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Der Vier-Kapitalarten-Ansatz zur Bewertung der Nachhaltigkeit von Programmen der EU-Strukturfonds

22/01/2009

Ein von der EU finanziertes Bewertungsprogramm nutzt den Vier-Kapitalarten-Ansatz zur Bewertung verschiedener Programme, die von den EU-Strukturfonds profitieren, um die Nachhaltigkeit der Programme zu gewährleisten.

SRDTOOLS, ein Projekt, das von dem EU Sixth Framework Programme (FP6) finanziert wurde, verwendet ein Bewertungsprogramm, das auf vier Kapitalarten basiert, um von den Strukturfonds finanzierte Programme unter dem Gesichtspunkt der nachhaltigen Entwicklung zu bewerten. Damit soll das Ziel der Strategie für nachhaltige Entwicklung der EU erreicht werden, ein nachhaltiges Gemeinwesen zu schaffen, das Ressourcen effizient nutzt. Die Analyse dieser Programme sorgt dafür, dass wirtschaftliche Entwicklungen, die von den EU-Strukturfonds gefördert werden, nicht zu Lasten der Zukunft einer Region gehen.

Mit dem Bewertungsrahmen wird eine Einschätzung der Entwicklung der geförderten Dienstleistungen und Produktionsergebnisse durch diese vier verschiedenen Kapitalarten vorgenommen:

  1. Sachkapital – Infrastruktur
  2. Naturkapital – natürliche Ressourcen
  3. Humankapital – Gesundheit, Wohlbefinden und Produktivitätspotenzial sowie
  4. Sozialkapital – das Wohlbefinden der Menschen auf der gesellschaftlichen Ebene

Durch die Verwendung von Indikatoren für die nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Indicators - SDIs) zur Überwachung von Änderungen bei diesen vier Kapitalarten, kann dieses neue System die tatsächlichen Auswirkungen sämtlicher Programme der EU-Strukturfonds bewerten. Neben der Messung der sozioökonomischen und der ökologischen Auswirkungen dieser Fonds gibt der Bewertungsrahmen auch an, ob ein Programm mit dem weiter gefassten Ziel der Strategie für nachhaltige Entwicklung im Einklang steht oder nicht.

Dieses Hilfsmittel erlaubt Politkern, sich ein Urteil über die Effektivität von Programmen, die vom EU-Strukturfonds profitiert haben, zu bilden und dabei die Bewertung, ob diese im Interesse der nachhaltigen Entwicklung sind, mit einzubeziehen. Die Ergebnisse dieser Analyse zeigen, wie die Strukturfonds ausgerichtet werden müssen, um Veränderungen von Verhaltensmustern in Entwicklung, Produktion und Konsum zu bewirken, die negative Auswirkungen auf die vier verschiedenen Kapitalarten haben.

Weitere Informationen:

The Four-Capital Method of Sustainable Development Evaluation [Der Vier-Kapitalarten-Ansatz zur Bewertung der nachhaltigen Entwicklung]; P.Ekins, S.Dresner und K.Dahlström; European Environment 18 (2008); Kontakt: paul.ekins@kcl.ac.uk

Indikatoren für nachhaltige Entwicklung (EUROSTAT): http://epp.eurostat.ec.europa.eu/portal/page?_pageid=1998,66119021,1998_66292168&_dad=portal&_schema=PORTAL English

Strukturfonds

Es gibt vier verschiedene Strukturfonds, mit denen die Europäische Union finanzielle Hilfen zur Lösung struktureller wirtschaftlicher oder sozialer Probleme gewährt. Der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) fördert den wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalt in der Union und mildert bestehende Ungleichheiten zwischen Regionen oder gesellschaftlichen Gruppen. Der Europäische Sozialfonds (ESF) ist das wichtigste finanzielle Hilfsmittel zur Verwirklichung strategischer Ziele im Rahmen der verschiedenen EU-Initiativen zur Beschäftigungspolitik. Der Europäische Ausrichtungs- und Garantiefonds für die Landwirtschaft (EAGFL) unterstützt die Reform der landwirtschaftlichen Sektoren und sorgt für die Entwicklung der ländlichen Gebiete. Das Finanzinstrument für die Ausrichtung der Fischerei (FIAF) ist ein Fonds, der speziell im Hinblick auf Reformen im Fischereisektor eingerichtet wurde.

Weitere Informationen: http://ec.europa.eu/regional_policy/funds/prord/sf_en.htm English

SRDTOOLS, Indikatoren für nachhaltige Entwicklung und die Strategie für nachhaltige Entwicklung

Das SRDTOOLS-Programm wurde im Rahmen von FP6 finanziert, wobei die Absicht war, direkten Einfluss auf die Gestaltung der Bewertungsmethoden für die zukünftige Kohäsionspolitik und -programme auszuüben, um eine nachhaltige Regionalentwicklung zu gewährleisten. Die Indikatoren für nachhaltige Entwicklung sind in zehn Themen aufgeteilt und betreffen viele verschiedene Themen mit wirtschaftlicher, sozialer, ökologischer und institutioneller Ausrichtung. Die zehn von EUROSTAT verwendeten Themen sind: sozioökonomische Entwicklung, nachhaltiger Konsum und nachhaltige Produktion, soziale Eingliederung, demographische Veränderungen, Volksgesundheit, Klimawandel und Energie, nachhaltiger Verkehr, natürliche Ressourcen, weltweite Partnerschaften und verantwortungsvolle Staatsführung. Die Strategie für nachhaltige Entwicklung wurde 2001 eingeführt und 2006 überarbeitet. Sie entwirft einen zusammenhängenden Ansatz, mit dem die EU ihrer Verpflichtung nachkommt, eine nachhaltige Entwicklung der Regionen zu gewährleisten.

Weitere Informationen: http://www.srdtools.info/ English