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Messung von Öko-Innovationen: Notwendigkeiten und Herausforderungen

06/01/2009

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Die Messung der Öko-Innovationsentwicklung in der EU ist von entscheidender Bedeutung. Der Schlussbericht der Sectoral Innovation Watch erklärt jedoch, dass die aktuellen Indikatoren unzureichend sind.

Im Jahr 2006 hob die Europäische Umweltagentur die Notwendigkeit der Entwicklung von geeigneten Indikatoren zur Messung der Entwicklung der Öko-Innovationen hervor. Der Fortschritt der Einrichtung einer effizienten Methode zur Analyse der Entwicklung dieses Gebiets ist jedoch langsam.

Die Notwendigkeit, diesen schwierigen Bereich anzugehen, wurde im Sectoral Innovation Watch Report on Eco-Innovation von Europe INNOVA erneut hervorgehoben. Er beschreibt aktuelle Indikatoren als unzureichend, da sie politischen Entscheidungsträgern keine geeignete Statistik- und Wissensbasis bereitstellen. Während dies ein schwieriger Bereich bleibt, gibt es Vorschläge für Schritte, die zu einer genaueren Messung des Wachstums der Öko-Innovationen in der EU führen könnten.

Reaktionsindikatoren

Laut dem EUA (Europäische Umweltagentur)-Bericht über Öko-Innovationsindikatoren kombiniert die Herausforderung der Messung von Öko-Innovationen zwei wichtige Gerüste: Die EUA wies außerdem darauf hin, dass sich die für Innovationsindikatoren verwendeten Methoden und Perspektiven erheblich von Umweltindikatoren unterscheiden. Die EUA wies außerdem darauf hin, dass sich die in Innovationsindikatoren angewendeten Methoden und Perspektiven erheblich von Umweltindikatoren unterscheiden. Sie beschrieb Öko-Innovationsindikatoren als Reaktionsindikatoren, die den gesellschaftlichen Fortschritt messen. Sie hob die Wichtigkeit dieser Indikatoren als Ergänzung anderer Indikatoren hervor, wie z. B. der DPSIR-Kette (Driving Forces, Pressures, State, Impact and Response).

Seit diesem Bericht haben sich die Notwendigkeiten und die Herausforderungen nicht geändert. Die Wichtigkeit solcher Maßnahmen hat sich jedoch möglicherweise erhöht. Der Schlussbericht der Sectoral Innovation Watch von 2008 betont besonders die Messung von Öko-Innovationen und beschreibt die Mängel aktueller Praktiken sowie Möglichkeiten der Verbesserung. Grundsätzlich ist für eine effektive Messung von Öko-Innovationen ein klarer Ansatz erforderlich, der sich einer Vielzahl von Quellen bedient. Die Sectoral Innovation Watch sieht Innovationsstudien und die Umweltökonomie als wesentliche Quellen an, auf denen solche Messungen basiert werden können, insbesondere in Bezug auf die Effizienz und Produktivität von Ressourcen.

Eine effektive Analyse von der Öko-Innovationsentwicklung sollte sich auf umfragebasierte Daten stützen, speziell beim Zusammenstellen von Unternehmensprofilen. Solche Profile, zusammen mit Einblicken in Innovationsaktivitäten, können politischen Entscheidungsträgern bei der Formulierung informierter Entscheidungen zur Zukunft von Öko-Innovationen helfen. Wie der Bericht betont, müssen jedoch auch technische Informationen, die sich auf bestimmte Prozesse oder Produkte beziehen, aufgenommen werden, um eine umfassendere Analyse zu ergeben.

Neue Methoden

Die Wichtigkeit der Einführung neuer Methoden zur Zusammenstellung von Informationen über Produkte und Prozesse ist etwas, das von der Sectoral Innovation Watch betont wird, und sie drängt auf die Verwendung etablierter Analyse-Werkzeuge, die den gesamten Lebenszyklus und die gesamte Ökoeffizienz von Produkten und Dienstleistungen berechnen.

Ein weiteres Hilfsmittel, das zu einer besseren Analyse von Öko-Innovationen führen könnte, ist die Erstellung einer integrierten Datenbank auf EU-Ebene. Diese könnte als zuverlässige politische Referenz für Informationen über Produkte und Dienstleistungen auf dem Gebiet der Öko-Innovation dienen.

Im Zentrum der Messung von Öko-Innovationen liegt die schwierige Herausforderung, zuverlässige Bewertungen der Innovationsleistung vorzunehmen und sie auf greifbare Weise zu Öko-Effizienzzuwächsen und Ressourceneffizienz auf Makroebene in Bezug zu setzen. Wenn ein solcher Indikator eingerichtet wird, bietet er eine solide Grundlage für langfristige innovationspolitische Maßnahmen.

Es gibt einen Bedarf an der Messung der Öko-Innovation, da Untersuchungen zur Entwicklung dieses Gebiets in der EU nicht gerade inspirierend sind. Die Sectoral Innovation Watch meint, dass derzeit die Mehrheit innovativer Unternehmen in der Union Umwelt- oder Ressourcenverbrauchsangelegenheiten immer noch nicht ins Zentrum ihrer Innovationsstrategien rückt.

In Bezug auf die Mitgliedsstaaten sagt der Bericht, dass im Hinblick auf die Ranglisten für Innovation, Energieintensität und Ressourcenproduktivität nur wenige vergleichbare Leistungen zeigen. Selbst die Innovationsführer der EU auf diesem Gebiet, Finnland und Schweden, zeigen in den Bereichen Energieintensität und Ressourcenproduktivität eine weniger gute Leistung. Darüber hinaus erzielen einige der Beitrittsstaaten – wie z. B. Ungarn, Lettland, Litauen, Polen und die Slowakei – im Hinblick auf Innovationsleistung und Energieintensität eine schlechte Leistung.

Weitere Informationen:

Europe INNOVA: http://www.europe-innova.org English

Europäische Umweltagentur: http://www.eea.europa.eu/ English

Sectoral Innovation Watch on Eco-innovation:

http://www.europe-innova.org/servlet/Doc?cid=10486&lg=EN(PDF)

Bericht der Europäischen Umweltagentur über Öko-Innovationsindikatoren: http://www.risoe.dk/rispubl/art/2007_115_report.pdf pdf [356 KB] English

Networked Observatory on Eco-innovation

Der ETAP-Bericht vom Mai 2007 schlug eine Initiative vor, die auf die Einrichtung einer Networked Observatory on Eco-innovation hinarbeiten sollte und das Konzept wurde in der ETAP High-Level Working Group vom März und September 2007 erörtert. Sein Ziel besteht darin, Informationen zu Trends auf dem Gebiet der Öko-Innovation zu sammeln und zu analysieren sowie eine strategische Wissensressource für politische Entscheidungsträger, Unternehmen und Finanzen bereitzustellen. Die Observatory baut auf vorhandenen Projekten und Netzwerken auf und hat das Ziel, einige der wichtigsten Beobachtungsinstitute in ganz Europa einzubeziehen.

Weitere Informationen:

Networked Observatory on Eco-innovation: http://technologies.ew.eea.europa.eu/resources/networks/networked-observatory-eco-innovation/ English

Frühere Studien

Die FP6-Studie „Measuring eco-innovation“ (MEI), die in Zusammenarbeit mit Eurostat, der Europäischen Umweltagentur (EUA) und der Gemeinsamen Forschungssstelle (Joint Research Centre, JRC) der Europäischen Kommission durchgeführt wurde, nahm sich vor, die Öko-Innovation und mögliche Indikatoren für die Messung von Öko-Innovationen zu definieren. Laut ihrem Schlussbericht sollten Forschung und Datensammlung zu Öko-Innovationen nicht auf Produkte aus dem Sektor der Umweltwaren und -dienstleistungen oder auf durch die Umwelt motivierte Innovationen beschränkt werden, sondern alle Innovationen mit einem Vorteil für den Umweltschutz abdecken. Sie definierte Öko-Innovationen in Bezug auf Umweltleistung statt auf Umweltziele. Eine öko-innovative Lösung könnte alles sein, das umweltfreundlicher ist als 'die relevante Alternative'. Überdies hängt der Begriff 'Öko-Innovation' von einer Gesamtbewertung der Auswirkungen und Risiken für die Umwelt ab. Die Messung des technologischen Wandels stellt ein Problem dar. Verschiedene Arten von Maßeinheiten sind verwendet worden, aber keine einzelne Methode und kein einzelner Indikator ist ideal. Patente sind der häufigste Indikator. Sie sind jedoch insofern beschränkt, als dass sie erfinderische statt innovative Ergebnisse messen – und nicht alle Innovationen werden patentiert. Allgemein befand der Bericht, dass die Wissensbasis für Öko-Innovationen dürftig war. Eurosat arbeitet hieran. Der nächste Community Innovation Survey (CIS2008) enthält ein spezielles Modul zu Öko-Innovationen, das im Jahr 2010 Informationen zum Wesen von Öko-Innovationen und ihren Determinanten produzieren wird, jedoch nur auf einzelne Unternehmen bezogen anstatt auf spezifische Technologien oder Produkte

Weitere Informationen:

Schlussbericht im Projekt MEI zur Messung der Öko-Innovation: http://www.merit.unu.edu/MEI/deliverables/MEI%20D15%20Final%20report%20about%20measuring%20eco-innovation.pdf pdf [1 MB] English