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Die Klimaveränderung ist aus der Sicht der EU-Bürger ein wichtiges Problem

28/07/2011

  • Eu
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Eines der Ergebnisse der Meinungsumfrage „Eurobarometer“ des Jahres 2008 war, dass die Klimaveränderung für die EU-Bürger ein wichtiges Thema ist und dass auf nationaler und auf EU-Ebene das Bedürfnis nach mehr Informationen und stärkeren Maßnahmen besteht.

In der Ausgabe vom September 2008 des Eurobarometers wird betont, dass die Bürger der EU sich ernsthafte Sorgen um den Klimawandel machen. Die Umfrage bietet einen interessanten Einblick in die von der Allgemeinheit vertretenen Ansichten und weist gleichzeitig auf die Bereiche hin, mit denen sich nationale oder Gemeinschaftsorganisationen befassen sollten.

Viele Menschen haben den Eindruck, dass sie gut über die Ursachen, Folgen und Gegenmittel gegen den Klimawandel informiert sind. Aber ein erheblicher Teil der Bevölkerung hat noch immer das Gefühl, schlecht über dieses Thema informiert zu sein. Den Mangel an ausreichenden Informationen zu den wichtigsten Aspekten dieses Themas zeigt beispielsweise die Tatsache, dass 30 % der Menschen immer noch glauben, dass die CO2 -Emissionen nur einen äußerst geringen Einfluss auf den Verlauf des Klimawandels haben. Zu dieser Zahl kommen noch weitere 15 %, die nicht wissen, ob diese Emissionen einen Einfluss haben.

Informationsstand:

Die meisten Umfrageteilnehmer glaubten, dass der Klimawandel gestoppt werden könnte und 61 % erklärten, dass sie in irgendeiner Form Maßnahmen dagegen ergriffen hätten. Die Anzahl der Personen, die aktiv werden, ist bei den Bevölkerungsteilen weit höher, die sich zu diesem Thema gut informiert fühlten. Im Gegensatz dazu wurde Informationsmangel als wichtiger Faktor genannt, der diejenigen, die nicht aktiv wurden, davon abgehalten hatte.

Unter allen Bevölkerungsgruppen waren Frauen und Personen mit geringer Schulbildung die beiden gesellschaftlichen Gruppen, die den Eindruck hatten, dass sie am schlechtesten über den Klimawandel informiert sind. Am anderen Ende des Spektrums liegen die Angestellten und Freiberufler, die sich besser informiert fühlten.

Die Studie zeigt deutlich, dass die Europäer der Meinung sind, dass Unternehmen und Industriezweige, die einzelnen Bürger, die Regierungen der Länder und die EU ihr Verhalten ändern sollten, um auf dieses Thema angemessen reagieren zu können. Die EU wurde am seltensten genannt, als gefragt wurde, wer nicht genug tut, um gegen den Klimawandel anzukämpfen. Ein Grund, der häufig dafür genannt wurde, warum Bürger sich nicht so verhalten, dass sie die Situation verbessern, war die Meinung, zuerst sollten die Unternehmen, Industriezweige und Regierungen ihre Gewohnheiten ändern.

Die Umfrageteilnehmer, die Maßnahmen zur Reduzierung der das Klima verändernden Effekte ergriffen haben, entschieden sich hauptsächlich für Maßnahmen, für die kein großes persönliches oder finanzielles Engagement erforderlich ist. Am häufigsten wurde dabei die Mülltrennung genannt, die Reduzierung des Energie- und Wasserverbrauchs sowie der Verwendung von Wegwerfartikeln. Während ein hoher Anteil der Befragten zugab, dass der Hauptgrund für die Übernahme solcher Verhaltensweisen die geringeren Kosten seien, hielt es die Mehrzahl auch für eine Bürgerpflicht, die Umwelt zu schützen und glaubt daran, dass gemeinsame Bemühungen gegen den Klimawandel sinnvoll sind.

Die Reaktion auf die Ziele der EU

Im Hinblick auf die Ziele der EU zur Reduzierung von Emissionen und zur Erhöhung des Anteils der erneuerbaren Energien um jeweils 20 % vertrat die Mehrheit der Befragten die Ansicht, dass diese Zahlen in Ordnung sind bzw. vielleicht sogar zu vorsichtig festgelegt wurden. Das belegt, dass die Mehrheit der Bevölkerung den Eindruck hat, dass die Ziele erreichbar sind. Viele wussten aber auch nicht, welche Maßnahmen die EU zu diesem Thema durchgeführt hat.

Weitere Informationen:

Einstellungen der europäischen Bürger zum Klimawandel (Eurobarometer-Bericht): http://ec.europa.eu/public_opinion/archives/ebs/ebs_300_full_en.pdf [3 MB] English français

Die Kampagne „Du kontrollierst den Klimawandel!“

Die Europäische Kommission startete ihre Informationskampagne zum Klimawandel in 2006. Mit dieser Aktion wird der einzelne Bürger aufgefordert, kleine Veränderungen in seinem Alltagsleben vorzunehmen, damit die Emissionen von Treibhausgasen deutlich reduziert werden können. Es werden viele praktische und leicht durchführbare Tipps gegeben. Das Ziel ist, den Menschen ein Gefühl für ihre persönliche Verantwortung und ihre Handlungsmöglichkeiten zu geben und ihnen damit zu helfen, einen Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel zu leisten. Die Kampagne wendet sich auch an Schüler der Sekundarstufe, die aufgefordert werden, eine Erklärung zu unterschreiben, dass sie den CO2 -Ausstoß reduzieren und über ihre Bemühungen Buch führen. Damit soll gezeigt werden, dass einfache und alltägliche Aktionen, die von vielen Menschen durchgeführt werden, zu erheblichen Reduzierungen der Treibhausgasemissionen führen.

Weitere Informationen:

http://www.climatechange.eu.com English