridfahrzeugen geht, und MEHRWERT, das Fahrgemeinschaften als Möglichkeit zur Energieeffizienz propagiert.

Im Gegensatz dazu befasst sich die Initiative „Marco Polo“ mit der Finanzierung von Projekten für einen nachhaltigeren Gütertransport. Mit einem Budget von 430 Millionen € förderte es 100 Projekte im Zeitraum von 2003 bis 2008. Die Vorstellungen der Projekte IBERLIM und SCAPEMED zeigten, dass diese Projekte 9.500 bzw. 17.500 weniger LKWs auf den Straßen benötigten.

ICT in der Energieeffizienz

Die Generaldirektion Informationsgesellschaft und Medien veranstaltete eine Konferenz über die Rolle der Informations- und Kommunikationstechnologien (ICT) bei der Energieeffizienz. Die Veranstaltung gab einen Überblick über die politischen Instrumente der EU, Fördermöglichkeiten und Bereiche, in denen ICT zur Erhöhung der Energieeffizienz eingesetzt wird.

Dabei steht ICT vor drei Herausforderungen:

  • Reduzierung des eigenen Energieverbrauchs;
  • Verbesserung der Energieeffizienz in der gesamten Wirtschaft, beispielsweise durch Messung, Überwachung, intelligentes Management und Kontrolle;
  • Anstoß zum Übergang auf eine energieeffiziente Gesellschaft durch Messen, Zusammenfassen, Umwandeln und Informieren usw., aber auch durch Dematerialisierung und Virtualisierung

Verschiedene EU-Förderinitiativen, unter anderem das Klima-Aktionsprogramm, das Siebte Forschungsrahmenprogramm (FP7) und das Rahmenprogramm für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation CIP (Competitiveness and Innovation Framework Programme), tragen dazu bei, den Einsatz von ICT zur Verbesserung der Energieeffizienz zu unterstützen.

Im Rahmen des FP7 wurden 11 ICT- und Energieeffizienz-Projekte in den Jahren 2007 und 2008 gefördert. Sie erhielten Finanzmittel von 20 Millionen € und konzentrierten sich auf die Frage, wie optimale Informations- und Kommunikationstechnologien den Effizienzanforderungen energieverbrauchender Systeme dienen kann. Darüber hinaus wurden zwischen 10 und 12 Millionen € im Rahmen des CIP für ICT-bezogene Energieeffizienzprojekte für 2008 reserviert.

Neue Formen der Unterstützung für Öko-Innovation

Die Generaldirektion Unternehmen und Industrie veranstaltete eine Konferenz zum Thema „Neue Formen der Unterstützung für Öko-Innovation: die europäischen Innovationsplattformen“, um einen Überblick über für Öko-Innovationsprojekte verfügbare Förderstrukturen zu geben.

Die KIS-Innovationsplattform (Knowledge Intensive Services), die im Rahmen der Initiative Europe INNOVA entwickelt wurde, rief das Projekt KIS-PIMS (Planning, Installation, Maintenance and Scrap) ins Leben, um neue Förderprogramme für innovative Dienstleistungsunternehmen im Bereich der Planung, Installation, Wartung und Entsorgung zu entwickeln und einzuführen. KIS-PIMS wird Dienstleistungen fördern, die sich auf die gesamte Lebensdauer neuer Technologien für erneuerbare Energie erstrecken – z. B. Wind, Wasser, Biomasse und Erdwärme. Teilbereiche sind die Planung neuer Systeme, die Installation und Übergabe, die Wartung/Reparatur sowie die Verschrottung alter Systeme.

Mit Schwerpunkt auf den KMU werden diese Mittel Unternehmen dabei unterstützen, ihre Businesspläne zu stärken, Kontakt zu öffentlichen/privaten Investoren herzustellen und den europäischen Bekanntheitsgrad der vielversprechendsten Unternehmen zu erhöhen.