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Europäischer Rat nimmt Gemeinsame Technologieinitiative für Brennstoffzellen und Wasserstoff an

06/11/2008

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Beachtliche Fördermittel von EU und Industrie sollen Europa an die Spitze der Entwicklung von Brennstoffzellen- und Wasserstofftechnologie sowie deren Verbreitung bringen. Dies könnte in eine Zukunft führen, in der Autoabgase nur aus Wasser bestehen.

Brennstoffzellen sind eine höchst effiziente Umwandlungstechnik, die bei einer Vielzahl von Produkten, vom Mobiltelefon bis zum Auto und Flugzeug, aber auch in Form stationärer Wärme- und Stromerzeuger, zum Einsatz kommen. Doch es gibt eine Reihe von technischen und nicht-technischen Hindernissen, die einer kommerziellen Verbreitung dieser Technik in großem Stil entgegenstehen, dazu gehören Kosten und die Haltbarkeit von Brennstoffzellen, sowie auch die nachhaltige Wasserstofferzeugung,  sowie deren sichere und wirksame Verbreitung und Speicherung.

Der europäische Forschungskommissar Janez Potocnik beschreibt die Technologieinitiative für Brennstoffzellen und Wasserstoff der EU als Meilenstein gezielter EU-Forschung. Die öffentlich-private Partnerschaftwird EU-Forschung und Entwicklung (FuE) umsetzen und Marktunterstützung für die Einführung solcher Technologien bieten. DieTechnologieinitiative für Brennstoffzellen und Wasserstoffwurde am 20. Mai 2008 vom Europäischen Parlament gebilligt und vom Europäischen Rat am 30. Mai angenommen.

Der offizielle Startschuss für die Technologieinitiative für Brennstoffzellen und Wasserstoff, die von der Europäischen Kommission und einem Zusammenschluss von Unternehmen der Brennstoffzellen- und Wasserstofftechnologie ins Leben gerufen wurde, wurde auf der Eröffnungssitzung der Stakeholderversammlung im Oktober 2008 bekannt gegeben. Die Initiative wird mit Mitteln in Höhe von 1 Milliarde € ausgestattet: Die Europäische Kommission wird in den kommenden sechs Jahren rund 470 Millionen € als Teil des Siebten Rahmenprogramms (7. RP) bereitstellen. Genauso viel oder mehr wird der Privatsektor dazu beitragen.  

Durch die Zusammenarbeit mit der Industrie wird die EU die Mittel für FuE erhöhen und gleichzeitig eine bessere Koordinierung mit nationalen und regionalen Programmen gewährleisten können. Die Initiative dürfte eine wichtige Rolle in der Entwicklung und Umsetzung kohlenstoffemissionsarmer Technologien als Teil des Europäischen Strategieplans für Energietechnologie English(SET-Plan) spielen. Darüber hinaus stellt die Technologieinitiative für Brennstoffzellen und Wasserstoff ein Praxisbeispiel für die erste der zahlreichen Industrieinitiativen der EU dar, die der SET-Plan vorsieht.

Die Technologieinitiative für Brennstoffzellen und Wasserstoff zielt darauf ab, die Entwicklung von Brennstoff- und Wasserstofftechnologien in Europa zu beschleunigen und ihre Vermarktung zwischen 2010 und 2020 sicherzustellen. In ihrem Kern ist diese Initiative eine Partnerschaft für die Umsetzung eines Programms für F&E-Aktivitäten und wird durch Demonstrations- und Unterstützungsmaßnahmen für die vielversprechendsten Anwendungen ergänzt. Außerdem wird diese Technologie-Initiative nicht nur Aktivitäten auf EU-Ebene koordinieren, sondern auch als verbindendes Element in Bezug auf die Arbeiten in Mitgliedstaaten und regionalen Programmen ihre Wirkung entfalten.

Der Nutzen dieses vorausschauenden Ansatzes wurde durch die im Rahmen des EU-finanzierten Projekts HyWays durchgeführte Szenarioanalyse bestätigt, wonach die Anwendung von Wasserstofftechnologien den Benzinverbrauch im Straßenverkehrssektor von heute bis zum Jahr 2050 um 40 % verringern könnte. Bis zum gleichen Jahr könnte die Einführung von Brennstoffzellen- und Wasserstofftechnologie zu einer Verringerung der Höchstwerte an Kohlenstoffemissionen um 50 % führen. Trotz der offensichtlichen Vorteile dieser Technologien glaubt die Kommission, dass der europäische Industriesektor noch angeregt werden muss, um die erforderlichen Investitionen zu tätigen.

Die Technologieinitiative für Brennstoffzellen und Wasserstoff ist das Ergebnis einer sechsjährigen Arbeit, an der eine Vielzahl von Akteuren beteiligt war. Es begann im Oktober 2002 mit der Bildung der Hochrangigen Gruppe für Brennstoffzellen- und Wasserstofftechnologie, die eine gemeinsame Vision dazu entwickelte, wie solche Technologien zu nachhaltiger Energie beitragen könnten. Dies wiederum führte 2003 zur Einrichtung einer industriegeleiteten Europäischen Plattform für Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie. Diese Plattform entwarf die wichtigsten Strategiepapiere für Europa und unterstützte die Kommission auch bei den Vorbereitungen für den Vorschlag über die Technologieinitiative für Brennstoffzellen und Wasserstoff. 

Die GemeinsameTechnologieinitiative für Brennstoffzellen und Wasserstoff (JTI) wird als Rechtsperson unter der Leitung eines Verwaltungsrats geführt. Die Tagesaufgaben werden von einem Exekutiv-Direktor übernommen, der von einem Programm-Büro in Brüssel unterstützt wird. Außerdem wird ein hochrangiger Wissenschaftsausschuss dem Verwaltungsrat als beratendes Organ zur Seite stehen, während die Mitgliedstaaten durch eine staatliche Repräsentantengruppe über aktuelle Entwicklungen informiert werden. Schließlich wird es eine jährliche Generalversammlung der Stakeholder geben, die sowohl öffentlichen wie auch privaten Stakeholdern offen steht.

Weitere Informationen:

Europäischer Strategieplan für Energietechnologie: http://ec.europa.eu/energy/res/setplan/ English

HyWays-Projekt pdf - 719 KB [719 KB] English (en) español (es) français (fr) italiano (it)

StorHy-Projekt: http://www.storhy.net/finalevent/index.php français

European Hydrogen and Fuel Cell Technology Platform: http://www.hfpeurope.org/ English

Nachrichtendienst der GD Forschung: http://ec.europa.eu/research/index.cfm?pg=newsalert&lg=en&year=2008&na=na-020608 English

Autohersteller setzen auf Brennstoffzellentechnologie

Große Autohersteller wie Daimler und Ford schlossen sich 2008 mit dem Brennstoffzellentechnologie-Unternehmen Ballard Power Systems zusammen, um die Automotive Fuel Cell Cooperation zu gründen, die sich auf die Entwicklung von Wasserstoff- und Brennstoffzellen für Automobilanwendungen konzentriert. Durch die Anwendung von Produkten wie Ballards Mark902 Fuel Cell haben diese Technologien einen breiteren Markt erreicht.Daimler hat bereits 60 Leichtantriebsfahrzeuge der Mercedes-Benz A-Klasse auf den Straßen in Deutschland, Japan, Singapur und den USA und über 100 Brennstoffzellenfahrzeuge weltweit im Einsatz. Das internationale VersandunternehmenUPS liefert derzeit USA-weit Lieferwagenflotten der Serie Mercedes-Benz Sprinter aus, die mit der Ballard Brennstoffzellen-Technologie betrieben werden.

Weitere Informationen:

Automotive Fuel Cell Cooperation Corporation: http://www.ballard.com/About_Ballard/Industry_Relations/Strategic_Alliances.htm English